AfD-Kreisverband Steinfurt sucht Alternative für Draußen

„Ihr müsst draußen bleiben“ – das hat nun der Restvorstand des Steinfurter Kreisverbands der AfD erneut zu hören bekommen und daher sagte man den Stammtisch ab. Nicht ohne zu betonen, dass die bösen Linken, die sich höchstvermutlich mit bösen linken Emsdettener Gruppierungen zusammenverschworen haben, daran vermutlich irgendwie Schuld sind:

Angriff aufs Grundgesetz – paktiert die LINKE im Kreis mit Autonomen?

Ja, wer kennt sie nicht, die linksradikalen, marxrechtsdrehenden Autonomen aus Emsdetten.

Während An- und Übergriffe auf Mitglieder oder Sachgegenstände der Alternative für Deutschland bundesweit mit immer größerer Aggressivität bis hin zu Schüssen auf Wahlkampfhelfer geführt werden, hat das grundgesetzwidrige Einschränken von Versammlungs- und Meinungsfreiheit nunmehr auch den Kreis Steinfurt erreicht.

Weil man nicht inne Kneipe reinkommt, nachdem man sich dauerhaft rechtspopulistisch äußert, u.a. auf der Kreisverband-Facebook-Seite, glaubt man, das Grundgesetz sei angegriffen? Deswegen heult man rum?

Da passt dann aber auch wieder Arsch auf Eimer, denn was auf der Facebook-Seite dieses personell etwas ausgehöhlten Kreisverbandes alles an antisemitischen, rassistischen, frauendeindlichen, verschwörungstheoretischen und sonstwie vollverdröhnten Äußerungen geduldet wird, das entspricht eben auch einer vollkommen rückgradlosen Position.

So groß die Anzahl derjenigen, die die Seite geliket haben erscheinen mal, real wollen dann doch nicht so viele mit diesem Kreisverband zu tun haben: Gerade mal eine Person sagte für den Stammtisch zu, und die ist auch noch eine von drei Personen des Restvorstandes. Früher sah das auch nicht anders aus. Da wundert es dann auch nicht mehr, dass sich auf den Eintrag zur Absage nur vier Leute reagieren, die allesamt nicht im Kreis Steinfurt wohnen – wer fühlt schon mit bei einer Zombietruppe?

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Bürgerwehrexperte

POPCORN! Einer der Miterfinder der Ibbenbürener Terrorzelle hat übrigens wieder was rausgefunden, und zwar, dass sich im Münsterland Bürgerwehren formieren:

Im beschaulichen Sassenberg laufen die „Wachsamen Sassenberger“ Streife, in Ahlen nennt sich die Truppe „Ahlener schützen Ahlener“, im Westen des Münsterlandes sind die „Bürgerwehr Gronau-Epe“ und die „Bürgerwehr Bocholt“ auf den Plan getreten. Letztere kündigt via Facebook an, „ab dem 22. Januar noch präsenter zu werden“ und die „Mannstärke deutlich zu erhöhen“.

Jetzt werden Sie sagen: Das ist doch bestimmt ein kompetenter Mann. Der wird ja wohl Ahnung haben. Der kann doch wohl recherchieren. Der kann doch wohl googlen. Der kann doch wohl Satire von Ernst unterscheiden.

Nun ja:

Satire kann – zumindest laut Wikepedia – Zustände oder Missstände in sprachlich überspitzter und verspottender Form thematisieren. Das Problem dabei ist nur, dass viele Leser (und manchmal selbst gestandene Journalisten) Satire nicht als solche erkennen und sie für bare Münze nehmen. So auch zur Zeit bei der Facebook-Fanseite „Bürgerwehr Bocholt“ mit dem Zusatz „Das Original“, die in kopierter Form auch unter dem Pseudonym „Bocholter Bürgerwehr“ daherkommt. Deren Macher verballhornen die von Stefan Bambuch gegründete Gruppe „Bocholt Bad News“ derartig gekonnt, dass Ihre Aufrufe zu Sauberkeit und Ordnung, zur sortenreinen Altglastrennung, zum ordnungsgemäßen Abbiegen mit Handzeichen, zum korrekten Einhalten der Hausordnung und insbesondere zum Notierten und Melden verdächtiger Autos mit fremdartigen Nummernschildern von einigen für bare Münze genommen und bitterbös kommentiert werden.

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Die ominösen 10.000

In ihrer Erklärung, weswegen man den monatlichen Bezugspreis der Zeitung auf 36,90€ erhöht, verweist die IVZ abermals auf die ominösen 10000, die angeblich tagtäglich ihre Seite aufsuchten:

Dennoch weitet die IVZ ihre Angebote insbesondere in den neuen Medien deutlich aus: Mehr als 10000 Menschen täglich nutzen bereits die für unsere Abonnenten exklusiven Digitalinhalte. Das freut uns sehr und ist uns Verpflichtung, auch weiterhin ein umfangreiches und unabhängiges lokales Informationsangebot anzubieten – gedruckt und digital.

Und wieder einmal ist es doch merkwürdig, dass die veröffentlichten Zahlen der IVZ bezüglich der Nutzer ihrer Internetseite eine andere Sprache sprechen.

