Herr Nowodka und der Bürgermeister

Jut, dass isch Sie hier treffe!

Hammse schon jeört, wir hamja jetzt nen neuen Bürgerfriemel da, ja der alte Elbers is ja wäsch, hängt jetzt irgendwo im Ruhjebit überm Zaun, und der Neue, na wie heißt de nochmal, na isch habit gläisch, ja Mensch.…. Bittä?… Was sachnse? Ja jenau! Geisel, rischtisch, der Geisel, unser neuer Bürgämäista. Ja der Geisel, der is ja nischmal von hier, ne. Dä wohnt ja hier um die Eck, ja dahinten bei uns, wo dieser Bierladen is, ne. Hat sisch wohl jedacht, “isch zieh mal nach Derendorf, ist jetzt Mein Dorf,” Höhö, verstehense de Witz, Deren Dorf, mein Dorf, höhö. Ja, isch weiß dat, weil isch bin neulisch mit de Ritasche rumjelaufen hier in Derendorf, un da säh isch de Geisel auf de Straß rumbröllen, “ja isch wohn hier mit mäiner Frau”. Wer hätte des jedacht, dass de da mit seiner Frau wohnen tut.

Un wie dat Pfingsten hier so an Unjewittern war, da erinner isch misch noch an de Spatziergang. Dat war nämmlisch so: Wir hatten auch ein paar Schäden hier, ja und da sin auch zwäi Platten hier kapott jejangen. Ja und wer tut es mir hier ersetzen? Dan fräge ischse? Hmm? Aso isch bin ja der Mäinung, die Stadt muss ja für haften, ne. Findese auch, oda? Ja. Und isch ham ja da päar mal anjerufen, und wat kam, nix. Und die Platten stellten ein Jefahr für die Alljemeinheit. Stellense sisch ma vor, da läuft de Bürgämäister mit siner Frau lang, stolpert über die kappotte Platte und brischt sisch wat. Der Schaden wäre ja unvorstellbar. Ja, habe isch jedacht, isch handel ja nur im Sinne der Alljemeinheit. Und bin also mit mäiner Karre da zum Bierladen hin. Denn isch hätt da beim Spatziergang jesehen, dass die da Steinplatten an die Straaß gestellt hatten. Schöne Idee, Herr Bürjermeista, dacht isch noch. Nischt nur bei Sperrmüll, auch sonst den Leuten was Gutes tun.

Aber jetzt sehense mal wat am nächsten Morgen da hing:

Aushang

Kein Verständnis fürs alljemeinse Sischerheitsjefühl. Und da sach isch Ihnen, mit sona Einstellung, da können se ja jleisch na Köln ziehn!

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Talentfrei und Spaß dabei

Heute war jemand aus Ibbenbüren wieder mal im Fernsehen und zwar mütterlicherseits bei Familien im Brennpunkt, was bei RTL ambitionslos versendet wird. Vollpfosten vor der Kamera wäre auch ein schöner Titel für dieses talentbefreite Herumdilletantieren gewesen, für das man einfach schmerzbefreit sein muss. Erwarten uns nun die nächsten Grillsaucen?

Wo wir gerade dabei sind: Der Dieter aus Essen ist wieder anschaubar.

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Dank an imaginäre Leser

dankeivz Schon ein paar Mal hat sich die IVZ on- und offline bei angeblich 10.000 täglichen Lesern ihres Internetangebots bedankt. Klingt gut, könnte man mit angeben – wenn man mal darstellt, woher diese Zahl stammt. Sind das die Besucher der eigenen Internetseite? Werden auch die Zugriffe von nicht eingeloggten Besuchern mitgezählt, die gar keine Artikel lesen können? Oder addiert zusätzlich die Facebook-Nutzerzahlen? Twitternutzerzahlen? Die IVZ, die ja gerne mal Probleme mit dem Unterscheiden von Klick- und tatsächlichen Benutzerzahlen hat, erklärt diese Zahl bislang nicht. Zumindest nicht in den eigenen Medien.

Allerdings findet sich auf den Seiten des Mediadaten Verlages unter Berufung auf die IVW-Analyse des 2 Quartals 2014 eine Zahl zu den Internetseitenbesuchern der IVZ: 217988. An die IVW geben Verlage aktuelle Reichweitenzahlen ihrer Zeitungen. Wenn diese Zahl einzelne, tägliche Benutzer innerhalb eines Monats bedeuteten, käme die IVZ damit auf 7266 Leser täglich. Nur: Das sind es nicht. Angegeben werden Page Visits, nicht Unique Visits. Mit Page Visits sind in der Wortverwendung von Google, und Google nimmt die IVZ zur Analyse ihrer Nutzerzahlen, aufgezeichnete Besuche einer Seite durch eine IP-Adresse mit Pausen von mindestens 30 Minuten zwischen Besuchen. Einfacher ausgedrückt: Rufe ich morgens die Seite der IVZ auf und eine halbe Stunde später noch einmal und abends wieder, habe ich 3 Page Visits erzeugt. Ich bin aber nur ein einziger Leser.

Um es noch lustiger zu machen: Es gibt nicht nur Personen, sondern auch Computer, die Internetseiten aufrufen. Man nennt diese Computer Bots. Die Angabe Googles zu Page Views ist nicht von vornherein Bot bereinigt.

Die Zahl von 10.000 digitalen Lesern erscheint somit etwas dubios.

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Muss erst etwas passieren?

Die Saure-Gurken-Zeit im Sommer ist seit jeher ein Problem für die Zeitungen: Wenn die Leute in den Urlaub fahren, die Vereine kaum Veranstaltungen haben und auch von der Politik nichts zu hören ist, dann wird es noch schwieriger, die Zeitung voll zu kriegen.

Die IVZ schoss vergangene Woche allerdings mit 4 gehaltlosen Artikeln (24. Juni, 25. Juni, 26. Juni, 28. Juni) über eine Bahnschranke den Vogel ab: Man interviewte u.a. vor der Schranke Wartende, ob die Schranke an der Bahn rechtzeitig runterfahre. Auf die Art hätte man auch im Supermarkt Hinten-in-der-Schlange-Stehende fragen können, ob der Bezahlvorgang zu lange dauert. Oder man fragt sich, wie lange Rollstuhlfahrer zur Überquerung brauchen und wie viel Zeit man beim Überqueren des Bahnübergangs braucht, wenn man unterwegs ein Taschentuch verliert.

Stellen Sie sich nur mal vor, es fährt ein Rollstuhlfahrer über die Gleise, muss nochmal zurück, weil er unterwegs seine Tempos liegen gelassen hat, und dann geht dem Rolli der Saft aus.

Was soll bei so einem Journalismus rumkommen?

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