Nervling

Wenn das Musikgeschäft fair wäre, gäbe es so etwas wohl nicht: Eine unheim­lich gute Band, die fast nur eigene Songs spielt, Deich­brand erfahren, vor einem Minipub­likum. Gibt es aber, was wiederum für das anwe­sende Pub­likum unfass­bar gut ist: Denn was ist schön­er, als so ein kleines Konz­ert, wenn man eine Band ganz nah erleben möchte?

Die weni­gen Zuschauer macht­en dann allerd­ings keinen Hehl aus ihrer Begeis­terung und applaudierten und gröhlten, was die Hände und die Lunge her­gab. Eine dicke Empfehlung für alle, die ihren Konz­ert­geh­plan für 2017 noch nicht voll haben, denn dann, genauer: am 20. Mai, ist Nervling wieder im Lande.

[ Nervling, 23.10.2016, The Pitch­er, Düs­sel­dorf, 30 Zuschauer ]

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Wenn Literatur lebendig wird

Die Unter­hal­tungskonkur­renz war groß für die Klangschlür­fer: Im Fernse­hen brachte die ARD ein unspan­nen­des Bay­ern-Pokalspiel, in der Schauburg gab irgen­dein Ex-Gewicht­she­ber zur Bewer­bung sein­er Per­son Gefühlsab­nehmtipps. In den Saal der Alten Sparkasse ver­lief sich kaum jemand. Umso mehr darf man mal darauf hin­weisen, dass die lokale Berichter­stat­tung auch sehr gut über Lit­er­atur schreiben kann: Wenn Lit­er­atur lebendig wird, dann beflügelt es offen­bar auch Jour­nal­is­ten. Dann haben einzelne Absätze eine Qual­ität, die man anson­sten verge­blich in der Zeitung sucht.

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Bürgermeisterliche Nebentätigkeiten

Die IfI kri­tisiert die IVZ-Berichter­stat­tung bezüglich der neben­beru­flichen Tätigkeit­en des Bürg­er­meis­ters. Das liest sich in der gekürzten Ver­sion in der IVZ allerd­ings etwas hol­prig:

Nichts, nada, und noch weniger. So viel zur Wahrung der jour­nal­is­tis­chen Sorgfalt­spflicht der IVZ-Autorin über die Behand­lung der Neben­tätigkeit­en des Bürg­er­meis­ters in der jüng­sten Ibben­büren­er Ratssitzung. Stattdessen viel mei­n­ungs­machende Berichter­stat­tung statt eines Fak­tenchecks, die erste Tugend eines Beruf­s­standes wäre, der sich um Wahrheits­find­ung auch nur im Ent­fer­n­testen bemüht.

Da fehlen Anschlüsse und es wer­den Anschlüsse (“Stattdessen”) dargestellt, die so gar nicht beste­hen. Im Orig­inal­text beste­hen diese Anschlussfehler nicht:

Der Ein­druck unsach­lich­er ten­den­z­iös­er Wieder­gabe wird ver­stärkt durch den Kom­men­tar von Frau Sabine Plake, die mit der Fest­stel­lung endete, UWG hätte mit Dreck gewor­fen in der Hoff­nung, dass auch bei falsch­er Tat­sachen­be­haup­tung etwas hän­gen bleiben würde. Sie führte weit­er aus, dass diese Art des poli­tis­chen Umganges strate­gis­ches Ziel der UWG IFI sei, um poli­tis­che Geg­n­er zu diskred­i­tieren.

Nichts, nada, und noch weniger. Soviel zur Wahrung der jour­nal­is­tis­chen Sorgfalt­spflicht der IVZ-Autorin über die Behand­lung der Neben­tätigkeit­en des Bürg­er­meis­ters in der jüng­sten Ibben­büren­er Ratssitzung.

Stattdessen viel mei­n­ungs­machende Berichter­stat­tung statt eines Fak­tenchecks …

Die so gescholtene Zeitung druckt dann den aktuellen Pres­se­text der IfI genau ohne den wichtig­sten Teil. Denn dort ste­ht der Inhalt des rechtlichen Vor­wurfs, den die IfI macht:

Die Befürch­tung unser­er Wäh­lerge­mein­schaft von möglichen Inter­essenkon­flik­ten zwis­chen Bürg­er­meis­ter­amt und neben­beru­flich­er Tätigkeit waren mehr als begrün­det. Denn als Geschäfts­führer und Gesellschafter kon­nte er Kraft GmbH-Recht in alle Akten Ein­sicht nehmen, Man­date und Gewinne steuern und damit die größten Vorteile aus der Sit­u­a­tion ziehen.