Für den Januar hat es nach eigenen Angaben 260.527 so genannte Visits gegeben. Ein Visit ist das Aufrufen einer Internetseite durch einen fremden Rechner. Ruft eben dieser Rechner die Seite nach einer halben Stunde Untätigkeit wieder auf, wird ein weiterer Visit gezählt. Ein einzelner Visit ist somit nicht gleichbedeutend mit einem einzelnen Menschen. Einzelne Menschen können täglich diverse Visits erzeugen. Irgendwelche Computer ohne direkte Veranlassung durch einen Menschen aber eben auch.

Selbst wenn einzelne Visits einzelne Menschen, d.i. Unique Visitors, wären, käme man nicht auf 10.000 Menschen täglich, die das Angebot der IVZ nutzten – ganz zu schweigen von den Inhalten hinter der Bezahlschranke.

Interessanterweise entfallen allerdings nur etwa 80% dieser Visits auf die Domain ivz-online.de. Das hängt damit zusammen, dass die Zahl aller Visits sich aus unterschiedlichen Domains speisen, etwa 12% kommen durch newssquare.de, dort wo das E-Paper der Zeitung gehostet wird. Insofern ist fraglich, ob nicht doppelt Visits gezählt werden, denn das E-Paper erreicht man im Grunde nur durch die Hauptdomain der Zeitung, wo ja schon ein Visit gezählt wurde.

12% von 260.527 ergeben etwa 1000 Einloggungen zum E-Paper am Tag. Das passt zu der Zahl, die offenbar angibt, wie viele „Paid“-Visits die Seite der Zeitung im Januar hatte: 74.878, das wären etwa 2415 registrierte Visits am Tag.

 

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IVZ beendet Metrickz-Ignorieren

POPCORN! Fünfeinhalb Jahre, nachdem in diesem Blog geschrieben wurde, dass Metrickz auf sich aufmerksam macht, hat die IVZ ihn entdeckt.

Nein! Doch! Oh!

Und sie haben sogar schon in Wikipedia nachgelesen, wer das wohl ist.

Nein! Doch! Oh!

Sie haben sogar rausgekriegt, dass er wohl letztes Jahr mal ganz oben in den deutschen Charts war.

Nein! Doch! Oh!

Sollen wir mal über das Wort „aktuell“ in „IVZ aktuell“ reden?

Nein! Doch! Oh!

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Ahnungsloses Geschwafel für Deutschland

POPCORN! Der Kreisverband Steinfurt der AfD reagiert auf Ernst Goldbecks Behauptung, die AfD sei rechtsradikal und würde durch Schüren von Neid und Missgunst die Gesellschaft gegeneinander aufhetzen zu wollen.

Als Grundgesetz-Partei richtet sich das politische Wirken der AfD in der aktuellen Zuwanderungssituation zu keiner Zeit gegen die Migranten selbst. Weder negiert die AfD das Asylrecht oder den Flüchtlingsstatus noch die sich daraus ergebenden Rechte und Verpflichtungen.

Gönau, und wie war das mit dem Gebrauch der Waffe gegen Flüchtlinge? Was so eben nicht im Grundegesetz steht und Flüchtlingen Grundrechte auch nicht zugestehen würde?

Wir fordern statt dessen die politisch Verantwortlichen auf, endlich wieder zu geltendem Recht und Gesetz zurückzukehren. Sowohl nach nationalem wie europäischem Recht ist klar definiert, wer Anspruch auf Asyl hat, wem der Flüchtlingsstatus zuerkannt wird oder wer Wirtschaftsmigrant ist. Diese rechtlichen Grundlagen wurden im letzten Jahr ohne jede Legitimation durch Frau Merkel faktisch außer Kraft gesetzt. Würde man diesen entsprechen, müssten zahlreiche Fragen auch hier im Kreis gar nicht erst diskutiert werden und diejenigen, die unsere Hilfe wirklich brauchen, müssten nicht monatelang in Auffanglagern hausen.

Ach? Gibt’s da vielleicht mal eine dezidierte Berechnung zu dieser Behauptung oder ist das mit dem Rechtsbruch und der Zahl bewilligungsfähiger Asylbewerbungen jetzt nur so ein rechtspopulistisches Geschwafel?

Eine juristische Bewertung der Äußerung Ernst Goldbecks behalten wir uns indes vor.

JA! Das sollte die AfD unbedingt anstreben. Es wäre für die Gesellschaft sicherlich hilfreich, wenn mal gerichtlich festgestellt wird, ob die AfD rechtsextremen oder bloß rechtspolulistischen Kram von sich gibt. Da werde ich vorm Gericht Popcorn verkaufen. Aber ehrlich gesagt, ist das wohl bloß heiße Luft – wie alles von der AfD.

