Neu im Bücherschrank(27): Deborah Tanner — Laß uns richtig streiten

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Tja, mit so massen­tauglichen All­ge­mein­rat­ge­bern ver­hält es sich halt immer ähn­lich: Da wer­den ohne sauere Arbeitsweisen wilde Speku­la­tio­nen als all­ge­meine Wahrheit­en verkauft. Oder wie eine Kol­le­gin der Autorin kri­tisiert:

Tan­nens Buch, sagt Freed, “fes­tigt gle­ichzeit­ig neg­a­tive Stereo­typen von Frauen, entschuldigt Män­nern ihre inter­ak­tiv­en Ver­fehlun­gen und verz­er­rt durch Unter­lassen das ange­sam­melte Wis­sen unser­er Diszi­plin.” Während Tan­nen tat­säch­liche Fest­stel­lun­gen eines Forsch­ers bezüglich der Entwick­lung der sprach­lichen Inter­ak­tion zwis­chen Kindern genau zitiert, benutzt sie diese, um mit den Begriff des intrin­sis­chen Unter­schieds zwis­chen den Geschlechtern zu unter­stützen, während die eigentliche Forschung mehr Gemein­samkeit­en find­et. Ihre lesenswerten Anek­doten unter­stützen ungerecht­fer­tigte Ver­all­ge­meinerun­gen, die eth­nis­che Unter­schiede nicht berück­sichti­gen. “Für mich als amerikanis­che, jüdis­che Frau, die mit einem irisch-amerikanis­chen Mann ver­heiratet ist”, sagt Freed, ” ste­hen die Kon­stel­la­tion der Gesprächspart­ner­merk­male, mit denen ich lebe, völ­lig im Wider­spruch mit den von Tan­nen beschriebe­nen.” Sie weist auch darauf hin, dass Män­ner und Frauen in der Lage sind, miteinan­der recht gut zu kom­mu­nizieren, wenn sie miteinan­der umge­hen.

Es ist also keine fachgerechte Analyse indi­vidu­ellen Ver­hal­tens, auch keine spielerische Her­an­führung an kom­mu­nika­tive Ver­hal­tensweisen, son­dern Auf-Gut-Glück-Speku­la­tion. Den­noch war das Buch inner­halb weniger Tage aus dem Büch­er­schrank wieder ver­schwun­den. Gute Unter­hal­tung.

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