Totgeburt Jugendparlament

Manchmal stinkt der Fisch vom Kopf her, aber wie soll ein toter Fisch so etwas bemerken? Die Jugend in Ibbenbüren sei politikverdrossen, so meint man bei den Parteien. Sie müsse aber zu ihnen, den Parteien, kommen. Man müsse jeden Strohhalm ergreifen, sei darauf angewiesen, Jugendliche mehr an Politik zu beteiligen.

Die politischen Parteien haben den Anschluss an Erwachsene unter 35 Jahren komplett verloren. Das sollte man sich einmal eingestehen. Und darüber sieht es bis in die 50 Jahre auch nicht gerade berauschend aus. Das Problem ist hausgemacht und kein spezifisch jugendliches Problem. Menschen in Ibbenbüren sind parteiverdrossen, politikerverdrossen, nicht politikverdrossen. Und wenn man sich das uninspirierende Untergangsgerede im Zusammenhang mit dem Jugendparlament anhört: Wer kann es ihnen verdenken?

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Eine sachgerechte Analyse der Lage ist damit Voraussetzung. Aber wenn man schon hört, dass man bei der CDU halt das nächste „Projekt Kommunalpolitik“ aus der Schublade holt, der weiß, dass das Projekt Jugendparlament für diese Partei tot ist. Es ist schlicht zu teuer.

Es liegt nicht an den Jugendlichen, es liegt an den Kosten. Schon allein der Wahlgang in Münster für das dortige Jugendparlament kostet mehrere zehntausend Euro. Dazu kommen Personalkosten und Gelder, über die Jugendliche verfügen müssen, denn man wird keine Jugendliche für Kommunalpolitik begeistern können, wenn diese nur Beiwerk sein sollen. Das ist viel Geld für eine Klientelpolitik des immer kleiner werdenden Mittelstandes.

Wer etwas beleben will, muss da ansetzen, wo noch etwas Leben ist.

meint man bei der konservativen Seite der IVZ. Das stimmt, nur geht es genau genommen eben nicht um die Belebung von Politik, die kann an noch vielen anderen Stellen belebt werden und das weitaus günstiger. Es geht um die Belebung von Parteipolitik. Und die ist eben schon ziemlich tot. Doch die unangenehme Wahrheit für die Klagenden ist: Politik geht auch ohne diese Parteien.

Warum die Probleme der Parteien nun allerdings die Stadtverwaltung lösen soll, das erschließt sich wohl nur den Parteien selbst.

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