5. Geburtstag

Wie die Zeit vergeht: Vor 5 Jahren wurde der Versuch gestartet, über Lokales zu bloggen, um öffentlicher Meinungvielfalt in diesem Bereich auch online einen Platz zu verschaffen. Es hat ein paar Jahre gebraucht, bis über Facebook ähnliches geschieht, leider ist Facebook nur halt etwas flüchtig und erreicht nur schwer im lokalen Bereich größere Lesergruppen.

Es ist also an der Zeit Rückblick zu halten, 5 Jahre lokales Bloggen waren auch 5 Jahre Überzeugungsarbeit, 5 Jahre Stress, wenn wieder irgendwer Klagen ohne Erfolgsaussicht androhte, aber sicherlich auch 5 Jahre Spaß mit Doktor Schwindel, Metrickz, Knechthild Dielenschiet und wie sie alle heißen. Wir freuen uns auf was da noch kommt und eine kleine Party.

Und ich glaube, unser Stargast freut sich auch schon riesig:

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Nach der Wahl ist vor der Wahl

Die Wahlniederlage hat die CDU kalt erwischt. Mit dem Ergebnis der Kommunalwahl wird man einem eigenen Bürgermeister, der eh schon nicht so einfach zu finden ist, keinen Rückenwind mit auf den Weg geben.

Derweil schießt sich die IFI auf die Oppositionsarbeit ein: Man tritt aus Tranzparenzgründen aus der interfraktionellen Runde aus, pocht auf eine Gestaltungssatzung für die Innenstadt und intensiveren Einbezug von Bürgern in politische Entscheidungen. Mit so viel Wind in den Segeln stellt man gleich ein Wunschprofil für den kommenden Bürgermeister auf:

„Wir werden keinen eigenen Kandidaten stellen, haben aber klare inhaltliche und formale Vorstellungen, welche Qualifikation ein Bewerber mitbringen muss, wenn er unsere Unterstützung haben möchte: Verwaltungserfahrung auf der Leitungsebene, altersmäßig mindestens einmal wiederwählbar.“ Untragbar seien parteipolitische Versorgungsfälle oder Kandidaten, die sich zu stark parteipolitisch exponiert haben und deshalb nicht integrierend wirken können.

Hm, spricht das nicht irgendwie gegen beide kolportierte Kandidaten der großen Parteien? Müssten so gesehen nicht sich politische Kräfte bündeln und einen gemeinsamen externen, fachkompetenten Kandidaten präsentieren? Könnte ja noch richtig spannend werden.

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Ticker: Kommunalwahl 2014

20.31 Uhr Den letzten Wahlkreis gewinnt Andreas Sante für die SPD. Die SPD hat somit die Kommunalwahl in Ibbenbüren deutlich gewonnen und konnte 438 Stimmen und prozentual 3,8% zulegen, während die CDU 666 Stimmen und prozentual 1,2% verlor. Die CDU verfügt weiterhin über 16 Sitze im Rat, während die IFI und die FDP je einen Sitz verlieren, die der SPD nun zustehen. Die IFI behauptete sich als drittstärkste Fraktion im Stadtrat. Die FDP rutschte auf das schlechteste Ergebnis aller Parteien ab. Die Wahlbeteiligung sank um 3,6% auf 53,4%. Durch das Wahlergebnis gibt es weder für Rot-Grün noch für Schwarz-Gelb eine Machtoption.

Für die SPD ziehen Hermann Hafer, Roland Scholtes, Werner Dresselhaus, Karl-Heinz Völler, Uwe Wobben, Jürgen Bosse, Andreas Rohlke, Norbert Kipp, Angelika Wedderhoff, Marc Schrameyer, Guido Oelgemöller, Christoph Siemon, Andreas Sante, Martin Westphal und Peter Dierkes, sowie über die Liste Marie-Luise Balter-Leistner, Susanne Spilker-Gottwald und Renate Veit.

Für die CDU ziehen Norbert Grolle, Tobias Goldbeck, Markus Keller, Udo Kockmeyer, Ulricke Sackarndt, Markus Weveler, Ulrich Remke direkt und über die Liste Gisela Köster, Christoph Börgel, Monika Tegelmann, Peter Kempker, Herwart Jacobus, Alfred Bosse, Hermann-Josef Rieskamp, Joseph Muhmann und Maximilian Scholten in den Stadtrat ein.

Über die Liste der IFI kommen Ludger Bitter, Karl-Heinz Ottenhus und Christoph Boll in den Stadtrat.

Für die Grünen werden wohl weiterhin Marlene Klatt, Georg-Friedrich Becker und Franz-Josef Gude Uwe Rhode im Rat sitzen.

Über die Liste der Linkspartei kommen Ernst Goldbeck und Maria Frank in den Stadtrat.

