Morgenkaffee

Großes Kopfschütteln ist heute Morgen mal wieder:

Noch-mindestens-bis-zum-Finale-Bayern-Präsident Uli Hoeneß gibt so eine Art Beichte in DIE ZEIT ab. Ulrich Horn zweifelt an der Aufrichtigkeit dieses öffentlichen Bedauerns, denn:

Er sorgte sich, man könne ihm auf die Spur kommen.

Thomas Walde vom ZDF hat da auch eine interessante Interpretation:

Und Seehofer natürlich auch. Grandios aber auch:

Jürgen Habermas meint auch schon wieder was zur Lage Europas:

What is required is solidarity instead, a cooperative effort from a shared political perspective to promote growth and competitiveness in the euro zone as a whole. Such an effort would require Germany and several other countries to accept short- and medium-term negative redistribution effects in its own longer-term self-interest.

Europa ist also gerettet, wenn einfach nur irgendwer irgendwas mal akzeptiert.

Der Fefe des Tages: Bänker erklären, weswegen 1 Mio. £ Jahresgehalt unterm Strich wenig Geld sind. Muss man auch nur akzeptieren, um nicht die Kopf zu schütteln.

Und während ich mir die Frage stelle: Wenn man den Hoeneß bisher schon akzeptiert hatte, muss man dann das Akzeptieren einfach erweitern? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Morgenkaffee

Bei quer wundert man sich immer noch über die Prozessplatzvergabe des Gerichts beim NSU-Prozess: Der zuständige Notar meinte, er habe nur sporadisch kontrolliert. Na, dann.

Entwicklungsminister Dirk Niebel hat seit seiner Amtsübernahme 40 FDP-Mitglieder- und Mitarbeiter eingestellt. Guten Freunden gibt man ein Küsschen.

Das Innenministerium hat 150.000€ ausgegeben, um seine Bürger zu bespitzeln für den Staatstrojaner FinFisher – ohne zu wissen, ob dessen Einsatz gesetzlich erlaubt ist.

Und während ich mir die Frage stelle: Wollte die Merkel das nicht abstellen, dass man über seine Verhältnisse lebt? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Morgenkaffee

Peter Breuer hat die wichtigsten Teile von Rainer Brüderles Parteitagsrede zusammengeschnitten.

Aber schon gestern vermochte Daniel Pontzen für das ZDF heute-journal schon nicht mehr, die FDP für voll zu nehmen und bewertete Brüderles Auftritt als eine Mischung aus Propaganda und Fasnacht.

Stefan Niggemeier hört beim Spiegel auf, weil es nicht richtig gepasst hat.

Und während ich mir die Frage stelle: Verwechselt man bei der FDP eigentlich inzwischen Gesinnungsapplaus mit Überlegenheit? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Es gehört zu den Gepflogenheiten des Literaturbetriebs, den Leuten andauernd vorzugaukeln, es gäbe gerade aktuelle Bücher, die es wert seien, gelesen zu werden. Aus diesem Fahrwasser heraus ist die Spiegelbestsellerliste entstanden und es gibt tatsächlich Leute, die lesen immer nur irgendwas, das es auf diese Liste geschafft hat. Als ob man sich nicht etwas mehr Mühe bei der Auswahl von Lektüre geben könnte, wenn man schon vorhat, Stunden damit zu verbringen. Aber gut, irgendwie finanzieren diese Menschen mit dem Kauf dieser Schinken eben auch gute Literatur, die es nie auf diese Liste schaffen würden. Daher rege man sich nicht so auf.

Aber ab und an muss man auch mal auf andere merkwürdige Phänomene des Literaturbetriebs hinweisen. Da werden z.B. diverse Restbestände, zu denen es inzwischen Taschenbuchausgaben gibt, an Zweitverwerter abgegeben. Und so kommt es, dass ich mir heute in einem dieser Ein-Euro-Läden in Ibbenbüren Rainer Brambachs Gesammelte Gedichte, Oek de Jongs In der äußerten Finsternis, Urs Widmers Ein Leben als Zwerg und Jakob Heins Vielleicht ist es sogar schön angeschaft habe – für alles in allem 4€.

