Neu im Bücherschrank(49): Ildikó von Kürthy – Mondscheintarif

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Kurz zur Handlung: Cora Hübsch lernt einen Arzt kennen. Will sich cool verhalten und dabei geht alles in die Hose. Am Ende wird alles gut, und es ist immer anders als man denkt.

Obwohl die Handlung sich banal und kitschig anhört war es erfrischend anders erfrischend anders. Es ist ein ständiger Dialog mit sich selbst, der so authentisch wirkte voller Selbstzweifel und Ironie. Damals hatte ich den Eindruck, dass die Schriftstellerin meinem 22 jährigem ICH aus der Seele spricht.

Vor kurzem war es mal wieder ein langweiliger Abend und um die Zeit zwischen der 20 Uhr Nachrichten und der Zeit, zu der es nicht peinlich ist ins Bett zu gehen, zu überbrücken, schmiss ich die DVD zu dem Buch ein.

Den Film habe ich vorher nicht gesehen, aber genauso habe ich es mir vorgestellt. Er ist anders. Und obwohl mein 22 jähriges ICH mir im Spiegel längst nicht mehr gegenüber steht, war es ein netter Ausflug in eine emotional chaotische Zeit, von der man froh ist, dass sie vorbei ist, aber sie dennoch nicht missen möchte.

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CD-Release-Konzert: Christian Steiffen, Kleine Freiheit, Osnabrück, 12.10.2013

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Konzert zum CD-Release von Arbeiter der Liebe und gleichzeitig Auftakt der Tour mit gleichem Namen. Die Kleine Freiheit in Osnabrück bedeutet ein ausverkauftes Heimspiel für Christian Steiffen, das merkt man schnell. Der Einstieg bei vorfreudiger Atmosphäre mit „Wie gut, dass ich hier bin“ fällt bombastisch aus.

Leider wird das Konzert dadurch etwas getrübt, dass der Sound der Boxen nicht überzeugt. Während der Sänger gut durchkommt, hört man von der eigentlichen Musik, die einen raffinierten Begleitpart spielt, wenn, dann nur dröhnend etwas. Die Überschwänglichkeit des Kleine-Freiheit-Publikums machen es dem Sänger im Folgenden dann auch nicht so einfach, seinen gewohnten Charme anzubringen. Auf neue Songs reagiert das Publikum kaum. Immerhin schafft Steiffen es, die Konzertatmosphäre zu halten, auch im Übergang zur Metal-Interpretation seiner Songs durch die Formation Motor Steiffen.

Und beim Metalteil ist der Sound gleich ungemein besser, weil Schlagzeug und Bass sich besser gegen die Boxen durchsetzen können. Da lässt sich Christian Steiffen dann auch nicht aus der Ruhe bringen, als er der Forderung des Publikums nach Zugabe zustimmt, die Band aber die Bühne verlässt. Als Qualifikation, Schlager-Nachfolger von Heino in Wacken zu werden, dürfte das aber locker ausreichen. Der Abschluss des Konzerts fällt mit einem belanglosen Cover von „Drum leb dein Leben“ und dem dritten Mal „Sexualverkehr“ unaufgeregt aus, vielleicht ist das an diesem Abend auch besser so.

Und damit kommen wir zur CD-Kritik, denn das Konzert diente ja auch zur Vorstellung seines Debütalbums. Auch wenn 7 der 14 Lieder schon von der letztjährigen EP bekannt sind, braucht sich die CD nicht zu verstecken. „Wie gut, dass ich hier bin“ eröffnet die Scheibe genauso mitreißend, wie es beim Konzert funktioniert. „Ich hab‘ die ganze Nacht von mir geträumt“ und die Neuaufnahme von „Sexualverkehr“, wobei die der EP besser ist, dürfen nicht fehlen. „Champagner und Kaviar“ ist ein netter Tabubruchversucher, „Eine Flasche Bier“ wird als Getränkbesingung unvergessen bleiben. Bei „Ich hab‘ dir den Mond gekauft“ hat selbst meine Mutter gelacht. „Selbstmitleid“ klingt gesanglich etwas neben der Spur, und genau das macht „Mein bester Freund“ wieder wett, das thematisch zwar etwas irritiert, aber beeindruckend gesungen wird. „Ich habe Haschisch probiert“ wirkt auf Konzerten besser, „Ein Leben lang“ ist wieder schön ausgesungen, der „Flasche Bier Marsch“ ist das Polonasen-Muss der Platte und „Eine Rose“ ein sanfter, passender Abgang.

