Bi us … anne Kiördelbiäke

Wollt ich doch grad in usen Appelhoff langssiet der Kiördelbiäke Appel afplücken. Die ganze graute Stadt is vull von Lüüd. Is Flohmarkt, seggt Eldekerks Mia, die ich dort getroffen heb. Flohmarkt, segg ik, watt wolln die ganze Lüüd mit diese Kram? Kann man doch biäter spenden vor die Lüüd in Bankock, da is ja veel water in die Stadt. De Water nimmt allet mit und wenn die Lüüd terug kommen, is nix mehr da. Biäter wärs, wenn die Kram in´n Frachtkist kümmt un dann nach Bankock hin.
Dann mutt ik nu in usen Appelhoff an Hoff. Ik mutt Appelkoken backen, morgen is Fisite bei usen Grootvadder in´t Olenhuus. He fret dat doch so gern.

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Computerhorchen

Ach, du liebes Bisschen! Ja, früher, da war das romantisch und so. Das war ja auch alles nur in Fernsehen. Da ritten die Amerikaner auf ihre gestriegelten Pferdchen durchs wilde Wasweissichnichstan und eroberten die Prärie. Das waren die Guten. Die Bösen waren die Eingeborenen. Die lagen Tag ein, Tag aus auf der Lauer um rumzuschießen und Leute zu überfallen. Humor hatte von denen keiner, da kannten die nix. Hab noch nie einen von denen mal lachen sehn. Nur überfallen und Büffelsuppe aufkochen.

Als dann die Eisenbahnen erfunden wurden, da lagen sie dann anne Schienen zu horchen. Da machten die Loks wohl sonnen Krach, dass sich das über die Schienen angekündigt hat. Das war quasi, wollmasagen, der Vorläufer vom Telefon. Nur halt noch Mono. Und wenn die Lok dann da war, wurde überfallen und abends auf den Erfolg wieder ordentlich Büffelsuppe getrunken. Und immer so weiter.

Ja, und nun hat da wohl einer zu lange in Berlin die alten Winnetou-Folgen sich reingepfiffen getan. Jetzt wollen die das hier einführen. So nen Bundesindianer. Der liegt dann anne Geräte und horcht ab, was da so abgeht. Nur weil der diese Telefonierabhörtechnik vor Jahrhunderten schon im Blut hatte. Die hamse dann über die Büffelsuppe weitervererbt. So wird das wohl gewesen sein. Dass das doch eigentlich kriminell ist, das stört die in Berlin gar nicht. Könnte man doch legal werden lassen, sagen se.

Na, hoch die Tassen. Irgendwann sind wir soweit, da werden sie uns  Büffelsuppe intravenieren. Aber lustig wird das nicht.

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Wie schlimm ist die Lage, Herr Nörgelmöller?

Heute hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass quasi Systemanbieter für Inhalte mithaften. Wenn demnach jemand bei Google ein Blog betreibt, muss sich Google mit Beschwerden befassen, die nicht direkt mit dem Bloginhaltszuständigen geklärt werden können. Wozu die Einleitung?
Es ist mir gelungen, eine zweite Figur für eine Kolumne auf Ibbtown zu gewinnen. Hubert Nörgelmöller ist Riesterling-Beauftragter der Trifi, der Vereinigung der trinkfesten Ibbenbürener. Nach ihrem verpassten Einzug ins Rathaus im vergangenen Jahr beobachtet man dort weiterhin mit Interesse das lokale politische Geschehen. Woran man sich stört – Hubert Nörgelmöller wird uns sicherlich in Kenntnis setzen!

Ach ja: Bei Beschwerden wie im Falle Knechthild bitte einfach eine E-Mail an mich ;-). Der Bundesgerichtshof will das so.

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Bi us … Westumgehung Laggenbeck

War ich doch heute mit Trecker in Büren einkaufen. Hab ja viel gesehn, als ich dort so rumgefahren bin. Inne Nordstadt wird mächtig abgerissen. Kommt ja n Klamottenladen hin, heb ich gehört aufn Stammtisch der Landfraun. Wir ham ja noch nicht genug in Büren.
Und dann bin ich noch schnell mal nach Laggenbecke getuckert. War doch heute die Inwiehen vonne K24n. Is ja viel losgewesen da, sogar usen Börgermester war dort. Ich bin dann mit mien Schlepper up de niege Dörpstraat van Laggenbecke gefahren. Einmal hin und torüch. Un dann mit die Schlepper up de Autobahn na Huus hen.
Kannst morgen in de Blatt wieterlesen. Ik moet slapen, de Trichinenkieker kummt um fiev!

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Dieter Jasper will wieder in den Bundestag

Mit kritischem Journalismus haben die Interviews nichts zu tun, die die IVZ in letzter Zeit über Dieter Jasper erstellt hat: Es sind Wohlfühlinterviews, bei denen ein Politiker nichts zu befürchten hat, bei denen der Interviewer keine kritischen Fragen stellt, nicht mal nachhakt und einfach nur mal fragt, wie sich der Interviewte so fühlt. Gefühle sind ja so in heutzutage.

Im April ist im Bundestag beschlossen worden, dass der Kohlebergbau nicht mehr gefördert wird. Nun könnte man Jasper fragen: „Was nun?“ Und? Wird wohl sowas gefragt? NEIN, nicht die Bohne. Im Gegenteil: Das wird noch nicht einmal angesprochen. Jasper meint, er werde sich weiterhin für die Kohle einsetzen. Weiterhin? Was soll das wohl heißen, wenn der Ausstieg beschlossen ist?