Es spricht für sich, diesen Teil auszu­lassen bei einem Leser­brief, der, was auch aus­ge­lassen wird, das jour­nal­is­tis­che Handw­erk der Zeitung kri­tisiert.

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Daine klettert

.“Ich liebe Dich über alle” — gle­ich als Reden­sart über­nom­men. Und “du gib­st mir das, was ich brauch’, sog­ar das Geld für den Tank” sowieso.

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Baumanns Brauhof

An der Mün­ster­straße befind­et sich diese Mis­chung aus Restau­rant und Kneipe. Man merkt gle­ich, dass das Geschäft läuft, auch am Sam­stag ver­sam­meln sich Stam­mgäste und ein Stammtisch vorm Tre­sen.

Wir bestell­ten Schnitzel Holzfäller Art und Fisch von der Tageskarte. Daneben gibt es saisonale und Stan­dard­gerichte — für Abwech­slung ist gesorgt. Vor­ab gab es ein Süp­pchen, der Beila­gen­teller war sin­nvoller­weise nicht mit ein­er schw­eren Joghurt­sauce, son­dern mit ein­er leichteren Sen­f­sauce verse­hen. Der Fisch war gut, die gekocht­en Kartof­feln etwas zu fest. Die Bratkartof­feln des Steams hät­ten mehr Zeit in der Pfanne und weniger Fett gut getan, eben­so dem Schnitzel, das unter der Panade kaum zu schmeck­en war. Gut­bürg­er­liche Küche, wenn auch — wie angedeutet — beim Fleisch zu fet­tig.

Abge­se­hen davon bietet man für seine Gäste immer wieder Unter­hal­tungsange­bote, der Gesel­ligkeit wird also Aufmerk­samkeit geschenkt. Und die Stam­mgäste danken es den Betreibern durch Treue, denn umge­zo­gen ist die Kneipe zuvor von der Duis­burg­er Straße. Für die Ziel­gruppe 100%ig in Ord­nung, für Grüp­pchen zu Viert, um abends einen zu trinken, Karten zu klop­pen und etwas als Grund­lage zu ver­fut­tern, sich­er auch nicht verkehrt.

Von fünf möglichen Düs­sel­blogkochlöf­feln vergeben wir:

[ Bau­manns Brauhof, Mün­ster­straße 105, 40476 Düs­sel­dorf ]

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Münstereck

Hier wird noch der gesamte Deren­dor­fer Klatsch und Tratsch von leicht ange­grauter Gesellschaft am Tre­sen der alt­back­e­nen, aber gar nicht so kleinen Eck­kneipe ver­han­delt. Das ist gut so und das Essen entsprechend: Gut­bürg­er­lich zu angenehmen Preisen. Die Erb­sen und Möhren scheinen aus der Dose zu kom­men, aber das Gericht ist wie bei Mut­tern. Insofern nicht unbe­d­ingt etwas beson­deres, aber immer­hin gibt es Stan­dard­gerichte und wöchentlich abwech­sel­nde Gerichte auf der Speisekarte.

Daher vergeben wir von 5 möglichen Düs­sel­blogkochlöf­feln:

[ Mün­stereck- Rather Str. 2, 40476 Düs­sel­dorf ]

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Shanghai Garden

Auch beim Shang­hai Gar­den gilt: Es gibt asi­atis­che Restau­rants, die mit der zeit gehen, es gibt solche, die machen das, was sie immer gemacht haben: Grund­solides asi­atis­ches Essen. Unsere Gerichte waren nicht über­fet­tig, wur­den gut ver­daut, waren aber geschmack­lich auch nicht nach­haltig beein­druck­end. Die Atmo­sphäre ist ruhig, die Bedi­enung in unserem Fall zuvork­om­mend, das Bezahlen mit der Karte hat geklappt (was andere anders schildern). Man wird satt, für einen Chi­ne­sen in Ger­resheim um die Ecke solide, man muss da aber nicht extra hin­fahren.

Von fünf möglichen Düs­sel­blogkochlöf­feln vergeben wir:

[ Shang­hai Gar­den, Unter den Eichen 2, 40625 Düs­sel­dorf ]

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