Kurz und gut: Die Befürchtung, Steiffen könnte auf CD gepresst überproduziert daherkommen, wenn es sie denn gab, war nicht berechtigt. Ohne Aussetzer unterhält Steiffen seine Hörer formidabel. Seit langem überhaupt man wieder ein Album, dass man in einem Rutsch anhören kann.

[ Christian Steiffen, Kleine Freiheit, Osnabrück, 200 Gäste. Aktuelle Tour: „Arbeiter der Liebe“, weitere Termine: 16.10 Hannover, 17.10. Dortmund, 18.10. Wietmarschen, 19.10. Karlsruhe, 20.10. Stuttgart, 21.10. Köln, 01.11. Weinheim, 02.11. Bielefeld, 03.11. Dresden, 05.11. Berlin, 06.11. Hamburg, 07.11. Kiel, 08.11. Braunschweig, 28.11. Bremen, 29.11. Leipzig ]
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IVZ auf Verbrechensjagd

Manche Dinge stehen halt nicht in der IVZ. In Mettingen ist eine tote Frau gefunden worden. Dazu hat man bei der IVZ eine Art Ticker mit den neuesten Meldungen Gerüchten installiert:

Samstag, 17 Uhr 50

[…] Ob es sich um eine Straftat handelt, ob ein Selbstmord vorliegt oder ob es sich möglicherweise auch um einen Unfall handeln könnte, dazu kann die Kripo vor Ort derzeit noch keine Angaben machen. Die Todesursache ist völlig unklar, die Ermittlungen laufen. […]

Samstag, 18 Uhr 10

[…] Auf der Hand scheint zu liegen, dass Mordkommission und Staatsanwaltschaft von einer Straftat ausgehen. […]

Sonntag, 9 Uhr 5

[…] Wie Oberstaatsanwalt Heribert Beck gestern am Abend erklärte, sollte die tote Frau in Münster obduziert werden. Die Staatsanwaltschaft Münster und auch die eingesetzte Mordkommission scheinen demzufolge von einem Gewaltverbrechen auszugehen, das in Mettingen verübt worden ist.

Klar sein dürfte nach Verlautbarungen der Staatsanwaltschaft/Polizei inzwischen auch, dass die Frau aus Mettingen stammt. Es ist damit zu rechen, dass die Ermittlungen der Mordkommission heute auf Hochtouren weitergeführt werden. […]

Sonntag, 10 Uhr 15

Sonntag, 10.15 Uhr: […] Die tote Frau in Mettingen ist an einer Unterkühlung gestorben, das hat die Obduktion bestätigt. […]

Bestätigt? Wie bestätigt? Die Antwort darauf findet man woanders:

Sonntag, 9 Uhr 39

Tote Frau in Mettingen starb an Unterkühlung – Obduktion bestätigt Vermutung der Ermittler

[…]“Da auch die intensiven Ermittlungen der Mordkommission unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Ulrich Bux am gestrigen Tage und Abend keine Anhaltspunkte für Fremdverschulden erbracht haben, haben wir – die Polizei und die Staatsanwaltschaft – die Ermittlungen in der Nacht beendet,” so Oberstaatsanwalt Beck. […]

Die Obduktion bestätigt die Vermutung von Staatsanwaltschaft und Mordkommission, die in Fällen unklarer Todesursache einfach immer hinzugezogen wird, dass kein Gewaltverbrechen vorliegt. Dass eine Mordkommission beteiligt war, berechtigt zu überhaupt keiner Mutmaßung, außer dass ein Arzt eine Todesursache nicht zweifelsfrei erkennen konnte. Während andere Medien aus den Angaben von Mordkommission und Staatsanwaltschaft schließen, dass ein Tod ohne Fremdeinwirkung vermutet wurde, spekuliert man sich bei der IVZ um ihre Reputation. Denn dort untertitelt man den Bericht weiterhin mit:

Am Samstag ist die Leiche einer 52 Jahre alten Frau gefunden worden. Polizei und Staatsanwaltschaft sind zunächst offenbar von einem Gewaltverbrechen augegangen.

Zumindest die IVZ.

