Peter Buwalda – Bonita Avenue

buchleserMehr als 300.000 Mal wurde dieser Schmöker alleine in den Niederlanden verkauft. Es handelt vom Enscheder Hochschullehrer Sierius, dessen Kinder seiner Patchwork-Familie im Erwachsenenalter Probleme machen, was als heillose, gewaltvolle und sexuelle Katastrophe sein Leben zerstört.

Der Vergleich mit Jonathan Franzen hinkt, denn bei Bonita Avenue handelt es sich weniger um eine gesellschaftliche Analyse über eine Familie als um die Odysee eines familiären Niedergangs. Im Niederländischen reißt der Roman durch seine Wortgewalt mit, welche in der deutschen Übersetzung leider oftmals holprig daher kommt. Man braucht sicherlich einen längeren Atem, um mit dem Werk zurecht zu kommen, aber es lohnt sich.

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Hubert Nörgelmöller ist sauer. Die Vorratsbehälter mit den Kotbeuteln in der Innenstadt erfreuen sich starker Beliebtheit, sind aber dementsprechend dauernd leer. Eine unzumutbare Situation, so der Tierliebhaber. Ich sprach mit dem Hundefreund bei einem Schlenz durch die Innenstadt.

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Herr Nörgelmöller, schildern Sie unseren Lesern doch einmal in aller Ruhe die Situation.

Ja nun, das ist folgendermaßen: Dienstags werden hier die Kotbeutelhaltevorrichtungen bestückt. Das ist ja soweit auch schön und gut. Damit kann man gut über die Woche kommen. Aber wenn Freitag das Wochenende beginnt und die jungen Leute abends raus gehen, dann sollten Sie das mal erleben: Die Beutel sind schneller weg als warme Semmeln. Da muss man sich dann immer heimlich um die Ecke verpieseln.

Haben Sie sich schon einmal bei der Verwaltung beschwert?

Aber nicht zu knapp. Aber an denen prallt das alles ab. Diese Müllentsorgung sei nicht deren Problem. Ja, was glauben diese alten Säcke im Rathaus denn, wen sie vertreten müssen? Doch wohl die schwachen, aufrichtigen Müllentsorger! Da müssten auch mal wieder ein paar junge Hüpfer rein, die den Laden mal auf Vordermann bringen. Eine Zumutung ist das.

Vielleicht sollten Sie sich zuvor an das zuständige Unternehmen wenden, das die Tüten bereit hält. Vielleicht stellen die Ihnen privat welche zu.

Papperlapapp. Die Fritzen scheren sich doch auch einen feuchten Kehricht um uns. Es muss immer erst was passieren. Bisher ist das ja gut gegangen, aber das ist auch nur noch eine Frage der Zeit. Wo sollen die armen alten Leute wie ich denn Sonntags hin, wenn’s drückt? Hat doch alles zu. Und Windeln sind ja auch nicht jedermanns Sache.

Naja, eigentlich sind diese Tüten ja auch eher für Hunde…

Ja, ja. Mit die Tiere gehen die Leute heute sowieso viel besser um als mit uns Alten. Für uns bückt sich keiner mit dem Kotbeutel und sammelt…

Sagen Sie einmal, haben Sie überhaupt einen Hund?

Wieso Hund? Was haben denn Sie dauernd mit diesen Fußhupen? Sie lenken ja nur vom Thema ab. Aber mit uns kann man es ja machen: Erst die Tüten wegnehmen und dann hinterrücks ausfragen, ob man die Hundesteuer prellt. Das hat man gerne.

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Über den Zebrastreifen gehen? Kein Problem! Schuhe trage ich seit über 50 Jahren, dutzende Paare habe ich aufgebraucht, diverse Länder beschritten und gegen Bälle getreten. Über den Zebrastreifen gehen mit einem Fachmann, nur mal so zum Spaß? Warum nicht?

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Ich treffe mich mit dem ausgewiesenen Langzeitfußgänger Hubert Nörgemöller. Wie hat er eigentlich damals seinen Lappen verloren?

Ja, och Gott, da war halt dieser alte Oppa, der mit seinem Gehgestell am Zebrastreiffen wartete. Ja, kann ich denn watt dafür, dass der es doch noch rechtzeitig vor die Kühlerhaube meines VW Jetta schafft? Das war ein knappes Ding, das kann ich ihnen sagen. Die Trauerfeier soll aber dann ganz schön gewesen sein, jetzt.

Wir treten an den Zebrastreifen, gleich die erste Frage: Der Zebrastreifen besteht aus 9 gemalten Linien und wird von zwei gepflasterten eingerahmt, ist das verkehrstechnisch zulässig?

Ja nun, das war eine Idee von Pagelkämpers Dieter. Wenn er da morgens mit seinen Trecker entlangkommt, dann störten diese Fußgänger halt. Da hat er dann mal selbst zugepflastert und nun kommt er flüssiger durch den Verkehr, weil die Fußgänger länger warten müssen. Den blauen Pöhler hat er da auch zu Irritationszwecken angeklebt.

Was muss man nun genau beachten, bei der Überquerung des Zebrastreifens?

Ja, als allererstes soll man gucken, dass Pagelkämpers Dieter nicht aus Richtung Laggenbeck kommt, der kennt keine Verwandten im Straßenverkehr. Und dann zählt man durch, ob da auch ordnungsgemäß 9 Streifen angebracht sind. Alles andere wäre zunächst einmal vollkommen fahrlässig.

Soll man nicht zuerst nach links schauen und dann nach rechts?

Papperlapapp. Wenn Sie einer ummängeln will, glauben Sie den interessiert, ob sie nun auf dem Zebrastreifen stehen oder kurz davor? Der trifft Sie wohl, dass kann ich ihnen aber flüstern!

Das heißt, Dieter Pagelkämper hat immer Vorfahrt und der Rest ist Glückssache, so lange die Anzahl der Zebrastreifenstreifen passt?

Das kann ich Ihnen aber mal husten!

Ich bedanke mich für diese kurze Einführung in die Handhabung eines der letzten noch aktiven Zebrastreifens vor Ort. Es hat Spaß gemacht, aber ich hätte doch große Fehler begangen ohne Anleitung.

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Auf ich und du mit dem Lokalen

Harald TribüneWas wäre Ibbtown ohne seine Originale, seien wir ehrlich. Hubert Nörgelmöller, Philibb und Knechthild bereichern den Provinzalltag wie kaum jemand anders. Doch was wäre das Lokalgeschehen ohne einen Zeitzeugen, der alles dokumentiert. Sie ahnen schon, worauf ich hinaus möchte. Auf diesen Seiten werden sie fortan ein weiteres Original zu lesen und zu lieben lernen bekommen, den unvergleichlichen Lokalreporter Harald Tribüne . Wir wünchen Ihnen schon jetzt gute Unterhaltung!

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