Über die Liste der FDP ziehen Hans-Jürgen Streich und Christian Unnerstall in den Rat ein. Die FDP verlor fast 50% seiner 2009 gewonnen Stimmen und kommt gerade mal noch auf 806 Stimmen.

20.09 Uhr Hermann Hafer (SPD) gewinnt seinen Wahlbezirk.

20.05 Uhr Norbert Grolle und Tobias Goldbeck gewinnen ihre Wahlbezirke für die CDU.

19.58 Uhr Roland Scholtes, Werner Dresselhaus, Karl-Heinz Völler und Uwe Wobben gewinnen ihre Wahlbezirke für die SPD.

19.51 Uhr Jürgen Bosse (SPD), Markus Keller und mit 3 Stimmen Vorsprung Udo Kockmeyer (CDU) gewinnen ihre Wahlbezirke.

19.47 Uhr Ulrike Sackarndt gewinnt für die CDU den dritten Wahlbezirk. Andreas Rohlke seinen für die SPD.

19.42 Uhr Norbert Kipp und Angelika Wedderhoff (SPD) haben ihre Wahlkreise gewonnen, die CDU verliert gerade einen Sitz, die FDP kommt gerade auf 2 Sitze.

19.33 Uhr Was sich ankündigte: Marc Schrameyer und Markus Weveler gewinnen ihre Wahlbezirke.

19.32 Uhr Faustdicke Überraschung: Guido Oelgemöller (SPD) gewinnt den Wahlbezirk 2 von Hans-Gerhard Ruff gegen Sebastian Brink.

19.27 Uhr Nach dem vorläufigen Endergebnis im Wahlbezirk 5 gewinnt Martin Wielage (SPD) gegen Gisela Köster (CDU).

19.20 Uhr Das erste vorläufige Endergebnis eines Wahlbezirks in Ibbenbüren ist da: Ulrich Remke zieht direkt in den Stadtrat ein. Im Vergleich zur letzten Kommanlwahl verliert allerdings die CDU m Wahlbezirk Sparkasse Püsselbüren/ Gaststätte Wulf und die SPD kann zulegen.

19.19 Uhr Nach einem Viertel der ausgezählten Stimmen sieht es nicht gut aus für die FDP: Sie liegt derzeit an letzter Stelle aller Parteien und Wählervereinigungen und würde 2 Sitze im Stadtrat verlieren.

19.11 Uhr Gerade sieht es für Norbert Kipp, Peter Dierkes und Christoph Siemon von der SPD und für Markus Weveler von der CDU nach einem direkten Einzug in den Stadtrat aus.

19.01 Uhr Wenn man nach drei ausgezählten Stimmbezirken schon einen Trend festmachen möchte, scheint die Zusammenlegung von Europa- und Kommunalwahl der SPD vor Ort nicht zu schaden. Die IFI ist derzeit hinter den Grünen. Marc Schrameyer wird seinen Wahlbezirk gewinnen und steht als erstes Ratsmitglied fest.

18.56 Uhr Der erste Stimmbezirk ist in Ibbenbüren ausgezählt: CDU und SPD liegen gleichauf vor den Grünen.

18.49 Uhr Bei der Europawahl liegt ebenso die CDU kreisweit vorne. Kleinere Parteien schneiden bis auf die Grünen sehr schwach ab.

18.38 Uhr In Hörstel vermeldet man die ersten Ergebnisse kreisweit, so kommt es dass die CDU derzeit haushoch vorne liegt.

18.19 Uhr In Ibbenbüren wird bei dieser Kommunalwahl nicht zeitgleich der Bürgermeister gewählt, was in dieser Form wohl vorerst zum letzten Mal so sein wird. Daher darf man gespannt sein, inwiefern sich dies auf das Wahlergebnis der Parteien auswirkt.

18.00 Uhr Aus, nichts geht mehr, die Wahllokale schließen.

17.56 Uhr Online haben die Parteien wenig hinbekommen, das hat sich in den letzten Tagen auch nicht mehr geändert. Bei den Linken und den Grünen hat man auf deren Internetpräsenzen so gut wie gar nichts finden können, die CDU, IFI und SPD bieten immerhin einige Texte an. Alles aber etwas enttäuschend für Wähler, die sich ein Bild machen wollen.

17.47 Uhr Noch knapp eine Viertelstunde sind die Wahllokale geöffnet. Wir haben einen in Ibbenbüren doch eher unspektakulären Wahlkampf hinter uns, dem die kontroversen Themen dann doch oft fehlten. Eigentlich schafften nur die Linken und die IFI Themen kontrovers aufzutischen. Daher darf man gespannt sein, ob die IFI ihr sehr gutes Wahlergebnis von 2009 wiederholen kann, als man mit 8,1% drittstärkste politische Kraft im Ibbenbürener Rat wurde.

