Restauranttest: Il Mercato

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Gestern ver­schlug uns unser Hunger in die Friedrichsstraße in Düs­sel­dorf, gegenüber vom Buch­haus Stern­ver­lag, Il Mer­ca­to. Der Laden wurde mir ganz oft emp­fohlen, lei­der habe ich es bis jet­zt nie geschafft, da rein zuge­hen. Und was soll ich sagen: Es lohnt sich.

Aber eins nach dem anderen, hier meine Bew­er­tung:

Das Ambi­ente ist recht angenehm, trotz der offe­nen Küche gibt es keine unan­genehmen Gerüche, dafür 3,5 Punk­te. Bestellt haben wir zwei Gerichte von Mit­tagskarte, die auch am Woch­enende gültig ist, dafür 4 Punk­te.

Die Mit­tagskarte bietet 10 bis 13 Gerichte in ein­er Preiss­panne von 4,50 Euro für eine Suppe bis 10 Euro für ein Fleis­chgericht. Ganz oft vertreten waren die Pastagerichte, daher für die Vielfalt der Karte nur 3 Punk­te.

Wir bestell­ten Penne mit Kalb­s­fleisch und Pilzen, und Penne über­back­en mit Gemüse, für die es sat­te 4 Punk­te gibt.
Der Laden eignet sich auch ganz gut zum anschließen­dem Kaf­feetrinken. Der Kaf­fee ist nicht schlecht, ver­di­ent aber keine Extra­punk­te.
Das macht eine Gesamt­punk­tezahl von 3,7.

Wir wün­schen noch einen schö­nen Son­ntag und bis zum näch­sten Mal.

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Neu im Bücherschrank(18): Nikolai Gogol — Die toten Seelen

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Und wieder zog es uns im Auf­trag des guten Geschmacks an den Büch­er­schrank. Dieses Mal mit einem Klas­sik­er der rus­sis­chen Lit­er­atur, der jedem Russen bekan­nt sein dürfte: “Die Toten See­len” von Niko­lai Gogol.

Zur Hand­lung: Pawel Tschitschikov wächst in ärm­lichen Ver­hält­nis­sen auf und arbeit­et sich mit viel Fleiß im bürok­tratis­chem Rus­s­land hoch. Nach­dem er wegen Kor­rup­tion zum Fall gebracht wird, arbeit­et er an seinem Auf­stieg, in dem er mit toten Leibeige­nen, im dama­ligem Rus­s­land “See­len” genan­nt, han­delt.

Die Komödie um Betrug, Kor­rup­tion der Behör­den, men­schliche Gier und Unbelehrbarkeit kön­nte aus der heuti­gen Zeit stam­men. Mit satirisch fein überze­ich­neten Charak­teren kri­tisiert Gogol die Missstände des post-napoleonis­chen Rus­s­lands.

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Neu im Bücherschrank(16): Helen Fiedling — Bridget Jones & Schokolade zum Frühstück

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Brid­get Jones ist eine über­tieben tol­patschig dargestellte Englän­derin, die selb­st mit Anfang dreißig durch ihre Unbe­holfen­heit jede 17jähirge erblassen lässt. Das Lesen der Schmök­er ist eine Mis­chung aus Mitleid und Fremd­schä­men, aber den­noch unterhaltsam.Wer sich da ver­sucht wieder zu find­en, der tut mir leid.

Das Buch ist lei­der etwas in Ver­ruf ger­aden, als es 2001 ver­filmt wurde. Während ich mir beim Lesen die Haupt­fig­ur als eine durch­schnit­tliche Frau, die sich von ein­er Pra­li­nen und 100 Zigaret­ten am Tag ernährt und dabei trotz­dem ständig über ihr Gewicht jammer,t vorstellte, wurde die Haupt­darstel­lerin nicht müde stets zu erwäh­nen, wie schwierig die Rolle doch war, da sich dafür soooooooo viel zunehmen musste. Zu allem Über­fluss wurde sie für ihre Tapfer­keit von den Medi­en gelobt. Da wird mal wieder die Kluft zwis­chen Real­ität und Fik­tion bewusst, als nor­male Frau ist man nur fett und lächer­lich.

