Früher war alles besser?

So langsam kommt man in das Alter, wenn alle Anfan­gen rum zujamm­n­er, früher war alles bess­er. Und kaum man sich ver­sieht, steckt man eben­falls in der Leierk­iste drin, Twix hieß Raider, auf der Kinder­schoko­lade war Gün­ter und nicht Kevin und der Euro war eine Schnap­sidee des Bullen von Bonn.

So schlen­derte ich durch die Straßen mein­er Wahlheimat, und stellte fest, dass viele der Läden in die ich verge­blich ver­sucht habe rein zu kom­men schon längst durch Mut­ter-Cafés oder edel Pommes­bu­den aus­ge­tauscht wur­den. Einige wur­den ein­fach zugemacht oder die Besitzer haben den Schlüs­sel ver­bum­melt, man weiß es nicht. Und so führte mich mein Weg in eine Kneipe, in der ich früher abhing, und die auch noch tat­säch­lich nicht geschlossen wurde. Als ich dann rein ging, und so in Mit­ten von ungepflegten mitte 40er Punks stand, mit ein Duf­taro­ma aus kaltem Tabak, Bier und ein­er feinen Urin­note in die Nase stieg, war mir über­haupt nicht klar, warum dieser Laden nicht zugemacht wurde. Als ich dann auch noch neben dem Tre­sen ein Par­ty-Foto von mir aus meinen Anfang 20ern ent­deck­te, war der Laden für mich gestor­ben.

Auf ein­mal ist es gar nicht mehr so schlimm, dass sich alles ändert. Ist doch egal ob Twix oder Raider, Kinder­schoko­lade schmeckt eh scheiße und der Euro, naja nicht alles ist per­fekt.

Lass mal früher früher sein, bess­er war es jeden­falls nicht.

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Cash & Raus

Hier bei uns in Deren­dorf ist trotz der explodieren­den Immo­bilien­preise und dem Anstieg der Möchte­gern-Cool­ness Einiges noch boden­ständig geblieben. Dazu gehört auch eine von den fünf Fil­ialen des Beschäf­ti­gungs- und Arbeit­spro­jek­tes “Cash & Raus” in der Kaiser­swerther Straße.

Im Rah­men des Pro­jek­tes wird unter anderem Men­schen mit sozialen Schwierigkeit­en eine Qual­i­fika­tion sowie eine Inte­gra­tion in die Beruf­swelt ange­boten.

Das Konzept von “Cash & Raus” beste­ht darin, Möbel­spenden abzu­holen oder Woh­nungsauflö­sun­gen durchzuführen, und anschließend das, was noch zu gebrauchen ist, in den Fil­ialen zu verkaufen.

Bei den Woh­nungsauflö­sun­gen ist manch­mal das eine oder andere Buch dabei, so dass sich im Laufe der Jahre ein beträchtlich­es Bücher­regel ange­sam­melt hat. Oft­mals sind es abge­grif­f­ene Taschen­bücher, manch­mal auch Hard­cover, und wenn man etwas länger rum­schmök­ert, find­et man das ein oder andere Schätzchen, nach dem man schon länger gesucht hat. Und das Ganze dann oft­mals zu einem unschlag­baren Preis von nur 50 Cent.

[ Cash & Raus, Kaiser­swerther Str. 33, 40474 Düs­sel­dorf ]

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Herr Nowodka und der Bürgermeister

Jut, dass isch Sie hier tre­ffe!

Hammse schon jeört, wir ham­ja jet­zt nen neuen Bürg­er­friemel da, ja der alte Elbers is ja wäsch, hängt jet­zt irgend­wo im Ruh­jebit überm Zaun, und der Neue, na wie heißt de nochmal, na isch habit gläisch, ja Men­sch.…. Bit­tä?… Was sachnse? Ja jenau! Geisel, rischtisch, der Geisel, unser neuer Bürgämäista. Ja der Geisel, der is ja nis­chmal von hier, ne. Dä wohnt ja hier um die Eck, ja dahin­ten bei uns, wo dieser Bier­laden is, ne. Hat sisch wohl jedacht, “isch zieh mal nach Deren­dorf, ist jet­zt Mein Dorf,” Höhö, ver­ste­hense de Witz, Deren Dorf, mein Dorf, höhö. Ja, isch weiß dat, weil isch bin neulisch mit de Ritasche rum­je­laufen hier in Deren­dorf, un da säh isch de Geisel auf de Straß rum­bröllen, “ja isch wohn hier mit mäin­er Frau”. Wer hätte des jedacht, dass de da mit sein­er Frau wohnen tut.

Un wie dat Pfin­g­sten hier so an Unje­wit­tern war, da erin­ner isch misch noch an de Spatzier­gang. Dat war nämm­lisch so: Wir hat­ten auch ein paar Schä­den hier, ja und da sin auch zwäi Plat­ten hier kapott jejan­gen. Ja und wer tut es mir hier erset­zen? Dan fräge ischse? Hmm? Aso isch bin ja der Mäi­n­ung, die Stadt muss ja für haften, ne. Find­ese auch, oda? Ja. Und isch ham ja da päar mal anjerufen, und wat kam, nix. Und die Plat­ten stell­ten ein Jefahr für die All­je­mein­heit. Stel­lense sisch ma vor, da läuft de Bürgämäis­ter mit sin­er Frau lang, stolpert über die kap­potte Plat­te und brischt sisch wat. Der Schaden wäre ja unvorstell­bar. Ja, habe isch jedacht, isch han­del ja nur im Sinne der All­je­mein­heit. Und bin also mit mäin­er Karre da zum Bier­laden hin. Denn isch hätt da beim Spatzier­gang jese­hen, dass die da Stein­plat­ten an die Straaß gestellt hat­ten. Schöne Idee, Herr Bür­jer­meista, dacht isch noch. Nis­cht nur bei Sper­rmüll, auch son­st den Leuten was Gutes tun.

