Neu im Bücherschrank(37): Anne Golon – Angélique

DSCF8234

Zugegeben wir sind immer noch beim hauseigenen Bücherschrankausmisten, aber danach soll die Reihe so weitergehen, dass frisch gelesene Schmöker sachkundig kritisiert ihren Weg in den Bücherschrank finden. Anne Golons Angélique, der Auftakt einer vielbändigen Frauen-anno-Tuck-Reihe hat sich irgendwie nicht dafür qualifiziert. Es entstammt zwar dem Bertelsmann-Verlag, aber ich glaube, das war kein Zwangskauf meines Vaters. Da er unsererseits aber in absehbarer Zeit nicht gelesen wird, kommt der Schmöker halt raus.

Vielleicht findet das Buch eben so schnell einen neuen Unterstand wie Liebe – Brot der Armen, aber gerade ist der Bücherschrank quantitativ und qualitativ gut bestückt. Eine Weile wird Angélique wohl noch in der Innenstadt bleiben.

Weiterlesen

Uni Münster entzieht zwei Jura-Promoventen den Doktorgrad

Irgendwie finde ich es ja merkwürdig, wenn man Zeitungsartikel über Plagiate liest, die selbst derartige ungekennzeichnete Übernahmen sind, wie z.B. dieser Text bei der WN oder dieser der Münsterschen Zeitung, die nur wenig erweiterte Versionen der Pressemitteilung der Uni Münster sind.

Auch sonst ist die Berichterstattung bei der WN eher im Ungefähren, wie dieser Vorbericht nahelegt:

Der Promotionsausschuss musste übrigens wegen Befangenheit umbesetzt werden. Mitglieder waren ursprünglich der betroffene Doktorvater, Prof. Holznagel als Prodekan der Fakultät, sowie Dekan Prof. Thomas Hoeren, Leiter des ITM. Er war der Zweitgutachter der beiden Doktorarbeiten.

Womöglich kommt die Information, dass Hoeren Zweitgutachter beider Doktorarbeiten gewesen sein soll, von der Seite vroniplag.

Dort finden sich allerdings drei von Holznagel begleitete Doktorarbeiten, bei denen Hoeren nur zweimal Zweitgutachter war. Und diejenige, von der die Münstersche Zeitung schreibt, dass ihr Verfasser gerade seinen Doktorgrad verliert, wurde eben nicht von Hoeren begutachtet. Sprich: Eine von beiden Darstellungen der Zeitungen stimmt nicht.

Plagiieren und spekulieren ist irgendwie nicht so eine gute Kombination.

Weiterlesen

Kaffeeprüttlesen mit der IVZ (2)

Wie meinte Klaus Rieping noch in Anlehnung an den Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG („Bild“) Mathias Döpfner vor kurzem:

Die Leistung eines Verlages liegt nicht im Bdrucken von Papier mit Farbe, sondern in der professionellen, aktuellen, journalistischen Aufbereitung der Nachrichten und Informationen in Text, Bild und nun auch Bewegtbild für verschiedene Medien.

Derweil der Verlag also der Aufgabe seiner Journalisten nachgeht, widmen diese sich weiterhin dem Kaffeeprüttlesen, um die Zeitung volldrucken zu können. Unter „Mehrheit findet Geruchsbelästigung in Uffeln akzeptabel“, einer „Umfrage zum Gutachten in Uffeln auf ivz-aktuell“ wertet man heute eine eigene Online-Umfrage aus, bei der wieder jeder Hinz und Kunz doppelt und dreifach abstimmen konnte.

Um an dieser Abstimmung teilnehmen zu können, musste man nicht wissen, worum es in diesem Gutachten ging, wo Uffeln liegt, und ob man irgendeine Ahnung von der Geruchsbelästigung in Uffeln hat. Man hätte auch Affen abstimmen lassen können.

Immerhin schreibt man bei der IVZ nicht mehr, unterschiedliche Personen hätten an der Umfrage teilgenommen, es ist nur von einer prozentualen Mehrheit bei 1455 Stimmen die Rede. Immerhin fast doppelt so viele Stimmen wie Uffeln Einwohner hat.

Der Artikel ist schon deswegen ein Beispiel gänzlich überflüssigen Journalismuses, weil er vorgaukelt, einer ernsthaften Debatte einen sachlichen Aspekt hinzufügen zu können. Dabei erfindet er allerdings nur ein Argument ohne wissen zu können, was es damit auf sich hat. Pure Spekulation.

