Ibbenbüren und die Entscheidung über das Batterieforschungszentrum

Paul Munzinger bei der Süddeutschen Zeitung hält fest, wie die Entscheidung, ein neus Batterieforschungszentrum nach Münster zu vergeben, zustande gekommen ist.

Die Gründungskommission ist gescheitert, entscheiden muss die Politik — in Person von Herbert Zeisel aus dem BMBF, der ein mögliches Votum durch ihn pro Münster zuvor als “nicht kommunizierbar” bezeichnet hatte. Zeisel erwägt, das Verfahren abzubrechen und neu aufzusetzen. Doch das würde wertvolle Zeit kosten. Er führt deshalb drei “zusätzliche” Aspekte ein, die das BMBF heute nicht als neue Kriterien verstanden wissen will, sondern als Verfeinerung der bestehenden. Sie lauten: Kompetenz der beteiligten Köpfe, volkswirtschaftlicher Nutzen, ökologischer Ansatz. Die Bewerber erhalten nicht mehr die Gelegenheit zu reagieren. In allen drei Bereichen liegt Münster vorne, entscheidet Zeisel noch am selben Tag. Einer der Trümpfe: das Recycling-Konzept in Ibbenbüren.

Zusätzliche Aspekte als Verfeinerung bestehender Kriterien ist also etwas Kommunizierbares. Man lernt ja nie aus.

Auch bei der Tagesschau kommt man um kritische Töne nicht umhin:

Aus weiteren internen Unterlagen, die das Forschungsministerium mittlerweile gegenüber Bundestagsabgeordneten offengelegt hat, geht hervor, dass es aus Berlin auch regen Kontakt zum Wissenschaftsministerium in Nordrhein-Westfalen gegeben hat. Die Zusammensetzung der Gründungskommission oder auch genauere Angaben zu nötigen Gebäudeflächen – der Bewerber Münster bekommt im Gegensatz zu anderen stets schnell Informationen im noch laufenden Verfahren.

(…) „Wenn sich die im Raum stehenden Vorwürfe bestätigen, worauf alles hindeutet, ist Karliczek als Bundesforschungsministerin nicht mehr tragbar“, sagte Susanne Eisenmann, Spitzenkandidatin der CDU in Baden-Württemberg, in einem Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“.

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Zitate für Dummies (24)

Heute mal:

„Geniale Menschen beginnen große Werke, fleißige Menschen vollenden sie.“
Leonardo da Vinci (1452 – 1519), italienischer Universalkünstler

Vielleicht ist das Ganze auch nur ein großes Projekt der IVZ, darauf hinzuweisen, dass man nicht jeden Satz aus dem Internet unhinterfragt weiterplappern soll. Richtigerweise ist das Zitat von Joseph Joubert:

Le génie commence les beaux ouvrages, mais le travail seul les achève.

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Neues Design auf ibbenbüren.de

Fast 8 Jahre, nachdem sich die IVZ über die Seite erstmals öffentlich lustig gemacht hat, hat die Stadt eine neue Internetseite. Optisch hübsch, aber keine Anbindung an soziale Netzwerke, keine Feeds, versteckte Aktuelles-Seite, in der Handy-Ansicht schiebt sich alles irgendwie zusammen, durch die Übersetzungsfunktion werden unerlaubterweise Cookies gesetzt — die wichtigste Funktion ist die Suchfunktion. Man hätte die Seite auch wie vor 20 Jahren in HTML basteln können.

Dienstleistungsangebote der Stadt Ibbenbüren für Bürger deutlich nach vorne stellen, Nutzern dabei ein leichteres Zurechtfinden als bisher ermöglichen, mit schnellem Zugriff auf stark frequentierte Dienste und Themen: Diese Aufgabenstellung stand als Anforderung am Anfang der umfangreichen Umstrukturierung.

Und unbedingt mehr plattes Verkaufsgerede an den Mann bringen.

Diese hat der städtischen Website nicht nur ein gänzlich anderes Aussehen beschert, sondern vor allem auch eine einfachere und somit schnellere Nutzbarkeit.

Naja, wenn die Suche nicht mehr 13 Sekunden dauert, ist das ja schon mal ein Fortschritt. Aber immer dieses falsche Copy&Paste-Gesäusel:

Wie viele andere Webseiten verwenden wir auch so genannte Cookies. Cookies sind kleine Textdateien, die von einem Webseitenserver auf Ihre Festplatte übertragen werden. Hierdurch erhalten wir automatisch bestimmte Daten wie z. B. IP-Adresse, verwendeter Browser, Betriebssystem über Ihren Computer und Ihre Verbindung zum Internet.

Cookies können nicht verwendet werden, um Programme zu starten oder Viren auf einen Computer zu übertragen. Anhand der in Cookies enthaltenen Informationen können wir Ihnen die Navigation erleichtern und die korrekte Anzeige unserer Webseiten ermöglichen.

