Anja Karliczek zur Verabschiedung des Lebensversicherungsreformgesetzes

Es ist mir ja glatt entgangen, dass sich Anja Karliczek in der Debatte zum Lebensversicherungsreformgesetz noch einmal zu Wort gemeldet hat:

Wieder jault sie mit den Versicherungen und kommt der Kritik der angesprochenen Susanna Karawanskij, es würden keine belastbaren Daten zur Debatte gestellt, nicht nach. Herbert Fromme sieht die Reform in der Süddeutschen Zeitung so:

Die Lebensversicherer haben sich verzockt. Sie haben in den 90er- Jahren hohe Zinsgarantien bis zu vier Prozent zugesagt, um ihre überteuerten Angebote zu verkaufen. Heute haben sie Probleme, die Garantien zu verdienen. Die Antwort: Jetzt muss die gesamte Kundschaft ran. Die nötigen Rückstellungen für die Hochzinsgarantien dürfen nun auch die Kunden stemmen, die sich mit den niedrigen Zinsgarantien von 1,75 oder 2,5 Prozent zufriedengeben müssen. […] Der Gewinn des Marktführers Allianz Lebensversicherung steigt derweil kräftig. Die Kunden haben nichts davon.

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Presseverleger knicken gegen Google ein

Die in der VG Media versammelten Presseverleger

sehen sich […] gezwungen, gegen ihren Willen die VG Media anzuweisen, Google eine ‚Gratiseinwilligung‘ zu erklären.

Spätestens wenn jemand Pressemitteilungen rausgibt, dass er Anweisungen an Unternehmen rausgibt, die gegen seinen Willen geschehen, darf man die Frage nach dem Geisteszustand stellen.

Es geht in diesem Zusammenhang darum, dass die Artikel der Presseerzeugnisse der Verlage weiterhin bei Google mit Link und Anreißer auftauchen. Google hatte angekündigt, auf Artikelanreißer von Verlagen, die Google keine Veröffentlichungserlaubnis einräumt, zu verzichten. Das hätte bedeutet, dass diese Artikel über Google nicht mehr so gut zu finden wären. Die Suchmaschinen bei web.de, gmx.de und der Telekom haben diesen Schritt bereits umgesetzt.

Die Verlage haben damit eingeräumt, dass sie mehr von Google profitieren als ungekehrt. Das Verdrehen von Ursache und Wirkung dürfte damit so langsam ein Ende haben: Nicht Google profitiert monetär direkt von den eigentlichen Artikeln der Verlage, die Verlage profitieren durch die Verlinkung durch Google.

Die Eigendarstellung der Verlage in dieser Sache war erschreckend dumm. Sie haben nirgends außer in der belobbyten Bundespolitik und bei ihres Gleichen Verständnis erlangt, sondern Ansehen verloren. Sie mussten sich selbst vom Bundeskartellamt erst noch sagen lassen, dass Google nicht verpflichtet werden könne, LSR-Inhalte einzukaufen. Ein journalistisches Komplettversagen in eigener Sache.

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