Abgeholt werden

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Das passt ja wieder schön zueinander. Das Autohaus Simon veranstaltet abermals eine Akademie oder wie immer deren Redewese diesbezüglich auch ist und der eingeladene Referent doziert über ein angebliches Kaufverhalten heutiger Kunden. Die Quint-Essenz ist so etwas wie: Kunden informieren sich vor dem Kauf eines Produktes über die Qualität des Produktes und fragen andere, die das Produkt gekauft haben, was sie davon halten. Ganz neues Verhalten, würde ich auch sagen. Und weiter:

Moderne Services orientieren sich am gesamten Kaufprozess und holen den Kunden stets dort ab, wo er sich gerade befindet. Das gilt für externe Kanäle wie Facebook, YouTube und Twitter genauso wie für eigene Kanäle wie Blogs, Foren oder Chats. So wirken Services im Kaufprozess umsatzfördernd.

Kürzt man da alle PR-Metaphorik raus, geht es im Kern nur um ein einlullendes Verkaufsgespräch, das man anstreben soll. Interessanter Weise meint man beim Dummy-Magazin bezüglich der Ausrichtung genau das Gegenteil:

„Den Leser dort abholen, wo er steht“: Dieses schaurige Bild wird von Medienleuten gern verwendet, um ihre Arbeit zu beschreiben. Das heißt: Bitte nur das liefern, was nicht weh tut, nicht aufregt, nicht zum Nachdenken anregt. Der Leser, diese volatile Kreatur, darf nämlich nicht zu sehr gefordert werden, sonst kündigt er womöglich das Abo. Wir haben in den vergangenen zehn Jahren genau die gegenteilige Erfahrung gemacht.

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Neu im Bücherschrank(45): Susanne Fröhlich – Moppel ich

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Ungelesen ausgemistet. Ich habe die Autorin damals rund um den Moppelhype auf der Frankfurter Buchmesse auf einer Bühne gesehen. Da war ich dann doch sehr überrascht, dass die Dame auf der Bühne kaum noch was mit der Dame auf dem Cover des Buches gemeinsam hatte. Als Diätvorbild taugte sie jedenfalls optisch nicht mehr so ganz. Da habe ich auch auf eine Lektüre gänzlich verzichtet.

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Reinhold Hemker zur Bundestagswahl vor Ort: Rolle des Kümmerers vernachlässigt

1. Der SPD-Kandidat Jürgen Coße hat die Direktwahl gegen die CDU-Kandidatin Anja Karliczek im Wahlkreis Steinfurt III deutlich verloren. Coße führte als Grund für sein schlechtes Abschneiden verglichen mit der BTW 2009 an, dass Sie 2009 keinen grünen Mitbewerber hatten. Die SPD Ibbenbüren spricht von einem Merkel-Sog, gegen den nicht angekommen worden wäre. Überzeugen Sie diese Erklärungen?

hemkerReinhold Hemker: Die Gründe für den Wahlausgang auch im Wahlkreis 128 sind natürlich komplexer. Es ist zum Beispiel nicht gelungen, deutlich zu machen, dass die von Sozialdemokraten in der Zeit der Rot-grünen Koalition und dann auch in der Großen Koalition vertretene Finanz-, Sozial- und Wirtschaftspolitik eine der wesentlichen Grundlagen dafür war und ist, die zu der vergleichsweise guten Situation in Deutschland geführt hat.

Da hilft es natürlich kaum, wenn vorwiegend darauf gesetzt wird, dass nur mit der SPD die notwendigen und richtigen Reformen zum Beispiel in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Finanzen, Energie und auch internationale Entwicklung möglich sind. Die Rolle des Kümmerers wurde dabei vernachlässigt.