Jasper hat im Bundestag als einziger Parlamentarier gegen den Ausstieg aus der Steinkohlefinanzierung gestimmt. Aber das heißt nicht viel. Er hat zwar eine Rede zum Steinkohlefinanzierungsgesetz zu Protokoll gegeben, aber das bedeutet meistens eben nur: Die Rede wurde gar nicht erst gehalten.

Und auch das verwundert nicht weiter, denn auch in seiner eigenen Fraktion scheint Jasper kaum Rückhalt für irgendetwas zu haben: Zunächst wurde er nach seiner Doktortitelaffäre von seiner Fraktion als Redner gar nicht erst wieder aufgestellt. Als er dann doch noch zwei Mal ans Rednerpult durfte, fiel die Ankündigung durch Bundestagspräsident Lammert immer gleich aus: „Als letzter Redner zu diesem Thema…“ Die Fraktion lässt ihn, wenn überhaupt, nur noch als Letzten ans Rednerpult. Dann, wenn die Debatte schon zu Ende ist.

Wenn er dann mal redet, spricht er davon, dass der Arbeiter das wichtigste Kapital der Firmen sei und erntet etwas Gesinnungsapplaus aus den eigenen Reihen. Dabei wirkt der Satz zu gestrig wie zynisch: Wann waren Arbeiter so von „Rationalisierungen“ bedroht, wann als Menschen nur noch so ein Kostenfaktor für Firmen wie heute, in einer Zeit, in denen 80% der Beschäftigten mit ihrer Arbeit innerlich abgeschlossen haben?

Woran Jasper konkret arbeitet, das erfährt der Wähler nicht. Aber er weiß, dass Jasper ein Fahrrad in Berlin hat, mit dem er nicht fährt, dass er dauernd den Stadtführer für Besuchergruppen macht, dass er an einer Doppelkopfrunde teilnimmt, dass er nur einmal in Berlin im Kino war.

Wenn er den wirklich noch einmal antritt, dann kann er doch mal erklären, was er konkret macht. Was er konkret erreicht hat. Oder er könnte die vielen unbeantworteten Fragen zu seinem erkauften Doktortitel beantworten, die er versucht auszusitzen. Oder sollte man ihn besser wortwörtlich nehmen: Will er wirklich nur das Vertrauen der Wähler geschenkt haben?

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Bi us … Schweinemast

Bin grad an Kaffee trinken un hab das Volksblättken vor mir. Wird ja hier inne Ecke ein niege Schwienhukk gebaut. Hat ja wohl een Anligger op Gericht geklagt, wegen die Emigration und so. Alle wollen Grillfleesch un Worst un Fleesch ham, aber keener will dat Vieh in siene Naberschop ham. Wo sollen die ganzen Schwiene denn hin? Sollen die in Supermarkt hinter die Theke wohnen? Wie hebben 1300 Schweine in usen Stall. Da is nix mit Emigration un so. Die Schwien migriert nur upn Wagen von die Schlachterei. Es riecht n bitken in Stall, aber das is ja nich buiten. Up Land is nur gute Lücht.
So, nu muss ich mitn Trecker nach Büren fahrn, einkaufen.

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Bi us von´s Land … Strompreise?

Bin grad vonne Diele runter, muss ja noch Kartoffeln schäln fürs Mittagessen. Hab die Tage in Radio gehört, datt die Strompreise ja auch weer düür weren. Vor allen Dingen in die Gegenden wo die Buer so veele Pferde hat, solln die Preise für Strom ganz veel düür weren. Weil die durch den schlechten Sommer und so nich so viel Strom ernten konnten. Hab ich nicht wirklich verstanden, den Ansager in Radio.
Was haben Pferde mit Strom zu tun?

So, de Buer hat gerufen. Ich muss dann mal Kartoffeln schäln …

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Wat gifft dat denn Niees, Knechthild?

Siegfried Kauder hat letzte Woche gesagt, anonymenes Publizieren müsse in Deutschland aufhören. Hinter dieser Forderung steht sowohl ein merkwürdiges Rechts- wie Technikverständis: Das anonyme Verwenden technischer Dienste ist in Deutschland nach § 13 Abs. 6 TMG erlaubt und im Ausland auch. Demnach müsste in Deutschland eine Internetsperre erlassen werden, die Dienste, die anonymes Publizieren im Ausland ermöglicht, in Deutschland unerreichbar macht. Mir erscheint das so wenig sinnvoll wie machbar.

Auf Ibbtown bloggt nun jemand unter Alias und ich kann nur verraten: Ich bin’s nicht. Das erscheint vielleicht etwas merkwürdig, denn u.a. war ich es ja, der die Identität hinter Cebulon aufgedeckt hat. In diesem speziellen Fall ging es allerdings darum, dass das Pseudonym zur Verbreitung geschützter Information und zu persönlichen Angriffen verwendet wurde. Diese Kombination motivierte mich hinter das Pseudonym zu schauen. Das ist so wenig verboten wie das Verwenden eines Pseudonyms an sich. Und so kann auch jeder darüber spekulieren, wer Knechthild Dielenschiet wohl ist.

Ich für meinen Teil freue mich über eine zweite Stimme in dieser Umgebung, über Neues von’s Land und wünsche allen Lesern viel Spaß mit Knechthild!

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