Mit Otto – Der Film und Otto – Der neue Film hat Otto Kindheitsklassiker hingelegt. Als ich ihn später sah, merkte ich allerdings, dass ihm der Witz, den ich an den Filmen so mochte, stark flöten gegangen war. Die späteren Filme sah man noch mit Wohlwollen und ein wenig Kindheitswehmut an frühere Zeiten, aber die guten Witze waren weg. Ich mochte noch Otto – Die Serie, die aber beim Publikum durchfiel, und hatte irgendwann das Gefühl, dass die wirklich guten Witze auf das Konto seiner Mitautoren anzurechnen war. Die Liveauftritte und die Zwergefilme schaute ich mir gar nicht mehr an, ohne zu unterdrücken, dass Otto weiterhin der Spaßvogel war, der jede Stimmung aufzuhellen vermochte.

Und so plätschert auch diese „Ottobiographie“ dahin, mit kaum Witz, kaum Interesse des Autors an anderen Leuten, niemand wird in die Pfanne gehauen, niemand besonders hervorgehoben. Stattdessen rackert sich Otto an berühmten Kollegen ab, mit denen er aber so gut wie nichts zu tun hatte. Ottos Welt ist ausgepolstert mit Füllmaterial und weichgespült, was er auch einräumt, die Frage ist nur: Warum? Und so genau interessiert einen die Antwort dann auch nicht.

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Der Schauspieler Michael Degen hat vor Jahren seine Kindheitserinnerungen in Berlin zu Papier gebracht. In meinem Bücherschrank warteten sie als 5-Euro-Taschenbuchausgabe von Ullstein, gelesen zu werden. Dem bin ich endlich einmal nachgekommen. Degen schildert einprägsam, wie gefährlich seine Kindheit war, wie traumatisch die Erlebnisse, wie schnell sich Kinder an Kriegszeiten anpassen können. Dabei ist seine Schilderung nicht anklagend und nicht deprimierend.

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Henning Venske hat seine Autobiographie niedergeschrieben, was vielleicht weniger eine genaue Biographie ist als vielmehr ein Begleiten der politischen Veränderungen in der Bundesrepublik und des vereinten Deutschlands seit dem Krieg.

Es ist beeindruckend zu erfahren, wie er als Junge sich aus Stettin zu Fuß mit Mutter, Tante und Bruder nach Hamburg durchschlägt und dennoch eine so muntere Kindheit und Jugend erfährt. An vielen Stellen kommt die Bissigkeit des Kabarettisten Venske durch, sein Ausscheiden bei der Sesamstaße – woher ich ihn neben Als die Autos rückwärts fuhren als Kind kannte – hatte wohl auch politische Gründe.

Die Geschichten aus den späteren Jahren als Kabarettist, den ich aus dem Fernsehen kannte, lieferte mir nettes Hintergrundwissen zur Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Ein nettes Lesevergnügen zu einem der Stars meiner Kindheit.

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Ich war sehr ernüchtert, als ich vor kurzem erst mitbekam, dass Antonie Kamerling gestorben ist. Seine Ehefrau schrieb dieses Buch über ihr Zusammenleben mit Kamerling, die Anfänge der Karrieren der beiden, das Gründen der Familie und die bipolare Störung, unter der Kamerling litt und nicht überwinden konnte. Der Titel ist der seines größten Hits. Das Buch ist so ehrlich wie bitter, weil mehr Fragen und Zweifel bleiben, als ausgeräumt werden können. Es ist ein Protokoll des Mitleidens und Scheiterns, des Sich-Übergebens an den Tod und des Standhaltens. Es ist eines der besten Bücher in der niederländischen Literatur der letzten Jahre.

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Es ist schon ganz interessant zu lesen, wie Eduard Zimmermann vor dem Zweiten Weltkrieg lebte und nach dem zweiten Weltkrieg ein wenig rumgaunerte. Aber so schlimm war es dann doch nicht. Dass damals viel gehehlt wurde, machte bestimmt viele zu Gaunern, die später davon abließen. So ganz spektakulär will mir das nicht vorkommen.

Dass er danach allerdings in halsbrecherischer Art und Weise in Frachträumen von Schiffen als blinder Passagier gen Schweden schipperte, beißt sich für mich fast ein wenig mit seinen späteren Warnungen in Aktenzeichen XY … ungelöst vorm Trampen, was etwas bieder daherkam.

Die letzten 35 Jahre seines Lebens kommen vielleicht gen Ende des Buches etwas kurz, aber man gewinnt einen guten Einblick in seine Auffassung der Kriminalsendung, die ihn so berühmt machte. Alles in allem ein unterhaltsamer Blick in eine jüngst vergangene Zeit.