Wer nach anspruchsvoller Lit­er­atur sucht, ist hier ein­deutig falsch. Wer allerd­ings ein­fach nur unter­hal­ten wer­den und ein­fach nur lachen will, dem kann ich die Schmök­er empfehlen.

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Neu im Bücherschrank(14): A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada — Bhakti Yoga

Tja, man soll halt nicht immer alles glauben, was die Leute auf der Straße so von sich geben. Beim anderen Büch­er­schrank Düs­sel­dorfs schnappte ich ja auf, dass der am Frieden­splätzchen nur Schrott enthalte. Weit gefehlt. Auch diesem Büch­er­schrank sieht man an, das bele­sene Men­schen ihn bevölk­ern: Meinem Blick ent­gin­gen nicht Bruno Apitz’ Nackt unter Wölfen, Antal Szerbs Reise im Mondlicht, André Glucks­manns Der Stachel der Liebe sowie Fjodor Dos­to­jew­ski­js Der Spiel­er.

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Weil ich aber doch unter dem Ein­druck stand, bei einem abgele­ge­nen Büch­er­schrank kön­nte auch eher Schrott erwartet wer­den, brachte ich etwas Fried­volles, aber Belan­glos­es zum Frieden­splätzchen: A.C. Bhak­tivedan­ta Swa­mi Prab­hu­pa­da — Bhak­ti-Yoga. Ein doch eher merk­würdig zer­fasel­ter Schinken mit Weisheit­en wie:

Die Seele ist ein winziges, unsicht­bares Teilchen des Kör­pers.

Soso. Vielle­icht find­et also auch dieses Büch­lein ver­ständ­nisvollere Hände. Und dem Frieden­splätzchen machen wir noch ein­mal unsere Aufwartung — mit besser­er Lit­er­atur.
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Neu im Bücherschrank(13): Heinz Strunk — Fleisch ist mein Gemüse

Neuerung! Die 13 soll nun mal Glück brin­gen, es ist das erste Buch, das woan­ders, und zwar im Büch­er­schrank am Rhein­ufer in Düs­sel­dorf, eingestellt wurde.

Um den dor­ti­gen Büch­er­schrank geht es naturgemäß munter­er zu, denn er ste­ht an einem vielbe­suchtem Ort. Auch die Qual­ität der Büch­er ist eine andere, es sind Büch­er inimage — sagen wir mal — gebrauchterem Zus­tand dort zu besichti­gen, aber auch tiefge­hen­dere. Büch­er von Theodor Adorno und Horst-Eber­hard Richter habe ich in Ibben­büren noch nicht ste­hen sehen. Dafür sahen sie aber auch so aus, dass ich sie habe ste­hen lassen.

Vor mir inter­essierte sich eine Fam­i­lie für Gretchen Sack­meier von von Chris­tine Nöstlinger und bekam von gegenüber gle­ich den Hin­weis, dass das Buch unge­mein unter­halt­sam sei. Gespräche über Lit­er­atur gehen dem­nach dort zeim­lich ungezwun­gen und direkt von stat­ten. Dage­gen gäbe es beim Büch­er­schrank am Frieden­splätzchen in Düs­sel­dorf nur Schrott, wie ich von irgend­woher auf­schnappte.

Vor mir stellte dann jemand an die 20 Büch­er ins Regal, da war ich erst­mal baff und dachte, unsere­ins mit nur einem Buch, könne da nicht gegen anstinken. Aber was immer er da reingestellt hat, es war wohl eher ein Akt des Bücher­loswer­dens, denn Inter­es­santes war hin­ter­her an der Stelle nicht zu sehen. Erstes Ausstel­lungsstück unser­er­seits ist Fleisch ist mein Gemüse von Heinz Struck. Tati war wenig begeis­tert von dem Buch, ich habe es irgend­wann mal ange­le­sen, war aber auch nicht nach­haltig beein­druckt. Möge es in ver­ständ­nisvollere Hände wan­dern.