Aber jet­zt sehense mal wat am näch­sten Mor­gen da hing:

Aushang

Kein Ver­ständ­nis fürs all­je­meinse Sis­cher­heit­sje­fühl. Und da sach isch Ihnen, mit sona Ein­stel­lung, da kön­nen se ja jleisch na Köln ziehn!

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Hüftgold in Düsseldorf

Heute mal eine Tarte im gaaaaaanz weit­en Sinne.

Seit eini­gen Jahren verän­dert sich das Stadt­bild zuse­hends. Vor allem die Ein­flüsse und die Essen­strends aus den USA lassen die üblichen, vollges­pack­ten Pommes­bu­den ver­schwinden und stattdessen schießen qui­etschbunte Läd­chen aus dem Boden, die einen auf Retro machen und ver­suchen, einem über­treuerten Süßkram anzu­drehen. Das Süßzeug wird fer­tig geliefert und von irgendwelchen Aushil­f­skräften aufge­back­en, Liebe und Hingabe sind da eher Fehl am Platz, alles schmeckt irgend­wie gle­ich und irgend­wie nach irgend­was.

Daher bin ich froh, euch heute mal einen kleinen Laden in Düs­sel­dorf-Flingern vorzustellen, der seine Kuchen noch selb­st backt und auf seine unkon­ven­tionelle Art der son­st so spießi­gen Stadt eine Stück Cool­ness ver­lei­ht. 🙂

Das Café Hüft­gold in der Ack­er­straße 113. Der Schoko­ladenkuchen ist die Sünde wert und abso­lut empfehlenswert.

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Büdchenreport 4: Martkhalle Ecke Bankstraße/Schwerinstraße

Heute mal wieder eine fast vergessene Rubrik: Der Büd­chen­re­port.
Der Nach­durst der Karneval­szeit hat mich am Karnevalsson­ntag in das Büd­chen an der Ecke Bankstraße/Schwerinstraße ver­schla­gen.
Bere­its am Ein­gang begrüßte mich das blaue Schild­chen mit ein­er EC-Karte drauf.

Juhu, das bargeld­lose Leben hat auch in den Büd­chen Einzug gefun­den.

Das Ange­bot ist reich­lich und die Preise sind wirk­lich annehm­bar. Also falls jemand an einem Son­ntag bargeld­los eine Dose Ravi­o­li haben will, ist er bei dem Laden genau richtig.

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Il Mercato

ilmercato

Gestern ver­schlug uns unser Hunger in die Friedrichsstraße in Düs­sel­dorf, gegenüber vom Buch­haus Stern­ver­lag, Il Mer­cato. Der Laden wurde mir ganz oft emp­fohlen, lei­der habe ich es bis jet­zt nie geschafft, da rein zuge­hen. Und was soll ich sagen: Es lohnt sich.

Aber eins nach dem anderen, hier meine Bew­er­tung:

Das Ambi­ente ist recht angenehm, trotz der offe­nen Küche gibt es keine unan­genehmen Gerüche, dafür 3,5 Punk­te. Bestellt haben wir zwei Gerichte von Mit­tagskarte, die auch am Woch­enende gültig ist, dafür 4 Punk­te.

Die Mit­tagskarte bietet 10 bis 13 Gerichte in ein­er Preiss­panne von 4,50 Euro für eine Suppe bis 10 Euro für ein Fleis­chgericht. Ganz oft vertreten waren die Pastagerichte, daher für die Vielfalt der Karte nur 3 Punk­te.

Wir bestell­ten Penne mit Kalb­s­fleisch und Pilzen, und Penne über­backen mit Gemüse, für die es sat­te 4 Punk­te gibt.

Der Laden eignet sich auch ganz gut zum anschließen­dem Kaf­feetrinken. Der Kaf­fee ist nicht schlecht, ver­di­ent aber keine Extra­punkte.

Von fünf möglichen Düs­sel­blogkochlöf­feln gibt es daher:

[ Il Mer­ca­to, Friedrich­straße 59A, 40217 Düs­sel­dorf ]

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Eugen Popoklatsch

Das ist Eugen Popok­latsch. Eugen war der erfol­glos­es­te Akten­taschen­träger aller Zeit­en. Seine eigentliche Lei­den­schaft war das Popok­latschen. Deswe­gen hat­te Eugen eine Hand stets frei, falls ein Popo zum klatschen in der Nähe war.

Er ist let­ztes Jahr ver­stor­ben, als er ver­suchte den Popo eines Nielpfer­des zu klatschen im Duis­burg­er Zoo. Beim Ver­such aus dem Gehäge zu fliehen, rutsche er auf ein­er Bana­nen­schale aus und wurde von seinem Aktenkof­fer erschla­gen.

Heute ste­ht das Denkmal von Eugen Popok­latsch an der Rhein­promi­nade direkt neben dem For­tun­abüd­chen, wo es stets ne Bock­wurst und nen Alt für zwo­fuf­fzich gibt.

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