Uni Münster entzieht zwei Jura-Promoventen den Doktorgrad

Irgendwie finde ich es ja merkwürdig, wenn man Zeitungsartikel über Plagiate liest, die selbst derartige ungekennzeichnete Übernahmen sind, wie z.B. dieser Text bei der WN oder dieser der Münsterschen Zeitung, die nur wenig erweiterte Versionen der Pressemitteilung der Uni Münster sind.

Auch sonst ist die Berichterstattung bei der WN eher im Ungefähren, wie dieser Vorbericht nahelegt:

Der Promotionsausschuss musste übrigens wegen Befangenheit umbesetzt werden. Mitglieder waren ursprünglich der betroffene Doktorvater, Prof. Holznagel als Prodekan der Fakultät, sowie Dekan Prof. Thomas Hoeren, Leiter des ITM. Er war der Zweitgutachter der beiden Doktorarbeiten.

Womöglich kommt die Information, dass Hoeren Zweitgutachter beider Doktorarbeiten gewesen sein soll, von der Seite vroniplag.

Dort finden sich allerdings drei von Holznagel begleitete Doktorarbeiten, bei denen Hoeren nur zweimal Zweitgutachter war. Und diejenige, von der die Münstersche Zeitung schreibt, dass ihr Verfasser gerade seinen Doktorgrad verliert, wurde eben nicht von Hoeren begutachtet. Sprich: Eine von beiden Darstellungen der Zeitungen stimmt nicht.

Plagiieren und spekulieren ist irgendwie nicht so eine gute Kombination.

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Kaffeeprüttlesen mit der IVZ (2)

Wie meinte Klaus Rieping noch in Anlehnung an den Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG („Bild“) Mathias Döpfner vor kurzem:

Die Leistung eines Verlages liegt nicht im Bdrucken von Papier mit Farbe, sondern in der professionellen, aktuellen, journalistischen Aufbereitung der Nachrichten und Informationen in Text, Bild und nun auch Bewegtbild für verschiedene Medien.

Derweil der Verlag also der Aufgabe seiner Journalisten nachgeht, widmen diese sich weiterhin dem Kaffeeprüttlesen, um die Zeitung volldrucken zu können. Unter „Mehrheit findet Geruchsbelästigung in Uffeln akzeptabel“, einer „Umfrage zum Gutachten in Uffeln auf ivz-aktuell“ wertet man heute eine eigene Online-Umfrage aus, bei der wieder jeder Hinz und Kunz doppelt und dreifach abstimmen konnte.

Um an dieser Abstimmung teilnehmen zu können, musste man nicht wissen, worum es in diesem Gutachten ging, wo Uffeln liegt, und ob man irgendeine Ahnung von der Geruchsbelästigung in Uffeln hat. Man hätte auch Affen abstimmen lassen können.

Immerhin schreibt man bei der IVZ nicht mehr, unterschiedliche Personen hätten an der Umfrage teilgenommen, es ist nur von einer prozentualen Mehrheit bei 1455 Stimmen die Rede. Immerhin fast doppelt so viele Stimmen wie Uffeln Einwohner hat.

Der Artikel ist schon deswegen ein Beispiel gänzlich überflüssigen Journalismuses, weil er vorgaukelt, einer ernsthaften Debatte einen sachlichen Aspekt hinzufügen zu können. Dabei erfindet er allerdings nur ein Argument ohne wissen zu können, was es damit auf sich hat. Pure Spekulation.

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