In keinem Fall werden die von uns erfassten Daten an Dritte weitergegeben oder ohne Ihre Einwilligung eine Verknüpfung mit personenbezogenen Daten hergestellt.

Einerseits setzt man so mit der Seite nicht Cookies ein, andererseits ist der letzte Satz schlicht falsch. Genauso wie:

Diese Website verwendet Google Maps, um geografische Informationen visuell darzustellen.

Man nutzt OpenStreetMap. Mit so einem selbstgebastelten, nicht am Puls der Zeit bleibenden CMS bindet man sich allerdings völlig unnötig an eine einzelne Firma. Das kann problematisch und vergleichsweise teuer werden, wenn Änderungen anstehen, ohne dass Vorteile gegeben wären.

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Noch nicht so ganz Bürgermeisterkandidat

War wohl etwas vorschnell, jetzt schon zu sagen, Jürgen Bernroth wäre Bürgermeisterkandidat von CDU, IfI und FDP, denn wie bei der CDU zu lesen ist:

Offiziell muss Jürgen Bernroth noch von der Mitgliederversammlung bestätigt werden.

Jetzt tun wir einfach mal so, als hätte die Basis bei der CDU noch was zu melden https://too-much.info/grafiken/facepalm.gif.

einen Neustart hin zu einem Politikstil der Transparenz und Offenheit wünschen alle drei politischen Kräfte, die Bernroths Bewerbung unterstützen.

Sicher, sicher, aber auch erst, wenn er gewählt wurde, und nicht früher.

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Zitate für Dummies (23)

Zugegeben, heute ist es nicht so merkwürdig, dass

“Humor ist ein Schwimmgürtel auf dem Strom des Lebens.”

Wilhelm Raabe (1831–1910), deutscher Schriftsteller und Erzähler

ein Falschzitat ist und korrekterweise als

Der Leichtsinn ist ein Schwimmgürtel für den Strom des Lebens.

Ludwig Börne zugeschrieben werden sollte, wie, dass es so ein Satz unkorrigiert in die Zeitung geschafft hat:

Von 1997 bis 1991 studierte er Diplomsportlehrer (Fachbereiche Rehabilitation und Behindertensport) und von 1991 bis 1993 Lehramt für Sonderpädagogik (Fachrichtungen Geistigbehindertenpädagogik und Körperbehindertenpädagogik).

Vielleicht liege ich auch einfach falsch und der Bürgermeisterkandidat hat in der Zeit rückwärts fortschreitend Leute studiert, die Diplomsportlehrer sind.

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Jürgen Bernroth ist Bürgermeisterkandidat

Jürgen Bernroth, der Leiter der Janusz-Korczak-Schule in Ibbenbüren, wird Bürgermeisterkandidat von CDU, IfI und FDP und somit aller Voraussicht nach Gegenkandidat zu Marc Schrameyer (SPD). Das irritiert weit weniger als die Ernennung Christian Molls bei der letzten Wahl, denn Bernroth ist nicht so ein Unbekannter.

Meine Familie und ich leben seit 20 Jahren in Ibbenbüren und können uns keine schönere Heimat als diese Stadt vorstellen.

Nimm das, Paris! Meine Vorstellungskraft scheint da irgendwie anders zu funktionieren, aber hängen wir uns mal nicht an Kleinigkeiten auf, die übers Ziel hinaus schießen.

„Ein weiteres wichtiges Thema ist die vernachlässigte öffentliche Ordnung und Sauberkeit in der Stadt“, betonte Bernroth mit Blick auf den Bahnhofsbereich und eine mangelnde Pflege öffentlicher Grünflächen im Straßenbereich.

Tja, schönen Gruß an die Verwaltung dann auch mal, here comes the streetcleaner. Ansonsten möchte er transparentere Politik betreiben, die parteiübergreifend Akzeptanz erfährt. Das klingt nicht sonderlich nach einem propagierten neuen Politikstil, aber die Nadelstiche werden durchaus verstanden. Ob das Ganze unbedingt werbesprachlich als Neustart verschrieen werden muss, wenn die Verkäufer so alt rüberkommen, also ich habe da meine Zweifel. Man müsste schon in der Lage sein, konkret darzulegen, was neu ist.

Während Schrameyer bei der Stadtverwaltung selbst, sagen wir mal, ausbaufähig beliebt ist, dürfte seine Bekanntheit für ihn sprechen. Es wird spannend sein, zu erleben, ob Bernroth Rückenwind von der Unterstützung von drei Parteien bekommt und ob er an Sympathiewerten den Amtsinhaber überflügeln kann.

Ein gelungener Schachzug ist die Nominierung allemal, neue Akzente zu setzen für Herausforder ist auch immer schwierig, aber dass weder Kandidat noch die drei Parteien außerhalb von Facebook, wo alle zusammen keine 500 Fans haben, heute schon etwas zur Kandidatenwahl online schreiben, wirkt etwas lahm. Den Wind hätte man mitnehmen können.

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