Brodern

Henryk M. Broder sollte einen Preis einer Kleinstadt bekommen, flankiert von Journalisten der Springer-Presse, lehnt diesen aber ab, weil es Widerstand in der Stadt gegen den gewählten Preisträger gab. Das sei ihm zu viel Stress.

Es ist sein gutes Recht, die Reißleine zu ziehen, wenn es einem zu viel wird. Aber merkwürdig ist es doch schon, dass er diese Provinzposse nicht mitnimmt. Die SPD Land Hadeln schrieb:

Broders provokante Aufzeichnungen und Verunglimpfungen nationaler wie internationaler Persönlichkeiten aus Politik, Kirche, Medien etc., der beispielsweise die evangelische Theologin Margot Käßmann als Rassistin verleumdet, erweisen sich als verbaler Sprengstoff und Spaltpilz in der Gesellschaft.

Tatsächlich hat Broder wohl ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat verschwurbelt und verweist darauf, dass andere nicht anders verfahren sind:

Wie die Morgenpost berichtet, erwägt Margot Käßmann „rechtliche Schritte“ gegen Netzwerke, die ihre Rede auf dem Evangelischen Kirchentag falsch wiedergegeben haben. Das ist eine prima Idee. Sie sollte mit der Homepage der Evangelisch-Lutherische Landeskirche Hannovers anfangen.

Statt einer berechtigten Kritik sachlich entgegen zu treten, setzt er sich nur die Narrenkappe auf: Ich bin doch nur einer unter vielen Clowns. Schaut an Hand meiner Beispiele, wie wirr die Welt ist, dagegen bin ich geradezu seriös. Macht Broder sein polemisches Auftreten, bei dem Fehler besser nicht eingestanden werden, zum gesellschaftlichen Spaltpilz? In Broders Welt, dürfte dies der Fall sein:

Was trifft, trifft auch zu.

Nur stimmt der Satz genau genommen natürlich nicht. Man kann Menschen auch durch verachtendes Mobbing treffen.

Broder steht als erster der Unterzeichner der Erklärung 2018 da und erläutert:

Okay, dachte ich, das Gelbe vom Ei ist es nicht, auch keine Anleitung zur Auflösung des Gordischen Knotens, aber vielleicht doch der kleinste gemeinsame Nenner, auf den sich ein paar Leute verständigen können, die sich Sorgen wegen der Erosion rechtsstaatlicher Regeln machen.

Dieter Stein, Eva Herman und Thilo Sarrazin sind für Broder Leute, die sich nur etwas Erosionssorgen machen. Schnöff, tätäää. Schnöff, tätäää. Ist er dadurch jetzt spaltpilzend? Schauen wir uns an, wie erfolgreich solche Petitionen so sind:

Laut einem Mitarbeiter des Petitionsausschusses sei seit Beginn der Online-Petitionen nur ein einziges Gesetz verändert worden. Die Eingabe des Bürgers war hierbei, die Ausstattung von Kraftfahrzeugen mit einer zusätzlichen Stoßstange (sogenannten „Kuhfänger“) zu verbieten. Diese Frontschutzbügel sind als Reaktion auf diese Petition per Gesetz verboten worden.

Der Clown gegen den Kuhfänger, mal sehen, wer den Kürzeren zieht.

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