Hochoffiziell

POPCORN! Auf der Suche nach neuen Themen macht das Lokalblatt jetzt Internetseitenkontrolle: Ein Musikschullehrer hat auf seiner privaten Internetseite Videos eingestellt, in denen Politiker der AfD zu Wort kommen. So weit, so vollständig von der Meinungsfreiheit gedeckt: Man darf strunzdämliches Zeug auf seiner eigenen Internetseite veröffentlichen ✓. Die Zeitung stellt ihn dennoch an den Pranger – jetzt, wo der Nachbar keine Werbung mehr schaltet, kann man auch endlich mal gegen die AfD holzen. Wo ist also für die Zeitung, die kein Problem mit ihrem Karikaturisten hat, der Casus Knaxus?

Perfide wird es aber, wenn Till unter dem hochoffiziell klingenden Namen „Musikschule Recke“ Botschaften vom rechten Rand verbreitet.

Ah, „hochoffiziell“ – das klingt ja schon höchst verdächtig. Nur klingt der Name nicht nur hochoffziell „Musikschule Recke“, er ist es auch. Der Begriff Musikschule ist in Deutschland außer in Bayern für jeden frei verwendbar ✓.

Eltern, Kinder und Jugendliche erwarten hier Informationen über Instrumentalunterricht, aber sicher keine Politpropaganda.

JA, DENKT DENN KEINER AN DIE KINDER? Weil man mit billigem Populismus nicht alleine da stehen will, holt man sich den Bürgermeister von Recke und den Vorsitzenden des Kulturvereins von Recke ins Boot:

Kellermeier findet ebenso wie Rücker, dass politische Inhalte auf einer Musikschule-Homepage „absolut nichts verloren haben“.

Sie hätten auch sagen können, sie finden, das Autos auf Straßen absolut nichts verloren haben, das hätte dieselbe Aussagekraft gehabt. Der Kulturpreis des Kulturvereins ging übrigens 2017 laut dessen Internetseite, die sich hauptsächlich um die Schule für Musik dreht, an

Martin Stroot für sein Lebenswerk der Kulturförderung in der Kommunalpolitik in Recke und im Kreis Steinfurt.

Schnöff tä-tääääääääääääääääääää!

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Lesezeichen vom 11.01.2018

  • SPD-Landtagsabgeordneter Sundermann stellt Kleine … – "Sundermann hat laut Mitteilung außerdem danach gefragt, ob die Landesregierung überlegt, die Kohleregion Ibbenbüren noch nachträglich in den Prozess einzubeziehen oder einen separaten Prozess für die Kohleregion Ibbenbüren anzustoßen."<br>
  • Ausstellung in Ibbenbüren zeigt Leid von Fettleibigen – "<br><br>
    Das Adipositas-Zentrum des Klinikums Ibbenbüren weist zu seinem 10-jährigen Jubiläum mit einer Fotoausstellung auf die Ausgrenzung von fettleibigen Menschen hin. Jeder vierte Erwachsene in Deutschland gilt inzwischen als adipös. 1,4 Millionen Menschen sind schwer adipös. Sie weisen bereits mehrere Nebenerkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck auf."<br>
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DieDenkaz – Kaffee to flow

Und noch eine heutige Neuerscheinung einer Ibbenbürener Band. „Ich bring euch Kaffeetrinken bei, da’s Koksen mir zu teuer ist.“ Brüller. Nein, im Ernst: Sehr gut, weitermachen! Morgen sind die beiden in der Sputnikhalle in Münster zu sehen.

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Donots – Lauter als Bomben

Die Donots legen ihre zweite Langspielplatte auf deutscher Sprache auf. Und dabei kommen sie auf das zurück, was sie richtig gut können: Mainstreamige, aber nicht anbiedernde Texte, schöne Melodien zum Mitgröhlen und ein paar Schnapsideen obendrauf. Geht doch!

1. Geschichten vom Boden Rockiger, schneller Auftakt, bei dem nicht verraten wird, was den die Geschichten beinhalten. Aber das kommt dann vielleicht noch.
2. Keiner kommt hier lebend raus Nein, nicht der Song von 2raumwohnung, etwas punkiger, gleiche Eingenommenheit von dem Spruch. Rockt aber.

3. Rauschen (Auf jeder Frequenz) Hier besprochen.
4. Aschesammeln Melodischer Beziehungskram im rockingen 80er Sound.
5. Alle Zeit der Welt Den Text vergessen wir mal, aber musikalisch ist das ein echter Hinhörer.
6. Whatever Forever Melodie und Gesang stimmen bei diesem Stück viel besser überein, und hey, die Donots erinnern sich an ihre alte Kunst Schnipsel zu verwerten, sehr sympathisch. Nehmt euch’n Keks.

7. Das Dorf war L.A. Laggenbeck? Guido singt diesen Song. Mehr davon.
8. Eine letzte letzte Runde Hier besprochen.
9. Gegenwindsurfen Wieder ein melodischer Kracher mit stimmlicher Unterstützung.
10. Apollo Creed Hier passt alles: Text, Musik und Tempo.
11. Der Trick mit dem Fliegen Rockige, kurze Nummer, die auf’s Singen baut.
12. Das alles brauch ich jetzt Gut, den brauchten wir jetzt nicht: Ein Background-Chor gestützter Um-sich-selbst-Dreher.
13. Heute Pläne, morgen Konfetti Baut wieder richtigerweise auf die musikalischen Qualitäten der Band. Text – ja, ist dabei.
14. Piano Mortale Zauberhaft – perfekt, wenn Guido den gesungen hätte. Und dann vielleicht mehr auf rustikalem Balkanpop.
15. Schablonika Girmondis Sie scheuen sich nicht vor seichter Popmusik, nicht vor ausgefallerem Texten, warum auch.
16. Ösel aus Nürnberg hat Geburtstag Hab ich nicht verstanden, macht aber auch nichts.
Präsentiert haben die Jungs das Album heute Nacht auf einem Parkplatz in Köln – so viel zu bekloppten Ideen:

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