Vertikutieren im Winter

… sollte man eigentlich nicht. Habe ich aber dennoch gemacht. Wieso? Der Winter dieses Jahr ist kein harter. Das ist keine sonderlich erfreuliche Nachricht, da das dem Klimawandel zu verdanken ist, und das sollte man wohl bedrohlicher ausdrücken, aber man kann es auch so im Hinterkopf behalten.

Auch der Rasen der von uns übernommenen Datscha sah nicht so aus, als hätte man sich in den letzten Jahren irgendwie um ihn gepflegt. Grunsätzlich war da Vertikutieren schon angesagt bei all dem Moos. Und zu diesem Zweck habe ich mir einen Handspindelmäher und ein Handvertikutiergerät besorgt. Ich wäre nicht ich, wenn ich nach dem Aufbau beide Dinge nicht aus ausprobieren wollte. Gesagt getan und so schwang ich den Mäher über das nicht ganz trockene Gras und der mähte alles platt, was sich ihm in die quere stellte. Das machte Spaß. Ich bin Elektromäher gewohnt, aber schneller unterwegs sind die auch nicht und es fällt auch auf, dass man sich nicht um ein Kabel kümmern muss, dass einem ständig in die Quere kommt, oder ein Verlängerungskabel, dass man wegen zu großer Entfernung aus der Dose zieht.

Und einmal dabei schwang ich dann das Handvertikutiergerät, was beeindruckte, indem es viel Moos rauszog, aber kaum offene Wunden verursachte. Etwas Moos ist auch drin geblieben, aber vielleicht gehe ich in ein paar Monaten nochmal durch. Am Ende sah der Rasen besser aus als zuvor und hoffentlich entwickelt er sich gut in nächster Zeit. Ich baue etwas darauf, dass die Wetterprognosen Recht behalten werden und es bis Ende Februar laue Temperaturen über Null geben wird mit einigen Sonnentagen.

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Datschagrill

Die Grundausstattung so einer Laube kommt so langsam zusammen. Heute erweiterte ich das Datschainventar um einen Smoker-Grill, der gerade in einem ortsansässigen Baumarkt für 20 Ocken zu schießen ist.

Abends stieß ich auf eine Facebook-Gruppe anderer Laubenbesitzer desselben Vereins und postete das Erlebnis, was umgehend als „Promition & Spam“ eingestuft und gelöscht wurde. Man bewegt sich halt in schwer konservativem Gebiet.

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Terasse entdeckt

Erst habe ich im hinteren Gartenteil nur ein paar Steine gesehen und mir schon vorgenommen, diese auszugraben, um in einer anderen Ecke eine Grillecke zu installieren. Aber wie meine bessere Hälfte schon unkte, befand sich da eine vollständig mit Gras und Moss überwachsene Terasse, die noch gut in Schuss ist. Das Fugenkratzen wird aber noch etwas dauern.

Nach dieser Aktion habe ich einen davor befindlichen Baum etwas zusammengestutzt. Die Vorpächter waren wohl der Meinung, man könne so eine Pflanze nur mit Eisendrat zähmen. Auch hier sind die Arbeiten noch im Gange.

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Willkommen in der Datscha


Wir schlagen ein neues Kapitel in Düsseldorf auf und nisten uns in einen Kleingartenverein ein mit eigener Laube oder Datscha, wie wir sie nennen. Wir haben schon einige Erfahrungen mit dem Verein gemacht, der uns aufgenommen hat, und das hat uns nicht abgeschreckt, eigentlich ziemlich zugesagt. Und jetzt geht das Planen los und das erste Gartenarbeiten. Was brauchen wir an Geräten, an Einrichtungsgegenständen, wie wollen wir den Garten einrichten, was übernehmen und reaktivieren wir, wo kommen Sandkasten und Schaukel hin?

Ein paar von den Eindrücken, die unser neues Abenteuer mit sich bringt, werden hier veröffentlicht als Anreiz oder Unterhaltung.

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R.i.p. Timo Wenner (1976–2019)

Es reißt einen ordentlich runter, Anfang Januar zu erfahren, dass Timo Wernke, bekannter als Timo Wenner, nicht ins neue Jahr mitgekommen ist. Schon länger ernsthaft erkrankt, sah es in letzter Zeit danach aus, dass es stetig bergauf ginge.