2. Im Wahlkreis Steinfurt III traten zwei Bewerber an, die zunächst beide wenig bekannt waren. Anja Karliczek löste das Problem, indem sie viel Präsenz bei diversen Veranstaltungen zeigte, auch wenn sie inhaltlich nicht herausragen konnte. Die Mitbewerberin der Partei Die LINKE, Kathrin Vogler, spricht davon, Karliczek habe einen unpolitischen, emotionalen Wahlkampf geführt, was die Wahlkampfleiterin Karliczeks „Sympathiewahlkampf“ nennt. Kann man mit einem Wahlkampf, der auf Inhalte zielt, vor Ort keine Wahl mehr gewinnen?

Reinhold Hemker: Inhalte und Person waren und sind nie voneinander zu trennen. Die von den Kandidatinnen und Kandidaten vertretenen Inhalte und Programme müssen glaubwürdig, schlüssig und verständlich vertreten werden.

Das ist Frau Karliczek offensichtlich auch durch ihre offene Art und auch durch die manchmal zugegebene mangelnde Kenntnis in Detailfragen als Erstbewerberin im Wahlkreis gelungen. Ich hatte bei dem, was ich in den Aussagen in den Medien wahrgenommen habe, nicht den Eindruck, dass sie die Vermittlung der inhaltlichen Aussagen vernachlässigt hat.

Ich habe in den Jahren meiner parlamentarischen Tätigkeit auch immer versucht, die zu vertretenen Inhalte mit meinem Leben und damit meiner Person in Einklang zu bringen. Ich glaube, dass die Bürgerinnen und Bürger, die zur Wahl gehen, das auch für richtig halten.

3. Die im Bundestag vertretenen Parteien äußern derzeit klar, mit wem man nicht koalieren will, aber nicht, mit wem man gerne koalieren würde. Was für eine Lösung erwarten Sie und welche Zukunftsaussichten denken Sie, hat dieses Projekt?

Reinhold Hemker: Es geht bei der Regierungsbildung und der anschließenden Regierungsführung immer darum, die richtigen und möglichst guten Lösungen für die Kernaufgaben bei der Gestaltung der Zukunft zu finden. Und das muss immer mit Blick auf die global zu gestaltende Welt geschehen.

Das wird jetzt auch Messlatte sein dafür, welche Entscheidungen für eine Regierungsbeteiligung möglich sein können. Es würde also bei Koalitionsverhandlungen für die SPD darum gehen, ob die wesentlichen Inhalte und Ziele des Wahl-und Regierungsprogrammes bei einer etwaigen Regierungsbeteiligung um-und durchgesetzt werden könnten.

Es muss natürlich auch geprüft werden, ob eine konstruktiv-kritische Arbeit als größte Oppositionsfraktion im Bundestag in der jetzigen Situation nicht besser wäre. Zum jetzigen Zeitpunkt eine bestimmte Koalition zu favorisieren wäre völlig falsch. Die von mir gewünschte Koalition ist leider nicht möglich.

Dr. Reinhold Hemker saß für die SPD als Vertreter des Wahlkreises Steinfurt III von 1994 bis 2009 im Deutschen Bundestag.

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Live-Ticker zur Bundestagswahl 2013