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Autobiographien unterliegen immer der Ausgangsschwierigkeit, dass der Autor die Sache gar nicht ganz oder gerecht erfasst hat, obwohl er doch selbst meist dabei war. So ist das leider auch mit Thomas Gottschalk. Der Erfolgsmoderator von Wetten, dass ..? hat kaum eine Erklärung für den Erfolg der Sendung, seinen Anteil daran, und kann die unpassenden Rettungsversuche, mit dem man das Publikum verschreckte, nicht passend einschätzen. Was seine Ausführungen zu Jackass in diesem Schmöker zu suchen haben – ein einziges Rätsel. Als zu lesendes Buch ist die erste Hälfte zudem von ausgesuchter Langweiligkeit: Sein Publikum hat ihn immer geliebt. Der Kritikeranspruch an seine Sofainterviews waren zu hoch. Dass ihm vorgeworfen wurde, sich nicht für das Gesagte zu interesseren – bei Wetten, dass..? wie bei Gottschalk live – das scheint er nicht erfasst zu haben.

Da ist das Hörbuch wesentlich besser, das legt man nicht so schnell weg. Tiefe gewinnt das auch nicht, aber immerhin hat man am Ende eine Kreisler-Interpretation Gottschalks, die noch das beste am ganzen Hörbuch ist. Das erinnerte mich dann auch an eine Episode in Gottschalks Leben, die er unter den Tisch fallen lässt: Das peinliche What happened to Rock ’n‘ Roll. Das war kein Rock ’n‘ Roll, das war ungelenk, unrockig und unpassend. Man merkte damals, dass er kein Gespür hatte, ob das, was er cool fand, in dieser Form auch cool war. Und dass er damit auch nicht überzeugte, so sehr die Fernsehnation ihn liebte.

Im zweiten Teil des Buches kommt Gottschalk besser in Fahrt, wenn er Dieter Bohlen kritisiert. Das ist treffend und informativ. Dass er seine Vorabendshow besser alleine hinbekommen hätte und dass das Format School’s out irgendwie bemerkenswert wäre, das sind Gedanken, die man ihm lassen kann, sie interessieren sonst kaum jemanden.

Aber wenn man Gottschalk vorlesen hört, ist er zweifeilsohne der sympathische Thommie, da ist er nahe dran an dem Gottschalk, den Fernsehdeutschland so liebte: Derjenige, der überraschend in irgendwelche Situationen geworfen wird, aus denen er sich mit Humor, dem richtigen Gespür für die Situation, dem passenden Ton, einem Lächeln und guter Laune herauswindet. Ist es wirklich so schwer, daraus heutzutage eine Fernsehsendung zu machen?

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Vor vier Jahren entdeckte ich Thomas Harlan für mich. Schon merkwürdig, wer alles so am eigenen Radar vorbei geht. Wenn ich mich recht erinnere, war das auch nur beim Durchzappen von YouTube, den genauen Anlass kenne ich nicht mehr. Nun kam mir auf dieselbe beiläufige Weise sein letztes Buch unter die Augen: Veit. Vom Sterbebett aus diktierte der Sohn von Veit Harlan ein letztes Mal seinen Kampf gegen den Vater, von dem er auf dessen Sterbebett noch etwas Einsichtsvermögen wahrgenommen hat. Er rang auch zum Schluss noch mit dem an die Nationalsozialisten verkauften künstlerischen Erbe, mit dem Unvermögen des Vaters, sich der eigenen Schuld rechtzeitig zu stellen. Das mag man bedauerlich finden oder konsequent. Das Buch ist nicht ohne Tücken, aber gerade ob der Sprachgewalt Thomas Harlans beeindruckend.

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Offen gestanden kenne ich nur wenige der in diesem Buch beschriebenen Personen. Aber das scheint mir gar nicht so wichtig, denn Zuckmayers meinungsstarker, pointierter Stil setzt den mir bekannten scharfe Konturen und den anderen immerhin ein verständliches Bild. Man hat es hier mit dem Rückgrat eines wortreichen Schriftstellers zu tun, der versucht, unverlogen und fair gegenüber den Rollen der anderen zu sein.

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Dieses Buch ist wohl eher etwas für Fans des aktuell mit zu den bedeutendsten Komikern zählenden, gebürtigen Recklinghauseners.
Kerkeling erzählt von einer fröhlichen Kindheit, die vom Tod seiner Mutter überschattet wird, welcher allerdings auch der Fixpunkt für Kerkelings spätere Karriere zu sein scheint. Sicherlich ist diese Tragödie wesentlich für ein Verständnis von Kerkelings Kunst, der Rest des Buches kommt allerdings etwas schwärmerisch-spirituell und banal daher. Insofern sollte man den Autor schon kennen, um etwas vom Buch zu haben.

Um keinen falschen Eindruck zu hinterlassen. Ich habe von der ersten Phase Kerkelings Humor ungemein gezehrt und gelernt, konnte die Aben Hannilein & Co., Erwarnten se nix und Kein Pardon mitsprechen. Allerdings habe ich den Schnitt danach nicht verstanden. Hape Kerkeling war in all seinen Spielfilmen, in seinen Shows und Aktionen weiterhin ungemein sympathisch, aber eben auch so routiniert, dass der spontane Witz verloren ging. Und auch sein Spiel mit der Kamera ließ er sein. Im Buch erklärt er diese Veränderung nicht. Es wundert mich auch, dass Angelo Colagrossi mit keiner Silbe erwähnt wird. Aber vielleicht erscheint ja einmal eine Fortsetzung der Biographie.

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