Lästige Freiheit

Ich hatte ja schon mal gemeint, dass es mit der kritischen Herangehensweise bei der IVZ so eine Sache ist. Immerhin kommt die Kritik an: Im Video zu diesem IVZ-Artikel wird dieses Blog erwähnt und der Hinweis dieses Artikels aufgenommen, dass Hagel neben der Zeitung Neues Deutschland auch in der Zeitung Junge Freiheit publiziert wurde.

Im Video wird gefragt, ob Hagel „diese Sachlage aufklären“ könnte. Eine merkwürdige Situation: Wird dem Befragten die Aufklärung der Sachlage vollständig überlassen? Was ist überhaupt „die Sachlage“? Wo ist denn hier das kritische Hinterfragen? Journalismus ohne Kritik dient doch nur noch dem Steigbügelhalten.

Und in diesem Sinne ist die IVZ-Berichterstattung ja gerade so ein Paradebeispiel:

Hagel räumt im Video die Publikation zweier Texte ein: Ein Mitarbeiter der Jungen Freiheit habe Texte von Hagels Internetseite genommen und in der Jungen Freiheit publiziert. Und danach sagt Hagel:

Jenseits dieser zwei Texte hat es dann dort keine Publikation gegeben.

Doch. Hat es.

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Takte unter Männern

Ein bisschen angesäuert ist man wohl noch bei der IFI: Da hat man mal in einer Sache einen plausiblen Aufreger, und dann fällt die Resonanz nicht so groß aus, wie man erwartet hat. Dass andere Parteien öffentlich nicht sonderlich auf das Thema der Stellenbesetzung für Öffentlichkeitsarbeit einsteigen, überrascht wenig: Stellenbesetzungen werden eigentlich nie öffentlich seitens der Parteien diskutiert. Sowas regelt man intern.

Und da man bei der IFI keine neuen Informationen hat, das Thema am Köcheln zu halten, wünscht man sich,

dass Ibbenbüren und seiner Wirtschaft ein „linkes Ding“ erspart bleiben möge.

Aber so links ist der Hagel gar nicht. Der schreibt ja offenbar auch für die Junge Freiheit.

Aktualisierung vom 21. Mai
Inzwischen diskutieren die Parteien die Personalie doch öffentlich.

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IVZ reagiert auf Kritik

Nachdem die IFI gestern erneut die IVZ kritisiert hat, reagiert heute die IVZ: Über eine Personalie der Stadt Ibbenbüren und die Kritik daran. Die Kritik an der IVZ ignoriert man bei der IVZ. Und auch bei den Äußerungen von Hagel kommt man nicht darauf, das irgendwie mal kritisch zu hinterfragen – gerade weil in seiner Position lokal Glaubwürdigkeit gefragt ist.

Hagel stellt es so dar, als sei seinerseits das Neue Deutschland als eine unter vielen Zeitungen von ihm mit seinem Artikel angeschrieben worden, womit es aus Leser Sicht als ein Zufall erscheint, das eben diese Zeitung den Artikel angenommen habe.

Dabei ist Hagel zumindest von 2003 bis 2010 regelmäßiger Autor der Zeitung Neues Deutschland gewesen. Anders herum schreibt der Chefredakteur des ND für Hagels Magazin. Er führt also 2007 ein Interview in Dessau-Roßlau und es kommt ihm erst nach dem Interview die Idee, dieses Interview auch im Neuen Deutschland unterzubringen?

Man hätte ja auch mal fragen können, wenn Hagel 2009 bei den Linken ausgetreten ist, ob das sein Text ist, der da im Dezember 2010 bei den Linken veröffentlicht wird – und wie das zusammen passt.

Das sind drei Aussagen, wo jeder kritische Journalist sofort nachhaken würde. Aus dem einfachen Grunde, dass kritische Journalisten schon aus Selbstschutz nicht alles glauben sollten, was ihnen erzählt wird.

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Ausstehende Stellungnahmen

Die IFI beschwert sich heute, dass knapp eine Woche nach ihrer öffentlichen Kritik an IVZ und Bürgermeister Steingröver von deren Seite keine Reaktion gekommen ist. Auch die Veröffentlichung eines IFI-Leserbriefes steht noch aus. Die Betitelung des Artikels der IFI mit „Kartell des Schweigens“ klingt vielleicht etwas nach einer Räuberpistole, aber im Kern ist die Beschwerde verständlich.

Wenn, wie die IFI berichtet, die IVZ bei den Betroffenen in Dessau-Roßlau angerufen hat, um die Richtigkeit der Darstellung der IFI abzuklären, kann man dies als ein Eingeständnis der IVZ ansehen, dass eine kritische Recherche dem Artikel über die Vorstellung Hagels gefehlt hat. Und insofern ist das Ausbleiben einer Reaktion auf die offene Kritik seitens der IVZ nur eines: Unprofessionell.

Vielleicht sollte man sich aber auch nur von der Vorstellung verabschieden, dass es sich bei Lokalzeitungen in Zeiten schwindender Leerschaft und geringer werdenden Werbeeinnahmen noch Platz für kritische Berichterstattung gibt. Aber dafür gibt es ja das Internet.

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