20:21 Uhr Anja Karliczek toppt mit 47,95% das Ergebnis von Dieter Jasper um 4,6%, was das beste Ergebnis eines CDU-Bewerbers seit 30 Jahren ist, und zieht mit deutlichem Vorsprung vor Jürgen Coße mit 36,48% direkt in den Bundestag ein. Für die SPD ist das schlechteste Ergebnis eines SPD-Bewerbers in diesem Wahlkreis seit 1990 eine krachende Niederlage. Die Wähler haben es offensichtlich abgelehnt, einen Bewerber, der nicht im Wahlkreis wohnt und hier kaum bekannt ist, zu wählen.
20:15 Uhr Anja Karliczek gewinnt in Ibbenbüren mit 45,3% klar vor Jürgen Coße mit 40,7%. Die Wahlbeteiligung liegt bei 75,1% etwas über dem Bundestrend.
20:00 Uhr Für den Spott braucht man nicht zu sorgen: www.istdieFDPnochimBundestag.de
19:45 Uhr Auch in Ibbenbüren liegt Anja Karliczek mit 45,2% klar von Jürgen Coße mit 40,8%.
19:43 Uhr Christian Steiffen liegt derzeit in der OB-Wahl in Osnabrück mit 3,6% deutlich vor Robert Seidler von der FDP.
19:38 Uhr Nach 170 ausgezählten Wahlkreisen sieht es nach einem überraschend hohen Sieg für Anja Karliczek aus. Sie hat bisher 48% der ausgewerteten abgegebenen Stimmen erworben.
19:18 Uhr Auch nach 120 von 226 der ausgezählten Wahlkreise führt Anja Karliczek deutlich mit 48% vor Jürgen Coße mit 36%.
19:07 Uhr Nach 14 von 51 Wahlkreisen führt Anja Karliczek in Ibbenbüren.
19:05 Uhr Erste Hochrechnung bei der Osnabrücker Oberbürgermeisterwahl: Griesert von der CDU knapp vorne, Kalla Wefel bei 11,8%, Christian Steiffen bei 6,8%.
18:56 Uhr Angeblich sind in der Grundschule in Tecklenburg kurz vor Schluss die Wahlzettel ausgegangen.
18:25 Uhr Die allererste Meldung kommt aus Ostenwalde: Anja Karliczek gewinnt mit 77%.
18:00 Uhr Die erste Prognose für den Bund ist raus, AfD nahe am Einzug in den Bundestag, FDP nahe am Rausflug. Kann sich alles noch ändern.
17:59 Uhr Auch Christian Steiffen, der in Osnabrück sich für das Amt des Oberbürgermeisters bewirbt, hat gewählt und seine Stimme in so etwas wie einen Mülltomme geschmissen.
17:57 Uhr Die Ergebnisse der U18-Bundestagswahl 2013 sind da.
17:45 Uhr So, noch eine Viertelstunde und wir bekommen eine erste Prognose, wenn die Wahllokale schließen. Im Wahlkreis Steinfurt III zeichnet sich beim direkten Ticket in den Bundestag ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Anja Karliczek von der CDU und Jürgen Coße von der SPD ab. Beide hatten im Wahlkampf mit den Handicaps zu tun, dass man inhaltlich wenig auf der Pfanne hatte bzw. namentlich nicht sonderlich bekannt war. Daran hat sich im Wahlkampf wenig geändert, allerdings war Karliczek frühzeitig auf jeder Katzenkirmes anzutreffen. Wessen Strategie entscheidend besser war, um Dieter Jasper zu beerben, werden wir bald erfahren.

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Neu im Bücherschrank(44): Heinz Commer – Die Unersetzlichen

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Ja, und während andernorts Marketingleiterinnen wegen Verwendens von Peudonymen aus Gruppen ausgeschlossen werden, kümmern wir uns mal lieber um’s Alltagsgeschäft und misten erst einmal weiter aus. Diesmal trifft es Heinz Commers Die Unersetzlichen – Ein Buch für Gehaltsempfänger. Hierbei handelt es sich um eine Anleitung, durch die der sich dafürhaltenden Unersetzliche

trefflich in der Lage [ist], politische oder internationale, freilich auch betriebliche Verschwörungen zu initiieren, denen Commer in seinem Buch breiten Raum gibt.

wie man anno Tuck bei der Zeit schrieb. Na, dann.

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Gewinnspiel: Christian Steiffen

Am 12. Oktober stellt Christian Steiffen erstmals der Öffentlichkeit sein allererstes Album Arbeiter der Liebe vor. Und wir lassen uns nicht lumpen und veranstalten ein kleines Gewinnspiel.

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Zu gewinnen gibt es:

1. Preis 2 Karten für das Christian-Steiffen-Konzert am 12.10. 2013 in der Kleinen Freiheit in Osnabrück.
2. Preis Die Maxi-CD von Christian Steiffen mit den Welthits Ich hab die ganze Nacht von dir geträumt, Sexualverkehr, Ich fühl mich Disco und Eine Flasche Bier.
3. Preis Das Buch „Zweierkisten“ von Meike Winnemuth und Peter Praschl aus unserer Bücherkiste. War nix anderes mehr da.

