+ Ernst Klee (1942–2013)

Es war schon immer sehr ungewöhn­lich, dass da eine Schule nach einem Leben­den benan­nt wurde, sowas machte man früher ja nur beim Führer, aber bei Ernst Klee war diese Ehre immer berechtigt: Er war der erste, der detail­re­ich doku­men­tierte, wie sich die Kriegsver­brechen nach Beendi­gung des Zweit­en Weltkriegs weit­ergin­gen. Ein mutiger, der Wahrheit verpflichteter Jour­nal­ist mit großem Ver­di­enst um die deutsche Kriegsa­u­far­beitung.

Lesetipps

Deutsche Medi­zin im Drit­ten Reich
Zeit.de: His­torik­er Ernst Klee ist tot
taz.de: Ein Aufk­lär­er ersten Ranges
Guardian: Ernst Klee orbit­u­ary

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Blenden und abschrecken

Bevor Sie jet­zt den Kopf schüt­teln: Weiß ich sel­ber, dass CDs nicht die Bohne Rehe vertreiben, wenn man nicht ger­ade ver­sucht, sie stapel­weise damit abzuschmeißen. Die laufen ja auch gegen Autos mit Schein­wer­fer an. Ja, wenn ich nicht Rehe vertreiben wollte, wen den dann? Röööchtöööööch.

Nach der let­zten Woche musste ich mir eben was ein­fall­en lassen, um wenig­stens daheim für ein paar Stun­den Ruhe zu find­en. Also habe ich über Pfin­g­sten ein­fach mal den Garten mit dem Kärcher mal­trätiert und da schön Löch­er in die Beete geschossen. Das wären plattdeutsche Wil­drehe aussm Fis­beck­er Forst gewe­sen. Dann habe ich da noch eine Kuh­le den Rasen­rand längs aus­ge­hoben und gemeint, ich schütze so das Haus vor Über­grif­f­en durch usam­barische Gebirgsla­mas, die da ger­ade aus dem Wildge­hege Saer­beck ent­flo­hen seien. Die sprän­gen halt nicht über Kuhlen, weil denen son­st das Genick bricht, habe ich mein­er Hold­en verk­lick­ert. Ich musste da das Stromk­a­bel ein­fach her­legen. Die CDs in den Bäu­men sind so eng­maschig aufge­hängt, dass man von der Terasse vor Glitzern gar nicht mehr sehen kann, was ich da eigentlich mache. Ja, und das Zelt am Ende des Gartens schützt offiziell vor Lamaspucke, wenn die am Garten ent­langziehen.

Meinen Flach­bild­schirm werde ich mir davor in den Baum hän­gen. Außer­dem haue ich da in die Kuh­le am Sam­stag noch schön Balkonkästen mit Eis und Wass­er rein, die mir mein Bier schön kühlen, wenn ich da diese Woche Cham­pi­ons League gucke. Bis dahin sollte dann auch der kurz­schüs­sige Lichtschranken­spren­kler, den ich auf die Ter­rassen­tür aus­gerichtet habe, funk­tion­ieren — so als Not­fal­l­la­ma, falls die Holde mal unpassend auf die Terasse rauskom­men sollte.

Alles notwendi­ge Schutz­maß­nah­men, ich sage es Ihnen: Denn jede noch so atmo­sphärische Fußball­spiel­stim­mung kann meine Holde mit ihrem immer wiederkehren­den Wer spielt da? Für wen bist du? Was müssen die jet­zt tun? Wer sind die Män­ner in gelb? Wo spie­len die? Hast du die braune Tonne schon an die Straße gestellt? ziel­sich­er versenken.

Näch­ste Woche geht’s ja gle­ich weit­er: Da zieht ange­blich die west­ben­galis­che Wat­twurmwan­derung unterirdisch an Ibben­büren vor­bei. Machen die ganzen Wurzeln kaputt. Da gehst du auch am besten mit in den Rasen einge­grabene Vuvuze­las bei, so West­ben­ga­los sollen ja dieses Geräusch nicht abhaben kön­nen. Und die Dinger werde ich mal vorher rück­sichtsvoll austesten, ob die’s auch tun. So unge­fähr wenn das DFB-Pokal-End­spiel ist, draußen im Zelt.

Es kann der Frömm­ste nicht in Frieden leben, na, Sie wis­sen schon,

ihr Philibb
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