Dank an imaginäre Leser

dankeivz Schon ein paar Mal hat sich die IVZ on- und offline bei angeblich 10.000 täglichen Lesern ihres Internetangebots bedankt. Klingt gut, könnte man mit angeben – wenn man mal darstellt, woher diese Zahl stammt. Sind das die Besucher der eigenen Internetseite? Werden auch die Zugriffe von nicht eingeloggten Besuchern mitgezählt, die gar keine Artikel lesen können? Oder addiert zusätzlich die Facebook-Nutzerzahlen? Twitternutzerzahlen? Die IVZ, die ja gerne mal Probleme mit dem Unterscheiden von Klick- und tatsächlichen Benutzerzahlen hat, erklärt diese Zahl bislang nicht. Zumindest nicht in den eigenen Medien.

Allerdings findet sich auf den Seiten des Mediadaten Verlages unter Berufung auf die IVW-Analyse des 2 Quartals 2014 eine Zahl zu den Internetseitenbesuchern der IVZ: 217988. An die IVW geben Verlage aktuelle Reichweitenzahlen ihrer Zeitungen. Wenn diese Zahl einzelne, tägliche Benutzer innerhalb eines Monats bedeuteten, käme die IVZ damit auf 7266 Leser täglich. Nur: Das sind es nicht. Angegeben werden Page Visits, nicht Unique Visits. Mit Page Visits sind in der Wortverwendung von Google, und Google nimmt die IVZ zur Analyse ihrer Nutzerzahlen, aufgezeichnete Besuche einer Seite durch eine IP-Adresse mit Pausen von mindestens 30 Minuten zwischen Besuchen. Einfacher ausgedrückt: Rufe ich morgens die Seite der IVZ auf und eine halbe Stunde später noch einmal und abends wieder, habe ich 3 Page Visits erzeugt. Ich bin aber nur ein einziger Leser.

Um es noch lustiger zu machen: Es gibt nicht nur Personen, sondern auch Computer, die Internetseiten aufrufen. Man nennt diese Computer Bots. Die Angabe Googles zu Page Views ist nicht von vornherein Bot bereinigt.

Die Zahl von 10.000 digitalen Lesern erscheint somit etwas dubios.

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