Alfred Bekker – Der Teufel von Münster

Der Teufel von Münster Ich bin doch einigermaßen positiv überrascht von dieser Mischung aus Regionalkrimi und Mysterygeschichte. Bekker schreibt spannend und unterhaltsam, und mit dem Lokalkolorit ist Bekker auch gut dabei. Dabei fällt die psychologische Seite etwas lasch aus, einige Logikbrüche sind zu verzeichnen, der Kommissar ist erstaunlich limitiert und zum Ende geht der Geschichte die Luft aus. Aber bis dahin wird man gut unterhalten. Nur wieso das Buch „Der Teufel von Münster“ heißt, ist mir nicht klar geworden.

Zur Geschichte: Kommissar und Kriminalpsychologin untersuchen eine Mordserie zwischen Telgte, Ladbergen und Kattenvenne. Als ob das noch nicht skuril genug wäre, bekommen sie Unterstützung von einem ihrer Patienten, der sich für eine Sagengestalt hält. Allerdings scheint er ab und an mehr zu sehen als die Ermittler.

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Sabine Schulze Gronover – Todgeweiht im Münsterland

Morgenkaffee Ja, Sie ahnen es schon, wir sind bei der Trash-Literatur unter den Münsterlandkrimis gelandet:

Todgeweiht im Münsterland ist die wirre, logikstrotzende Geschichte um einen Lektor, dem eine Dahergelaufene zuraunt, er werde gleich sterben, was er vertrauensvoll hinterherrendend erst einmal glaubt, dann wird er fast erschossen, was seine Begleitung belustigend findet, und eine Familienmordgeschichte gilt es auch noch zu lösen. Das allesamt ist albern, metaphernüberladen („Der einzige Ausgang war uns versperrt. Es gab noch zwei völlig verstaubte kleine Fenster, die höhninsch auf uns herabzublicken schienen, denn mit gefesselten Händen gab es keine Möglichkeit, diese Oberlichter zu erreichen.“) geschrieben und nimmt sich zu ernst, als dass es als Trash schon wieder gut wäre. Und das Münsterland wird auch nur namedroppend verwendet. Naja, immerhin wird hier nicht versucht, fernsehformatig für Unterhaltung zu sorgen.

Allerdings fehlt der Autorin genau das, was dem Roman (Leseprobe) fehlt: Ein vernünftiger Lektor.

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Stefan Holtkötter – Landgericht

Morgenkaffee An Münsterland-Krimis gibt es ja inzwischen eine Vielzahl. Auch der geborene Münsterländer und Wahl-Berliner Stefan Holtkötter möchte in diesem Fahrwasser mitschwimmen: Ein Student wird auf dem Bahnhof der fiktiven münsterländischen Stadt Gertenbeck zusammengeschlagen und getötet. Es kommt zur Gerichtsverhandlung. Doch Zweifel an den vermuteten Tätern wachsen und so wird die Geschichte aus der Sicht des Opfers und des zuständigen Kriminalkommissars aufgearbeitet.

Die Geschichte ist sprachlich nicht schlecht erzählt, krankt allerdings an fehlender Spannung und ausbleibendem Tiefgang, den vorhersehbaren Wendungen und der unverständlichen Auflösung. Man hätte auch die Ortsnamen an Trier anpassen können und es einen Trierer-Land-Krimi betiteln können. Ein Formatkrimi wie ein durchschnittlicher Tatort.

Ein Interview mit dem Autor gibt es bei litBorken. Und wem’s gefällt: Im September kommt der nächste Krimi des Autors.

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Neu im Bücherschrank(40): Gustav Teichmüller – Meine Reise in den Himmel

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Fälschlicherweise wird dieses Büchlein gerne Immanuel Kant zugeschrieben, wie der Verlag, der diese Ausgabe herausgebracht hat, es auch tut. Es stammt aber von Gustav Teichmüller und handelt von Kant, der in den Himmel kommt, dort mit seinen philosophischen Kollegen in Dispute kommt, alle samt und sonders verliert, und beschließt wieder auf die Erde zu gehen, um unsterblich zu sein. Harmloser Quatsch, der Werk und Wirkung Kants nicht gerecht wird.

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news.ibbtown.com: Nachichten aus Ibbenbüren

Zum Ende der öffentlich zugänglichen Internetaktivitäten der IVZ meinte Klaus Rieping, die IVZ habe

in den vergangenen Jahren erheblich in digitale Technik, Personal und Knowhow investiert; auch, um unabhängige lokale Berichterstattung künftig überhaupt weiter gewährleisten zu können.

Ich habe mich damals schon gewundert, wie flapsig übergangen wird, dass es auch lokale Berichterstattung in Ibbenbüren auch außerhalb der IVZ gibt – und das nicht zu knapp. Ich habe nun eine Seite erstellt, die solche Nachrichten, sofern sie per RSS-Feed ins Internet gestellt werden, verlinkt oder gleich direkt wiedergibt:

news.ibbtown.com.

Aufgenommen werden Nachrichtenquellen aller Art, auf die Startseite gelangen sie, sofern sie einräumen, die Inhalte ihrer Feeds anzuzeigen. Ansonsten findet man die Überschriften ihrer neuesten Artikel im Ticker.

Das Portal wird werbefrei und unparteiisch betrieben. In den jeweiligen Rubriken steht der Artikel zu oberst, der zuletzt veröffentlicht wurde. Und damit: Gute Unterhaltung mit Nachrichten rund um Ibbenbüren aus über 60 Quellen!

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Fremdstadthysterie

Amsterdam ist immer eine Reise wert, das sage ich Ihnen mal. Ist eigentlich egal, wie das Wetter ist, ich mag es selbst bei Regen durch die Straßen zu flanieren, über die Grachten, an der Amstel entlang, alles ist so herrlich entspannt. Nur einen Fehler sollten Sie nicht machen: Ihre Holde mitnehmen.

Mensch, was war die wieder am Zetern: Die Bürgersteige wären unbegehbar, man würde dauernd über Fahrräder stolpern, die Fahrradfahrer hätten keine Helme auf, wo gäb’s denn sowas. Der Regen fiele schiefer als zuhause und da fahren Straßenbahnen! STRASSENBAHNEN! Keine Hysterie, die ihr nicht spontan einen Trip verpasst hätte.

Nicht mal das Alicia-Keyes-Konzert am Abend konnste so genießen. Da habe ich mir hinterher dann ein Spässken gemacht. Sind wir noch so inne Kneipe und ich so zum Barkeeper, er solle ihr mal ein Drommelsch einschenken. Bier können die Holländer ja, da gibt’s nix. Heineken ist kalt sehr erfrischend, und Grolsch echt lecker für ein Industriebier. Nur Drommelsch, das ist so als würden Sie einem Fremden vom deutschen Bier vorschwärmen und setzen Ihm dann ein Köpi vor. Oder ein Paderborner. Oder ein Osnabrücker. Geht gar nicht. Der Jantje guckt mich auch an, als ob ich ihn vereimern wollte und ich aber so, nee, das soll so, gebe ihm einen 20er und er macht sich auf zum Büdchen, eine Dose holen.

Mensch, was konnte ich auf einmal das Gefluche meiner Holden genießen, die an ihrer abgestandenen Plörre nippte, während ich mein kühles Grolsch die Kehle runtergleiten ließ. Unbezahlbar. Jetzt muss ich aber weiter, da warten noch, Sie wissen schon, ein paar Freunde auf mich,

Grolsch

ihr Philibb

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