Als ich davon auf der Facebookseite von Ibbtown berichtet, kam prompt die Frage, wer das nun schon wieder sei? Na, schönen Dank. Wer war der Wenner? Erkläre das mal eben. Im Kern war Timo Wenner ein fokussierter Spinner mit Rückgrat, der als virtuoser Gitarrenspieler die Band Nutellica in über 450 Auftritten quer über die Welt verteilt anführte.  Man spielte Konzerte mit H‑Blockx, Dog Eat Dog, Korn, Saxon, Apocalyptica, Guns N’ Roses, Stone Sour und anderen, z.B. Metallica selbst (1999 in Werchter, Belgien, und 2003 in Imola, Italien). Timo selbst schieb auf Facebook, er habe alle Konzerte gespielt, die er spielen wollte.

1994 bis 2004  war er in der Scheune aktiv, zuletzt als Chef des Rockbüros. 2004 gründete er in Hamburg Room 237, eine Agentur für Konzertbuchungen, Bandmanagement und lokale Musikevents. 2011 organisierte er als Hauptverantwortlicher das Pink Pop Royal, danach organisierte er Events wie Rock den Rosenhof und das Kneipenquiz mit Wenner in Osnabrück. Ein Angebot als Booker und Manager für Tokio Hotel zu arbeiten, schlug er aus, was man ihm glauben konnte oder auch nicht. Zudem machte er eine Interviewreihe mit Musikern wie New Model Army, CJ Ramone, Sepultura und Dog Eat Dog.

Er pflegte seinen Stil geschmackloser Pointenlosigkeit, den man entweder verabscheuen oder abfeiern konnte. Lassen wir deshalb ihm selbst das letzte Wort: The Wenner takes it all.

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Ganzseitiges Gesinnungsbeanzeigen

Was in der letzten Zeit in der Lokalpresse aufgefallen ist, und das muss man wohl Presseerzeugern eindringslichst sagen, sind diese wirren, wirren Anzeigen in eigner Sache, die inhaltlich Google und Facebook und Apple angreifen sollen, die aber kaum jemand der Leserschaft ganz versteht, geschweige denn in sein eigenes Werturteil aufnimmt. Ebenso ist auch kein Facebook-Nutzer beruhigter durch die ganzseitigen Facebook-Anzeigen in der Lokalpresse. Aber wenn sowas Depperten Geld kostet, die die Zeitung aufschlagen und ihre selbstgebuchten Anzeigen bewundern, wem schadet’s?

Da einem das Lokale vielleicht doch näher liegt als das Irgendwieglobalfacebookgetue, sei mal zur Kenntnis genommen, dass die Lokalpresse, diesen wirren, wirren Text kurz vor Weihnachten ganzseitig veröffentlicht:

Diffamierung, Behinderung und Ausgrenzung, Beschimpfung, Bedrohung und Inhaftierung von Presseleuten sind unerträglich alltäglich geworden in dieser Zeit. Populismus, Intoleranz und auflebender Rassismus spalten unsere Nation. Sie erzeugen Angst und schüren Egoismus.

Redet hier wirklich eine Lokalzeitung über ihre Heimatstadt?

Wir, die freie Presse,

Hahahahahahahahahahahaha!

widersprechen diesen zersetzenden Tendenzen ausdrücklich! Die Freiheit und Unabhängigkeit der Presse ist Fundament für die Freiheit unserer Gesellschaft!

Äh, nein, der Rechtsstaat ist Fundament der Freiheit der Gesellschaft, nicht irgendwelche Blätter, die dpa-Meldungen und Ortsvereinsjubiläen drucken.

Die Zeit ist unruhig. Dennoch, oder besser: Deshalb wünschen wir Ihnen und Ihrer Familie eine friedvolle Advents- und Weihnachtszeit! Wir danken für das uns entgegengebrachte Vertrauen und begegnen dem neuen Jahr 2020 voller Zuversicht und Mut!

Zuversicht und Mut, dass weniger unsere Redaktion verlassen als in 2019.

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