Also gehen Sie ruhig mal in diesen Laden, weitere Exemplare dieser Bücher und andere warten dort noch.

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Es sind nun kaum anderthalb Jahre vergangen, dass die IVZ angekündigt hat, dass ihre Inhalte bald kostenpflichtig sein werden und endlich kann man mal sehen, wie sie sich das vorgestellt haben: Mit Apps und einem ePaper. Was die Dienste mal kosten sollen, ist aber unklar. Ich hatte mich schon gewundert, weswegen man das Nörgelschild so langsam in den Ruhestand schickt, und nur noch die Nörgelmitteilung in schriftlicher Form unter die Artikel klatscht.

Das ePaper ist halt die normale Printausgabe der IVZ, wobei man sich schon fragt, wer den Mantel der Zeitung braucht, da steht eh nur drin, was vorher online allenthalben zu lesen ist.

Auch die Apps sind eher nach der Devise Alter Wein in neuen Schläuchen angelegt. Zumal man beim Thema Apps 2 Jahre hinterher hinkt. (Warum eigentlich? Und wer hat nochmal dieses iPad gewonnen?)

Interaktion? Weiterhin Fehlanzeige. Journalismus als vorgekautes Halbwissen. Spannend geht anders. Aber bunt isses.

Aktualisierung, 07. Mai

Die IVZ hat dann heute mal den Startschuss gegeben, worüber wir gestern schon geschrieben, und was wir verlinkt haben, und nennt die verstrichenen anderthalb Jahre „Vorbereitung“. Nee, is klar. Komisch nur, dass wir eher als die IVZ-Redaktion wussten, wo der Link zur Android-App ist.

Klaus Rieping zur Strategie der Verlages: „Die Kunden erwarten heute, dass Informationen auch in den digitalen Medien zur Verfügung stehen.“

Naja, vor allem erwarten die Kunden, dass die IVZ den Standard anderer Zeitungen nicht unterläuft, und fragen gerade deswegen nach einem vergünstigten Abo nur für einen Online-Zugang und nach einem breiteren und flexiblen Lokalnachrichtenangebot (inkl. Rheine und Emsdetten) – wie man es bei der NOZ vorfindet. Aber danach schaut es bei der IVZ gerade nicht aus.

Stattdessen wird derzeit nur ein Papier- und Online-Angebot für drei € mehr als das Papierabo, d.h. für unterm Strich 30,90€, in Aussicht gestellt. Aber wer braucht das schon? Vielleicht sollte man doch genauer hinhören, was die Kunden erwarten.

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Morgenkaffee

In den USA konnte sich eine Frau befreien, die jahrelang festgehalten wurde. Sie rannte aus dem Haus in die Arme eines afro-amerikanischen Nachbarns. Als der nach dieser Situation gefragt hat, meint er, es wäre klar gewesen, dass das hübsche Mädchen entweder obdachlos oder in größten Schwierigkeiten sein müsse – sonst wäre sie nicht zu einem Schwarzen rübergerannt.

Andrea Köhler beschäftigt sich mit der Internetwerbekampagne eines Seifenherstellers, das online für Furore sorgte.

Der Auftritt von NSU-Mitglied Beate Zschäpe wird allenthalben als zu wenig demütig kritisiert.

Und während ich mir die Frage stelle: Was für ein Auftreten den Kritikern wohl besser gefallen hätte? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Ja, upsalla, während unsereins fröhlich Schränke zusammengeikeat hat, rummste es in der Kommentarspalte des IVZ-Berichts zu den neuen IVZ-Formaten derart, dass sich scheinbar der IVZ-Geschäftsführer Klaus Rieping, jedenfalls der Benutzer eurofighter, der sich als Klaus Rieping bezeichnet, dazu Stellung nimmt. Seitens der Kommentatoren steht die verkappte Preiserhöhung eines IVZ-Abos, das auch Online-Angebote ernthält, auf 30,90€, die Bindung der Online-Angebote an ein Abo der gedruckten Zeitungsausgabe und das Nichtfunktionieren(!) der Apps auf gängigen Smartphones und Tablets in der Kritik.

eurofighter betont hierzu:

Die Leistung eines Verlages liegt nicht im Bdrucken von Papier mit Farbe, sondern in der professionellen, aktuellen, journalistischen Aufbereitung der Nachrichten und Informationen in Text, Bild und nun auch Bewegtbild für verschiedene Medien.

