Konzert: Monsters of Liedermaching, 2.4.2019

Sehr schönes, bestuhltes Konzert der Hamburger Band. Der Sound ließ etwas zu wünschen übrig, was der Stimmung keinen Abbruch tat. Es überrascht dann doch, wie viel kompetente Musiker da auf der Bühne sitzen. Bei mir ist dieses Lied als Ohrwurm da geblieben. Die Band, von denen Totte selbst hier über den Abend geschrieben hat, ist am Ende des Monats noch einmal in Oberhausen, wer sie nicht verpassen möchte, es sei ihm oder ihr sehr ans Herz gelegt.

Monsters of Liedermaching, Haus der Jugend, Düsseldorf, 100 Zuschauer

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Barcamping

In letzter Zeit waren wir auf zwei Barcamps, eines davon in der GarageBilk in Düsseldorf und eines im Unperfekthaus in Essen.

Barcamp Netzpolitik

Dieses Barcamp wurde vom Ministerium für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien und ich habe hier darüber gepodcastet, da geschrieben. Im Grunde war es nur ein Treffen von Leuten, die sich eh schon kannten und Spaß haben wollten, Ernsthaftig- und Nachhaltigkeit waren da nicht so gefragt. Gerade der lokale Politikbezug fehlte vollkommen. Eine für durch die Politik organisierte Veranstaltungen ganz typisches aussageloses Event, in dem sich ein paar Politiker sonnen wollten.

Barcamp.ruhr

barcampruhr

Nach einjähriger Pause wurde dieses Barcamp wieder aufgelegt, gefühlt allerdings mit denselben scheubeklappten Pappnasen und Barcamptouristen wie vor Jahren. Klassentreffen nennt man das dann gerne, aber wer will schon jedes Jahr auf Klassentreffen?

Sicherlich bedeutet das Auf-die-Beine-Stellen eines solchen Barcamps viel Zeit und Kraft, aber auch bei diesem Barcamp zeigte sich, dass oftmals die Teilnehmer nicht sonderlich gut diskutieren konnten – und darunter subsumiere ich auch das Kritikabwiegeln mit „Irgendeiner meckert immer“-, debattieren dagegen mit Vorliebe. Das führt auch hier wieder dazu, dass Nachhaltigkeit hopps geht, wenn man sie nicht auf Meet-and-Greet reduziert. Im Grunde schade, da die Atmosphäre schon mal unüberhypter als die in Düsseldorf war.

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Gebrochen deutsch, Düsseldorfer Schauspielhaus, 23.1.2014

Ges­tern waren wir bei der zwei­ten Talk­runde von Staf­fan Val­de­mar Holm mit Vom Rit­chie (Groß­bri­tan­nien, Schlag­zeu­ger (Die Toten Hosen)), Kyoko Jastram (Japan, Musik-Lehrerin), Fio­rella Falero Rami­rez de Ent­ner (Peru, Studentin/Garderobenpersonal), Iraj Farzi Kah­kash (Iran, Büdchen-Inhaber) dar­über, wie man in Düs­sel­dorf stran­det und wieso man es inzwi­schen mag. Das For­mat ist sowas wie ein Selbst­läu­fer. Man bekommt schwere wie auch lus­tige Geschich­ten über die Auf­brü­che in die Fremde zu hören. Man lernt lebens­lus­tige Men­schen ken­nen, an denen man sonst viel­leicht ein­fach nur vor­bei läuft. Dabei kommt die Frage, was an Düs­sel­dorf so toll sein soll, schon fast zu kurz, aber was will man auch sagen? Aus dem Publi­kum kam die ver­suchte Erklä­rung: “Clau­dia Schif­fer.”, wor­auf­hin Holm meinte: “Das kann es nicht sein.”

Viel­leicht gibt es nicht sol­che Gründe, viel­leicht gibt es nur die geleb­ten Erfah­run­gen, die alle Gäste vor­zu­wei­sen haben. Denn es springt ins Auge, dass alle, die auf der Bühne sind, so höf­lich wie offen sind, wenn es um die Geschich­ten der ande­ren geht. Vom Rit­chie erzählt, wie er mit sei­ner Locker­heit stu­ren Münch­ner Poli­zis­ten begeg­net, die seine abge­lau­fene Auf­ent­halts­er­laub­nis mit “Scheiße, Scheiße, Scheiße” kom­men­tie­ren. Fio­rella Falero Rami­rez de Ent­ner beschreibt, wie sie ohne irgend­wie deutsch zu kön­nen nach Deutsch­land kommt, und dort ihr ers­tes Date mit einem Taschen­wör­ter­buch bewäl­tigt. Kyoko Jastram erzählt über die musi­ka­li­sche Größe Deutsch­lands, die vor Ort doch etwas anders aus­sieht. Und Iraj Farzi Kah­kash berich­tet dar­über, wie er im Iran die Revo­lu­ti­ons­be­stre­bun­gen unter­stützt hat, Krieg mit­er­lebt hat und schließ­lich in die DDR kommt, und eines Tages von einen Schleu­ser in West-Berlin aus­ge­setzt wird – ohne die Spra­che zu kön­nen oder irgend­je­man­den zu ken­nen.

Also ein ganz groß­ar­ti­ges For­mat, das Holm da aus dem Ärmel geschüt­telt hat, und bei dem an die­sem Abend auf­fiel, dass weder der Begriff “Die Toten Hosen”, noch der Begriff “Inte­gra­tion” ein ein­zi­ges Mal gefal­len ist. Wenn er es jetzt noch schafft, dem Düs­sel­dor­fer Publi­kum das Klat­schen bei­zu­brin­gen, ist ihm ein Denk­mal sicher.

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