Wie kann man teilnehmen?

Teilnehmer können Lose erwerben, aus denen ein Gewinnerlos gezogen wird. 1 Los gibt es für jeden, der einen Kommentar hier hinterlässt, 2 Lose für einen Facebook-Beitrag „Ich möchte zum Steiffen http://ibbtown.com/13632“ (Text darf angepasst werden, Link muss bleiben) und 3 Lose für einen Blogbeitrag, der auf diese Seite verweist. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Das Gewinnspiel endet am 30. September um 23:59 Uhr. Gewinner werden benachrichtigt. Viel Glück!

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Amsterdam Klezmer Band, Zakk, 4.9.2013

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Pas­send zum jüdi­schen Neu­jahrs­fest gas­tierte die Ams­ter­dam Klez­mer Band am ver­gan­ge­nen Mitt­woch im Düs­sel­dor­fer Zakk. Mit pop­pi­ger Kles­z­mer Musik, rus­si­schen Stü­cken und nie­der­län­di­schem Rap heizte man dem Düs­sel­dor­fer Publi­kum ein, so dass die­ses aus­ge­las­sen tanzte und (!) sogar klatschte.

So oder so wird uns die Band wohl noch über den Weg lau­fen. Wegen der 15-Jahrs-Jubiläumstour, die man seit meh­re­ren Jah­ren bestrei­tet oder wegen ihres neuen Albums. Schaumer­mal.

[Ams­ter­dam Klez­mer Band, Düs­sel­dorf, Zakk, 04.09.2013, 200 Zuschauer]

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Bi us … de Magnusplaggen Deel twee

Hefft de Nahbersche Hilde mi vertellt, dat unner de Magnusplaggen ne ole Tankstell is. Kan ik daor mien Traktor tanken? He fohrt met allet, ik kan daor auk bi Aldi Salatöl kopen. Russt woll, aver he fohrt dan äs een Ferrari.

Bi us in de Naberschop ward een niege Maststall baut. Wenn ik met mien Klönkast en Dwidder Fotos affnehmen kan, maak ik auk Fotos. Dan kan jau sik dat maol ankieken, de niege Maststall.

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Opus Magnus

Sapperlott, da is Kirmes schon wieder vorbei. Ich bin ja nur kurz drüber und abends am Vertriebenen-Stand stehengeblieben. Und wie ich da gerade auf früher, nech, die gute alte Zeit anstoßen wollte, kommt mir da Hoppe-Wielages Eugen vom Liegenschaftsamt um die Bierzeltstange entgegen.

„Moin Eugen, was macht das Knie, die Familie, und was gibt das denn nun mit dem Opus Magnus?“

– „Tach Hubert, danke der Nachfrage. Bist der erste, der mich heute nach Magnus fragt. Schmeckt denn das Bier schon? Na, wollnma nicht so sein. Könnte ins Rollen kommen.“

„Die Bagger oder das Gerede?“

– „Das Gerede ist doch die ganze Zeit im Gange. Aber die Bagger auch erst später, erst müssen ja die Tanks raus.“

„Was denn für Tanks?“

– „Soweit ich weiß, sind da noch Tanks im Boden. Hinten haben die doch früher ihre Zugmaschinen selber betankt. Die müssen erst raus. Kostet auch noch ne Stange Geld, kannstn Haus für bauen, fällt aber jetzt auch nicht mehr ins Gewicht bei dem Kaufpreis.“

„War der so schwindelerregend?“

– „Die Bank wollte halt den Höchstbietenden, nicht den mit dem Konzept. Machste nichts dran bei den Anzugträgern.“

„Und wie war das mit der Kirmesbegehung?“

– „Die hätten besser auch vorher noch zusammen einen getankt.“

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