Na, mit der Argumentation steht er Norbert Tiemann ja in nichts nach. Die Leistung eines Verlages liegt im Ergebnis der Arbeit seiner Journalisten? Wollte er das wirklich sagen? Das ist ungefähr so verständlich, als wolle man sagen, die Qualität der Arbeit einer Verkäuferin bemesse sich an der Qualität der Cola, die sie mir verkauft.

Aus welchem Grund sollte der gleiche Inhalt in verschiedenen Medien unterschiedliche Preise haben?

Tja, aus welchem Grund kostet eine Blue-Ray-DVD mehr als eine normale DVD, obwohl sie denselben Inhalt haben? Na, vielleicht weil die Herstellungskosten höher sind?!

Wir bedienen nunmehr alle Interessen unserer Leser und User mit größtmöglicher Aktualität und Verfügbarkeit weltweit. Das hat seinen Preis. Wir meinen, ein Euro pro Tag ist da nicht zu viel.

Nun kostet die Zeitung im Abo durchschnittlich am Tag keinen Euro, sondern 1,09€, künftig 1,21€ – monatlich nicht 25€, sondern 30,90€. Aber so kann man natürlich auch unter den Tisch fallen lassen, dass gerade eine Preiserhöhung von 9% von statten geht: Indem man läppisch von einem Euro redet.

Die IVZ hat in den vergangenen Jahren erheblich in digitale Technik, Personal und Knowhow investiert; auch, um unabhängige lokale Berichterstattung künftig überhaupt weiter gewährleisten zu können. Print und Digital.

Die lokale Berichterstattung ist so gefährdet, dass sie überhaupt weiter gewährleistet werden muss? Meint er das ernst? Ich nenne mal das Magazin Mittendrin, das Stadtjournal, die Wirin, Heimspiel online, Ibbpunkt, die Osnabrücker Sonntagszeitung – ganz zu schweigen von all den Internet- und Facebook-Seiten. So viel war noch nie da. Wenn es irgendetwas gibt, dass gerade nicht gefährdet ist, dann lokale Berichterstattung.

Mir ist kein lokaler Zeitungsverlag unserer Größe in Deutschland bekannt, der vergleichbare Leistungen so günstig anbieten kann.

Klaus Rieping, IVZ-Verlagsgeschäftsführer

Mir schon.

Und das sogar im Münsterland: Die Borkener Zeitung verkauft ein ePaper-Abo für 21,50€. Das Abo der Wetzlaer Neuen Zeitung kostet 23,30€, das der Wilhelmshavener Zeitung kostet 22,20€, das der Oldenburger Zeitung kostet 20€, das vom Delmenhorster Kreisblatt 17,50€, das Stader Tageblatt 17€, die Peiner Allgemeine möchte 16€ für ein ePaper-Abo haben und das ePaper des Iserlohner Kreisanzeigers und Zeitung bekommt man sogar schon für 14,50€.

Auf Anhieb habe ich überhaupt keine Zeitung mit vergleichbarer Auflage gefunden, deren Bezugsmöglichkeiten eines Online-Zugangs so teuer war wie der der IVZ. Zugegeben: Bei einigen Zeitungen ist der Online-Zugang bei zusätzlicher Bestellung der gedruckten Ausgabe ebenso teuer, manchmal 1€ im Monat teuerer. Einerseits ist fraglich, wer beides bestellen möchte, andererseits kann man ein Abo künftig problemlos dreiteilen: Eine Person nutzt die gedruckte Ausgabe, eine die App auf dem Tablet und eine das ePaper. Da kann so manches Abo gespart werden. Aber ob die IVZ das wollte?!

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