Weiterlesen

Handarbeiten

Von wegen Häkeln. Meine Holde und ihr Frauenclub da haben schon seit längerem einen Sprachkodex. Wenn es um, Sie wissen schon, geht, dann wird übers Häkeln und Löcher stopfen geredet. Da schalten Männer sofort hörtechnisch ab. Aber haben Sie in letzter Zeit überhäufig Männer in Selbstgestricktem gesehen? Nein, nein, es ist hier zwar auch von Handarbeit die Rede, aber eher so von batterieunterstützter.

Dieses Wochenende ist nämlich Die moderne Hausfrau wieder in die gute Stube geflattert, und die ist moderner als Mann sich vorstellt. So ab Seite 170, also nach dem männerlangweilenden Wolle-, Putz- und Kochkram, da geht da richtig die Post ab:

DSCF8231

Das ist angelegte Gehirnwäsche für die Damenwelt, wenn Sie mich fragen:

Sie kennen ja das Sprichwort: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Doch wer zu früh kommt, den bestrafen die Frauen.“

Ja, habe ich denn damals bei Gorbi den Ton zu früh abgedreht, oder was geht ab? Da sind auch keine männlichen Nackedeis auf den Seiten, immer geht’s gegen uns:

Trifft „Er“ ihren G-Punkt wirklich?

Tief drin haben Sie das deutliche Gefühl, dass Sie „mehr“ verdient haben?

Geben Sie sich nicht mit „Kleinigkeiten“ zufrieden!

Der wartet gerne auf Sie!

Hänännänänäh! Isja gut! Da kriegen Sie es doch schon mit der Angst zu tun, wenn eine Frau in der Öffentlichkeit den Lippenstift rausholt. Und Sie dachten wohl wirklich, es ginge um eine 32jährige, die das Häkeln für sich entdeckt hat. Ja, genau.

Nee, ohne mich. Regt mich auch alles zu sehr auf. Ich geh nun erst mal in meinen Hobbykeller, da muss noch dringend ein Rohr poliert werden,

ihr Philibb

Weiterlesen

Knieleger

Schölölölöööööö, schöllö lölülülülü löööööö…

Meine Bayern haben’s wieder gemacht. Alles erste Sahne. Unterm Strich ne schöne Tour gehabt und Wetter vom Feinsten, was?! Nur Osna hat mich etwas verzweifeln lassen. Die wollten ja in der zweiten Halbzeit sich ums Verrecken nicht bewegen, kamen zu keiner Torchance. Die hätte ich gerne auf meinem 30€-Sitzplatz – was günstigeres kriegen Sie bei denen inner dritten Liga ja gar nicht mehr – über’s Knie gelegt.

Apropos: Meine Holde kam heute morgen schon wieder an, ich solle doch unsern Kindern gegenüber resoluter entgegen treten, mich weniger um Fußball kümmern, damit sie nicht immer die Böse ist. Auch mal über’s Knie legen und so. Sowas hätte ich doch früher so gut drauf gehabt. Nur deswegen wäre ich ihr auf Riesenbecker Zelt überhaupt aufgefallen. Hänänännänäh.

Aber Sie wissen schon, was ich da geantwortet habe:

Schölölölöööööö, schöllö lölülülülü löööööö…

ihr Philibb

Weiterlesen

Schutzwallerrichten

Ruft mich eben mein Nachbar Ingo an, wie dass den angeblich wohl käme, dass man Rasen übern Winter urwaldmäßig zuwuchert. Nee, nee, ich will natürlich nicht ausschließen, dass unser Gras grüner blüht als bei unserm Nachbarn, aber wuchern tut das wie woanders auch nicht übern Winter. Wie soll das auch gehen? Also zu mähen war da nix, aber bevor das dann gestern endlich mal los ging gen Osnabrück, musste ich natürlich noch das Rasengebiet absichern, dass mir keiner meine Sicherheitsanlage da entdeckt. Wer weiß, wozu die noch einmal gut zu gebrauchen ist.

Also habe ich da erstmal große graue Plastiktüten mit Papiergeschreddertem aus dem Büro aneinander geklebt, hab der Holden erklärt, das wäre Grasmahd, und an der Grasnarbe festgetackert. Also die Tüten jetzt. Der Holden dann noch erzählt die Grasmahd müsse in den Tüten trocknen und dürfe nicht erschreckt werden. Sicher ist sicher. Davor noch ein „Betreten verboten!“-Schild und ein „Anliegerinnen haften für ihre Kinder!“-Schild, die Grasfläche dann dreifach umzäunt mit einem CSI-Absperrband, was anderes würde die Holde ja auch gar nicht mehr als Gefahrenband erkennen.