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Wie man sich durch Zündeln angreifbar macht

Da bahnt sich Streit an

leitete die IVZ vorgestern einen Leserbrief Ernst Goldbecks an, aber dass es dann ein Streit zwischen der IVZ und Ernst Goldbeck wurde, das war wohl nicht damit gemeint. Rollen wir das ganze doch mal im Kern auf. In einem ersten Leserbrief schreibt Ernst Goldbeck:

Wenn nun Hans Jürgen Streich von der FDP ohne jegliche faktische Begründung, spekulativ in den Raum argumentiert, dann will er und seine FDP von einer unheilvollen Stimmungslage profitieren. Der FDP Fraktionschef Lindner versuchte das ebenfalls im NRW Landtag. Mit seiner Rhetorik war nicht weit von der rechtsradikalen AfD entfernt. Ähnliches schimmert in der Ibbenbürener FDP Pressemitteilung durch.

Sofern einem Kritiker eines Textes nichts als der Text zur Verfügung steht, gehört es zum guten Ton einer Kritik, nicht die schlimmste Interpretation eines Textes anzunehmen, wenn es eine ebenso taugliche, wohlwollende Interpretation gibt. In diesem Fall hat es allerdings auch die Möglichkeit gegeben, Ernst Goldbeck einfach anzurufen, um ihn zu einer inhaltlichen Unklarheit, wenn man sie denn befände, zu befragen. Das ist offenbar seitens der IVZ unterlassen worden.

Das Zitat lässt sich im Grunde einfach aufdröseln: Ernst Goldbeck meint, Hans Jürgen Streich instrumentalisiere eine emotional hochgekochte politisch Angelegenheit zur Beförderung der eigenen Partei, Christian Lindner habe dies im NRW-Landtag ebenso getan und eine solche Instrumentalisierung schimmere in der Pressemitteilung der Ibbenbürener FDP durch. Außerdem hält Goldbeck die AfD für rechtsradikal und Christian Lindners Rhetorik nicht weit von der AfD entfernt. Das ist jetzt nicht sooo schwer, das so zu lesen.

Bei der IVZ liest man es ausschließlich negativ:

Bürgermeister wollte er werden, Fraktionsvorsitzender der Linken im Rat ist er immer noch. Jetzt hat Ernst Goldbeck offenbar eine weitere Rolle eingenommen: Die des Brandstifters.

Was ist denn daran so bemerkenswert, dass Ernst Goldbeck Bürgermeister werden wollte, liebe IVZ? Und das er „noch“ Fraktionsvorsitzender der Linken im Rat ist, worauf soll das nun abzielen? Und welchen Brand hat er gestiftet? Hätte man die Einleitung zur Kritik nicht ein winzigwenig sachlicher ausdrücken können?

Die Ibbenbürener FDP und ihre Landespartei in die Nähe des Rechtsradikalismus zu rücken, ist nicht nur absurd, sondern geradezu infam.

Und insbesondere: Das ist überhaupt nicht passiert. Die hier zu Grunde gelegte Sichtweise ist schon eine ausgesprochen negative, wenn auch nicht unmögliche Interpretation, indem im Text Goldbecks das Wort „Ähnliches“ auf die Rhetorik Christian Lindners, die AfD-nah sein soll, bezogen wird.

Besonders daher, weil Christian Lindners letzte Äußerungen im Parlament gerade kritisierten, dass man mit gegenseitigen Beschuldigungen der AfD-Nähe die Rechte nur noch größer mache.

Das ist wohl der Anstoß der Kritik: Christian Lindners Rede im Landtag, sofern diese damit gemeint ist, sei nicht so deutbar, dass sie als etwas eingeschätzt werden könnte, was man derzeit gemeinhin als Ton der AfD versteht. Das sehe ich auch so.

Es stellt sich die Frage, wer sich da tatsächlich auf der Welle der Flüchtlingsfrage parteipolitisch profilieren möchte. Der Eindruck, dass Goldbeck es tut und dabei unsäglich mit dem Feuer spielt, drängt sich auf.

Nein, das tut er nicht. Ein solcher Gedanke kommt einem im Grunde nur in den Sinn, wenn man meint, dass Ernst Goldbeck bloß ein politischer Schaumschläger sei. Und damit tut man ihm durchaus unrecht. Seine Verärgerung in Hinsicht auf diese Darstellung ist somit verständlich:

Ich distanziere mich nochmals ganz klar von Ihrer Darstellung, die FDP habe eine gewisse Nähe zur AfD.

Wozu man sich allerdings bei der IVZ genötigt sieht, Folgendes herauszustellen:

Anmerkung der Redaktion: In der ursprünglichen FDP-Mitteilung ging es um Kritik der Liberalen an der Flüchtlingszuweisung und Kostenerstattung, in der Großstädte laut FDP bevorzugt seien. Goldbeck konstatierte darauf, die „Rhetorik“ der FDP sei „nicht weit von der rechtsradikalen AfD entfernt“ gewesen.

Ja, da kann man auch mal klatschen: Da stellt Ernst Goldbeck klar, dass er „die FDP“ nicht in „gewisser Nähe zur AfD“ sehe und die IVZ kontert mit einer, dieses Mal, eindeutig falschen Interpretation, nach der Ernst Goldbeck eben doch behauptet habe, was er in seiner Klarstellung von sich weist. Von der Rhetorik der FDP hat Ernst Goldbeck überhaupt nicht gesprochen.

Wer zündelt denn nun hier?

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