Faktencheck: Datenvolumenverbrauch in Deutschland

Wenn andere ungeprüft Aussagen in ihre Texte holen, schauen wir mal genauer nach:

Smartphones, Tablets oder Smart-TV: Kaum eine Entwicklung der vergangenen Jahre hat so große Auswirkungen auf alle Lebensbereiche genommen wie das Internet und die damit verbundenen Dienste und Möglichkeiten. Dabei werden immer schnellere und leistungsfähigere Internetverbindungen benötigt, um die stetig steigenden Datenmengen verarbeiten zu können. Diese verdoppeln sich laut Stadt derzeit im Schnitt alle zwei Jahre.

Richtig oder falsch? Falsch.

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Der Spiegel zum Ende des Steinkohlebergbaus

Während man in Ibbenbüren schmerzbefreite Bergbaufolklore für 2018 ins Leben zu rufen versucht, widmet sich ausgerechnet der SPIEGEL einer tiefschürfenderen Analyse:

Rund 200 Milliarden Euro habe die Subventionierung des Steinkohlebergbaus die Steuerzahler gekostet oder werde sie noch kosten, sagt der Energieökonom Manuel Frondel vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung: „Es ist ökonomischer Irrsinn, 1200 Meter unter der Erde Kohle abzubauen.“ In Ibbenbüren, einem der tiefsten Kohlebergwerke Europas, geht es sogar noch weiter hinab: bis auf 1500 Meter Tiefe. Es ist ein irrwitziger Aufwand, den schwarzen Stoff heraus- und hinaufzuholen.

Und einen Blick auf künftige Probleme hat man auch:

Angst vor dem Ende der Kohleförderung haben hingegen viele Bewohner der Grundstücke oberhalb der Stollen. Denn bislang steht die RAG für Bergschäden gerade: etwa, wenn sich der Boden absenkt und Risse in den Häusern verursacht. Was, wenn die Stollen geflutet werden und das Wasser den Boden wieder hochdrückt? Reichen die Rückstellungen der RAG für künftige Bergschäden aus? Oder muss der Steuerzahler einspringen?

Fairer Weise muss man auch sagen, dass der SPIEGEL auch schon früher entsprechend über den Ibbenbürener Bergbau berichtet hat:

so überflüssig wie die Kohle ist auch der Strom aus Ibbenbüren. Das Essener Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk (RWE) hält den Meiler für verzichtbar, und das will was heißen. Vorstandsmitglied Günther Klätte fände es jedenfalls sinnvoller, „die Kohle in die Nordsee zu schütten“.

Und Lokalzeitungskritik gab’s oben drauf:

Das Lokalblatt, die „Ibbenbürener Volkszeitung“, mochte da nicht abseits stehen. Ein im Münsterland verbreiteter Bericht über eine Aktion von Robin Wood vor dem Kraftwerk wurde für die Ibbenbürener Leser ausgetauscht: Sie fanden dort das Photo einer 80 Jahre alten Dampfmaschine.

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Zitate für Dummies (9)

Unsere 15 Lokal- und über 30 Mantelredakteure recherchieren sorgfältig, überprüfen die Nachrichtenquellen und hinterfragen Informationen.

Ja, ja.

„Sie meinen alle, für dich da zu sein, aber sobald sie glücklich sind, ist es ihnen egal wie es dir geht…!“

Jean-Jacques Rousseau (1712 – 1778), Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist

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Nervling – Keine Ahnung

Zur passenden Einstimmung in den Sommer gab es vor Kurzem ein Nervling-Konzert in Ibbtown. Und ohne das zu wissen, war der Termin dicht vor der Veröffentlichung des ersten ganz in deutscher Sprache gehaltenen Albums der Hamburger Band. Wenn Linda Perry und Joe Cocker einen drauf gemacht hätten und Songs auf deutsch rausgebracht hätten, es klänge ungefähr so:

01. Ziemlich egal Trotziger Einstand. Die Musik passt in seiner Widerspenstigkeit zum Text.
02. Schneewittchen Eine Art Märchen-Song einer Frau, die sich von einer Konkurrentin nicht ausbooten lassen will – wird gerade gesanglich über alle Seichtheiten getragen.
03. Rosalie Jede deutschsprachige Band braucht wohl ein Vornamenlied. Dieses hat Ohrwurmqualität – auch wenn es etwas an Aurelie, so klappt das nie erinnert.
04. In einer anderen Welt Schöne Wiederbelebung der Powerballaden der 80er.
05. Die Gedanken sind frei Wieder durch herausragenden Gesang getragenes Protestlied.
06. Der große Blender Erinnert etwas an The great pretender in typischem Nervling-Sound.
07. Sowieso froh Laut Interview war es dieses Lied das nach dem Verfassen ein ganzes Album deutschsprachiger Lieder nach sich zog. Froh auf sowieso zu reimen rückt das Lied nahe an Kinderlieder.
08. Energie Energiestrotzendes Lied, das aber eben auch wie ein Kinderlied daherkommt. Dann ist es halt für alle was.
09. Der letzte Schrei Grandios von Tom Baetzel gesungene Ballade.
10. Duett Etwas jammerig daherkommendes Duett.
11. Keine Ahnung Zum Ende noch ein ohrwurmtaugliches Lied, das gesanglich und instrumental zu überzeugen weiß.
12. Ich hör nicht auf (live) Dieses Lied gab es schon auf der letzten Platte zu hören und ist wohl der Grund, weswegen es überhaupt den Schritt in das Schreiben deutschsprachiger Lieder gegeben hat.

Endlich mal wieder ein Album, das man abwechslungsreich ganz an hören kann. Reinhören und bestellen kann man hier.

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