Hinten im Garten war’s gestern also so sicher wie hinten beim VfL. Dafür war der vorne jetzt mal so gar nicht angriffslustig. Aber manchmal sollte man die Ruhe vor dem, sie wissen schon, Sturm einfach mal genießen,

ihr Philibb

Weiterlesen

Neu im Bücherschrank(36): Thyde Monnier – Liebe – Brot der Armen

DSCF8228

Tja, ich glaube der Zusatz „Liebe“ zu Le pains du pauvres ist etwas verfehlt und lässt das Buch zu verkitscht erscheinen. Dabei ist das bekannteste Werk der Autorin

die durch zwei Generationen führende Chronik der Familie Desmichels, ihres sozialen Niedergangs und Wiederaufstiegs, aber auch ihrer Leidenschaften unter der heißen Sonne Südfrankreichs. Der von seinem reichen Vater wegen seiner Neigung zur Tochter eines Scherenschleifers enterbte Antoine lebt mit seiner Frau Arnaude und seinen drei Söhnen kärglich aber blutvoll als Holzfäller und Kohlenbrenner auf dem Grand-Cap bei Toulon, bis der Weltkrieg schicksalhaft den Familienkreis sprengt und schließlich der heimkehrende jüngste Sohn Ollivier Sylvaine, die von ihm geliebte Tochter eines reichen Gerbereidirektors, heiratet. Diese zarte und innige Liebesgeschichte gehört zum schönsten der neueren französischen Literatur. Das umfangreiche Lebenswerk Thyde Monniers ist ein provenzalisches Gegenstück zu den Romanzyklen Balzacs, Zolas, Martin du Gards und Jules Romains.

Mehr über das Buch gibt es bei zeit.de zu lesen: „Ob du lachst, ob du weinst, es muß weitergehen…“.

Weiterlesen

Relegationstour

Gestern musste ich zu meinem Bedauern feststellen, dass mein Rückzugsgebiet im Garten vollständig durchnässt worden ist. Konnte ja keiner ahnen, dass da stetig so viel Wasser runterkommt. Jedenfalls ist das Zelt nach hinten abgesackt, außerdem müssen da Rehe dran genagt haben. Wo kommen die eigentlich her? Unterm Strich würde dann auch mein Flachbildschirm im Freien hängen. Nee, das Risiko wollte ich dann doch nicht eingehen.

Manno, war ich niedergeschlagen. Aber da rief mein Freund und Kneipenexperte Rudi an: „Was machste am Wochenende?“ – „Sieht nach nem Wochenende auf dem Sofa aus.“ – „Biste jeck? Komm wir machen ne Tour!“ – „Bei dem Wetter?“ – „Papperlapapp, wir tingeln von Fußballspiel zu Fußballspiel. Ist eh alles überdacht.“ – „Und was sagen wir den Frauen?“ – „Äh, große Radtour zum Regina-Testen durchs Emsland. Sobald die ‚Emsland‘ hören, schalten die eh ab.“

Gesagt getan. Und so sieht dann unsere Route aus: Heute Osna gegen Dresden, morgen Champions League in irgendeiner niedersächsischen Spelunke. Für Sonntag hat Rudi nichts richtiges gefunden, da sind wir bei den Minikickern von Tennis-Borussia Ostenfelde gegen den Nachwuchs vom SV Helm Belm. Der Verlierer kommt zurück in die Kita. Montag Rückspiel Lautern gegen Hoffenheim. Dienstag Rückspiel in Dresden und Mittwoch schießen Sportfreunde Lotte die Gekauften aus Leipzig weg. So ist der Plan.

Mal sehen, ob wir im Osten überhaupt zum Fußballgucken kommen. In Leipzig gibt es ja noch 24-Stunden-Kneipen, da musst du nur morgens um 7 mal kurz vor die Tür, damit die Putzfrau mal feucht durchwischen kann.

So, die Sonne traut sich gerade raus, da werde ich mal schnell zum Russen beim Marktkauf, ne Pulle Schluck besorgen. Man soll ja, sie wissen schon, viel trinken bei so warmen Wetter,

ihr Philibb

Weiterlesen