5. Bloggertreffen in Köln

Am Sam­stag macht­en wir uns von Düs­sel­dorf aus nach Köln auf, um mal zu schauen, was hin­ter dem Blog­gertr­e­f­fen so steckt. Ich für meinen Teil bin schon länger nicht mehr auf Blog­ger- oder Inter­net­men­schen­ver­anstal­tun­gen gewe­sen und das aus einem ziem­lich ein­fachen Grund: Zu viel Aufwand für zu wenig Res­o­nanz. Und ewig wird man mit über­hyptem Real­itätsverk­lären von Anwe­senden gen­ervt. Das ist auf Dauer anstren­gend.

KoelnerbloggerTreffen

Ich kan­nte die Köl­ner Blog­ger­szene bis­lang nicht, kan­nte keinen Blog, von dem ich spon­tan wusste, dass der Schreiber hin­ter dem Blog in Köln sitzt. Aber gut, man lässt sich gerne über­raschen. Dann wurde diese Liste auf der Ver­anstal­ter-Face­book-Seite veröf­fentlicht, die, ääh,

Die alpha­betisch sortierte Liste verdeut­licht ein­drucksvoll, dass die Köl­ner Szene dur­chaus in der Liga von Berlin, Ham­burg und München spielt.

Ja. Äh, nein. Das tut sie nicht — im Gegen­teil: Das ist eine Liste von nicht mal hun­dert Blogs ohne über­re­gionale Rel­e­vanz. Man muss keine Rel­e­vanz haben, man sollte sich dann aber auch nicht vor­ma­chen, mit Berlin, Ham­burg oder München in ein­er Liga zu spie­len. Dann schon eher mit Düs­sel­dorf und Biele­feld. Den Satz glaubt man nur, wenn man einge­fleis­chter Köl­ner ist, nie über den Teller­rand schaut und die son­stige Blogszene ein­fach nicht ken­nt.

Okay, vielle­icht die Erwartun­gen tief stapeln, dann kann einem nichts passieren und eher gehen kann man ja auch. Irgend­wie ken­nt man die Pap­pen­heimer dann ja auch. So ver­zog es uns am Ver­anstal­tung­sort angekom­men ziem­lich schnell an die Mauer des nicht über­mäßig besucht­en Tre­f­fens, um von dort aus auszu­machen, was für Leute vor Ort waren (das hat nichts mit Schüchtern­heit oder Aus­geschlossen­heit zu tun und: nein, es gibt keine Pflicht, sich unter das Volk zu mis­chen, nur weil man eine Inter­net­men­schen­ver­anstal­tung besucht). Da waren links die Nerds, dann ein paar Mode­blog­gerin­nen, ein qui­etschen­der Mar­ket­ing­men­sch, viele schwarz Gek­lei­dete, Leutefo­tografier­er, viele das-Haar-rot-Gefärbte. Viele Grüp­pchen, die sich schnell fan­den und ver­schlossen wirk­ten. Alle sicher­lich sehr nett, aber eben sehr ober­fläch­lich. Und nette, ober­fläch­liche Men­schen ken­nt man irgend­wann zur Genüge, da liegt der Hase im Pfef­fer: Man will allein aus Selb­stschutz irgend­wann nicht mehr möglichst viele, irgend­wie nette Leute ken­nen ler­nen. Hät­ten wir das getan, hät­ten wir sicher­lich nicht Lulu samt ihrer besseren Hälfte ken­nen gel­ernt, die eher nach Kühlschrankvor­gaben als Rezept kocht. Wie großar­tig.

Die bei­den hat­ten sich auch an die Mauer gesellt, um erst ein­mal die Besuch­er­schaft zu sondieren — mit dem Ergeb­nis, vor 8 die Segel zu stre­ichen. Wir haben es ein Bier länger aus­ge­hal­ten. Ein­set­zen­der Regen und Musikbeschal­lung durch ein­ge­ladene Bands erweck­ten bei uns den Ein­druck, dass man nun eh kaum noch Sub­stantielles erwarten kon­nte. Gut, hätte ich gewusst, dass neben mir noch ein Ex-Biele­felder-Blog­ger da rum­schwirrt, hätte es mich noch etwas länger vor Ort gehal­ten.

Als ich allerd­ings am näch­sten Mor­gen das Gezeter mitan­le­sen durfte, war ich ganz froh, den Rest des Abends ander­swo ver­bracht zu haben. Nix für ungut: Es war sicher­lich für die Ver­anstal­ter aufwendig, alle Klam­ot­ten beisam­men zu bekom­men, da waren sicher­lich nur nette Men­schen, alles war auch ganz nett, aber es ver­leit­ete nicht zum Bleiben.

Aktu­al­isierung

Die Reak­tio­nen auf diesen Artikel lassen darauf schließen, dass wir mit unser­er Men­schenken­nt­nis ganz gut liegen:

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