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Ibbenbürener knackt die Charts: Metrickz auf #1

Sowas vermeldet man auch nicht alle Tage: Der Ibbenbürener Deutsch-Rapper Metrickz hat mit seinem Debütalbum Ultraviolett die Charts geknackt. Auf amazon wird er auf Chartposition 1 der MP3-Alben geführt (angeblich auf itunes auch – hier Screenshot von Platz 2 -, das habe ich aber nicht gefunden.).

Der Aufmacher Valentina ist dabei sogar musikalisch und textlich gut gelungen:

während in F#*& dein Abitur altbewährt die eigene, nicht ganz geglückte Schulkarriere zum Kopf-auf-den-Tisch-knallen verarbeitet wird. Nichtsdestotrotz: Alle Achtung, herzlichen Glückwunsch!

Aktualisierung 15. Oktober 2013

Laut dieser Seite war Metrickz „nur“ auf Platz 2 der itunes Album-Charts.

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Neu im Bücherschrank (48): Ernst Zahn – Spiel der Liebe

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Noch so ein Schinken, dessen Herkunft nicht mehr nachvollzogen werden kann: Ein Roman des Schweizer Heimatdichters Ernst Zahn.

In der Welt draußen war das nicht bekannt. Auch im kleinen Heimatland sprach man nur gelegentlich und wenn ein besonderer Vorfall in die Öffentlichkeit drang davon. Im Kanton freilich galt es als Überlieferung und nicht aus der Welt zu schaffende Tatsache, dass die beiden Nachbargemeinden Lugeck und Obsteg im ewigen Wettbewerb und Konkurrenzkampf standen…

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Neu im Bücherschrank (47): C.C. Bergius – La Baronessa

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Die Entbuchclubisierung des Bücherschranks meiner Eltern nähert sich dem Ende. Dieses Mal mit einem Autor, der maßgeblich über den Bertelsmann Buchclub millionenfache Buchverkäufe feiern konnte und heutzutage völlig unbekannt ist. Nur einer seiner Schinken wurde bislang verfilmt. Damals bewarb der Verlag das Werk so:

La Baronessa ist eine betörend-sinnliche Agentin – durchtrieben, schlau, skrupellos, schamlos. Sie ist eine Spionin, die niemals aufgibt, die immer einen Ausweg findet, die hemmungslos ihre weiblichen Reize einsetzt, wenn es gilt, Gegner auszuschalten, »umzudrehen« oder zu vernichten.

La Baronessa steht als Agentin in deutschen Diensten, eine »Mata Hari« des Dritten Reiches, die in Wirklichkeit aber nur eins im Auge hat: sich selbst. Es geht ihr nur darum, eigene Ziele zu verfolgen und persönliche Rache zu nehmen. In Jugoslawien kauft sie von den Partisanen Waffen und zahlt mit englischen Pfunden, die täuschend echt nachgemacht wurden — im KZ Sachsenhausen.

In Italien verwickelt sie Beteiligte und Unbeteiligte in riskante Unternehmungen. Sie dirigiert Menschen an unsichtbaren Fäden wie Marionetten, beschwört Verwicklungen und Katastrophen herauf. C. C. Bergius erzählt die Geschichte der »La Baronessa« eindringlich und mit den Kenntnissen eines Mannes, der als Pilot an diesem Krieg teilnahm und führende Persönlichkeiten des Dritten Reiches zu fliegen hatte: Ein packender Thriller aus dem Zweiten Weltkrieg, nach Landung der Amerikaner in Italien.

Mit anderen Worten: 70er Jahre Trash.

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Neu im Bücherschrank(46): Margery Sharp – Die vollkommene Lady

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Julia, die noch nicht vollkommene Lady, hat es schwer. Nicht nur, daß Gerichtsbeamte ihre Habe pfänden und sie kein Geld hat, die Miete für die Möbel zu zahlen, muß sie überdies noch nach Frankreich reisen, eine Herzensangelegenheit ihrer Tochter, die sie jahrelang nicht gesehen hat, on Orndung zu bringen. Wo also soll Julia das Reisegeld auftreiben, und wie soll sie eine vollkommene Lady werden?

Probleme, die das Leben schreibt. Das Buch ist als frivole Farce 1948 verfilmt worden. Die Autorin wurde später durch ihre Bernhard-und-Bianca-Geschichten berühmt.

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