Morgenkaffee

Felix Dachsel erzählt, wie er in seiner Heimatstadt im Erzgebierge im Angesicht von Neonazis aufgewachsen ist, die meist in der Überzahl, durchtrainierter und geistig oftmals neben der Spur waren. Was ihn derzeit aber wirklich ängstigt ist:

Mehr Angst als um mich habe ich, wenn ich sehe, wie sich Rechte und Menschen aus der bürgerlichen Mitte verbünden. Wenn ich davon lese, wie gegen Asylbewerber demonstriert wird. Da ist für mich nicht mehr der einzelne Nazi das Problem, sondern Teile der Gesellschaft. Dagegen kann man sich mit Pfefferspray nicht wehren.

Das ist wohl mit Blick auf Dresden geschrieben worden, in Düsseldorf ist Pegida ja eher ein klassischer Rohrkrepierer. Im Verhältnis betrachtet waren bei der Demo gegen das Rauchverbot in Kneipen deutlich mehr Teilnehmer – und das waren vielleicht Nulpen. Von den vielen Demos, die unter dem öffentlichen Radar herziehen, mal ganz abgesehen.

Bei der Kriminalakte bespricht man Liebe ist das perfekte Verbrechen, die Verfilmung von Philippe Djians Die Rastlosen, schreibt leider nur nicht, wie man das alles fand.

Und während ich mir die Frage stelle: Wie lange dauert es wohl noch, dass man sich medial an Demos gewöhnt? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Continue Reading

Nachdem Marc Schrameyer letztes Jahr seinen Hut bei der SPD in den Ring geworfen hat, hat die Junge Union bestätigt, was die Spatzen schon länger von den Dächern gepfiffen haben: Karl-Heinz Hagedorn ist bei der CDU im Rennen. Ob anstelle oder als Konkurrent von Ulrich Remke, der doch bemerkenswert oft bis zum Herbst im Lokalblättchen abgelichtet worden ist, ist unklar.

Ebenso unklar ist, wie weit die Unterstützung dieses neuen Kandidaten seitens der CDU Ibbenbüren geht, sollte Ulrich Remke auch im Rennen sein. Denn das Profil von Karl-Heinz Hagedorn deckt sich mit dem Ulrich Remkes: Verwaltungserfahrung, vergleichbarer Bekanntheitsgrad, zumindest gebürtiger Ibbenbürener, nach einer Wahlperiode im Rentenalter. Remke hat sich bei der letzten Wahl gegen Amtsinhaber Steingröver beachtlich aus der Affäre gezogen und sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei einer kaum zu gewinnenden Wahl geliefert. Dagegen ist Hagedorn bei der CDU-internen Wahl zur Kandidatur für den Bundestag gegen Anja Karliczek sang- und klanglos untergegangen.

Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja auch noch weitere Vorschläge gegen Marc Schrameyer, der auch erst noch aus der Deckung kommen muss.

Continue Reading
Continue Reading