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Bi us … Rekloam van de Meendenkör

Ik hebbt daor so veele Rekloam voor de Meendenkör  van de Pateien in mien Breefkasten. Mien Hoff was plastert met Plakaate…

De UFU will keen Windmöhl in Dörnte. Ik wullt daor ne Windmöhl up mien Hoff stellen, geit dat dann?
De Schwatten kan de Kanaalgebüührn niet seker haolten. We moeten moer Penunsen betalen.
De Roten wullt de Radfoahrpad utbauen. Dann kan ik daor auk met mien Hanomag langs faohrn.
De Gelben wullt de Weerschoap utbauen. Ik kan up de Braakland sacht Mais voor miene Biogasanlaag tielen. Dat wiär mien Bidrag voor de Weerschoap.
De Grüen wullt de Landweerschoap Stütt geven. Dat find ik gaut. Da kan ik die wull utsöken. Awer ik nehm ji bien Woort!
De Links hefft niets weetenswerts.

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Viel Zirkus, wenig Tacheles

Jetzt mal Tacheles. Das war zumindest der Untertitel der Jugend.Polit.Kultur-Veranstaltung am Freitag. Den sollte man der Veranstaltung selber nicht vorenthalten, auch wenn davon selbst wenig am Freitag mitzubekommen war – zumindest auf der Bühne.

MG 0117

 

Die Veranstaltung litt etwas unter Anfängerfehlern, was man den ausführenden Akteuren kaum ankreiden kann, aber die Verantwortlichen hinter der Kulisse mit etwas mehr Erfahrung, dürfen sich dieser annehmen:

  • die Frage, ob es eine gute Idee ist, eine Diskussionsveranstaltung nah an einer viel befahrenen Straße zu platzieren, kann als beantwortet erklärt werden;
  • wenn man schon ein Zirkuszelt als Ort des Geschehens wählt, wieso nutzt man nicht die Form für eine Manege, sondern baut eine herkömmliche Bühne auf?
  • leider war der Ton mitunter ein Ärgernis: Zuschauer verstanden die Sprecher auf der Bühne nicht; auf der Bühne war nicht zu verstehen, was jemand in 5 Metern Entfernung sagt; wiederholt kam es zu lauten Rückkoppelungen;
  • niemand sorgte für Ruhe, wenn Zuschauer wegen Unruhen im und außerhalb des Zeltes abgelenkt wurden oder nichts verstanden;
  • die Moderatoren ließen sich von jemandem von der IFI einfach das Heft aus der Hand nehmen, als es um die merkwürdige Spende ging;
  • wenn man als Moderator nicht bei den Diskussionsteilnehmern nachhakt, bekommt man auch kein Tacheles, sondern nur Politikfolklore zu hören;
  • man kann Referenten genauer insturieren und insofern besser auswählen; es brachte herzlich wenig, dass da jemand das Wort Europa durchbuchstabiert („E wie Euphorie. Von Euphorie bzgl. Brüssel ist gerade wenig zu spüren.“), wenn es besser um die Europawahl an sich gegangen wäre;
  • dass beim Vortrag des Referenten kaum noch Jugendliche, die nicht zum Leitungsteam gehörten, anwesend waren, deutet auf einen Rohrkrepierer auf Grund des Gesamtkonzepts hin.

Gemessen daran, dass bei dieser Veranstaltung das Jahresgehalt von Richard Gemar verballert wurde, darf die Frage schon gestellt sein, was das Ganze denn nun gebracht hat.

Aber auch die Politik ließ sich durch die Veranstaltung eher zu Zirkus animieren:

  • Dass es keine Partei oder Wählervereinigung geschafft hat, aus den eigenen Reihen jemanden unter 38 in eine Diskussion mit Jugendlichen zu schicken, ist schon schwach.
  • Dass die IFI die Podiumsveranstaltung derart für Werbung in eigener Sache instrumentalisiert, weckt Zweifel, inwiefern man Respekt vor den Veranstaltern und vorm Publikum hat.
  • Gezanke auf der Bühne vor Jugendlichen? Ernsthaft?
  • Die Sau Kinder- und Jugendparlament durchs Dorf treiben, dabei verschweigen, dass die Politik für ein solches Projekt nicht ausreichend finanzielle Mittel bereit stellt, und dann darauf hinweisen, dass Jugendliche an sowas einfach nicht teilnehmen, ist eine Verwechslung von Ursache und Wirkung.
  • Die Forderung, die Jugendlichen müssten einfach zu den Parteien kommen, ist eine Bankrotterklärung für die Selbstdarstellung der kommunalen Parteien, wenn sie nicht auf das Abschreckende, dass in ihren Parteien (Selbstdarstellungsdrang, Gezeter, Öffentlichkeitsarbeit) steckt, reagieren.

Vielleicht ist es aber auch einfach etwas zu viel verlangt, unter dem Zirkuszelt etwas anderes als Zirkus zu erwarten.

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