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Körperpatt

Vor einiger Zeit habe ich mal fest­ge­hal­ten, was bei uns im Mün­ster­land so für eingängige Idiome tagtäglich zur Anwen­dung kom­men. Heute bin ich unter­wegs auch in Düs­sel­dorf auf so eine sprach­liche Eige­nart gestoßen, die ich bis­lang nicht kan­nte. Da ran­nten zwei kauzige Typen mir ent­ge­gen und der eine meint zum anderen:

Da mach­ste dann nichts mehr. Da macht dein Kör­p­er patt.

Irgend­was macht der Kör­p­er wohl und nicht so wie gewün­scht. Man hat wohl keinen Zugriff auf ihn, wie Fuss­bal­lkom­men­ta­toren sagen wür­den. Ob sich der Kör­p­er hier aber eigen­ständig eine Auszeit nimmt oder ob er in ein­er bes­timmten Sit­u­a­tion durch Aktionsver­weigerung Vor­sicht wal­ten lässt — das war dem Gespräch nicht zu ent­nehmen.

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Eugen Popoklatsch

Das ist Eugen Popok­latsch. Eugen war der erfol­glos­es­te Akten­taschen­träger aller Zeit­en. Seine eigentliche Lei­den­schaft war das Popok­latschen. Deswe­gen hat­te Eugen eine Hand stets frei, falls ein Popo zum klatschen in der Nähe war.

Er ist let­ztes Jahr ver­stor­ben, als er ver­suchte den Popo eines Nielpfer­des zu klatschen im Duis­burg­er Zoo. Beim Ver­such aus dem Gehäge zu fliehen, rutsche er auf ein­er Bana­nen­schale aus und wurde von seinem Aktenkof­fer erschla­gen.

Heute ste­ht das Denkmal von Eugen Popok­latsch an der Rhein­promi­nade direkt neben dem For­tun­abüd­chen, wo es stets ne Bock­wurst und nen Alt für zwo­fuf­fzich gibt.

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Landeshauptstadtblog

… oder so ähn­lich sollte der erste Blogver­such aus Düs­sel­dorf unser­er­seits laut­en. Irgend­wie wurde nie etwas draus außer ein­er Bilder­gal­lerie. Die vorin­stal­lierten Word­Press-Blogs sind dann doch ab und an zu weit weg von der eige­nen Art, das Inter­net zu nutzen.

Es lässt sich ja doch sagen, dass unsere­ins irgend­wie noch nicht fer­tig ist mit dieser Stadt. Für nichtrhein­ländis­che Nor­drhein-West­falen ist die Lan­deshaupt­stadt ja irgend­wie kein son­der­lich beschriebenes Blatt. Schulden­frei, image­frei und irgend­wie unin­spiri­erend. Aber Museen gibt es einige, deswe­gen kann man da hin fahren. Die Kö? Spätestens, wenn Hasi und Mausi da hin kommt, lockt die Straße kaum noch jeman­den aus der Reserve.

Schön ist Düs­sel­dorf nicht
, wenn man Kun­stken­nern diese Ein­schätzung abnehmen möchte. Warum wohnen dann doch so viele Men­schen da? Was hält sie? Was zieht sie dor­thin? Vielle­icht wer­den diese oder ganz andere Antworten durch dieses Kor­re­spon­denzblog beant­wortet. Man wird sehen.

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Gebrochen deutsch, Düsseldorfer Schauspielhaus, 23.1.2014

Ges­tern waren wir bei der zwei­ten Talk­runde von Staf­fan Val­de­mar Holm mit Vom Rit­chie (Groß­bri­tan­nien, Schlag­zeu­ger (Die Toten Hosen)), Kyoko Jas­tram (Japan, Musik-Lehrerin), Fio­rella Falero Rami­rez de Ent­ner (Peru, Studentin/Garderobenpersonal), Iraj Farzi Kah­kash (Iran, Büd­chen-Inhab­er) dar­über, wie man in Düs­sel­dorf stran­det und wieso man es inzwi­schen mag. Das For­mat ist sowas wie ein Selbst­läu­fer. Man bekommt schwere wie auch lus­tige Geschich­ten über die Auf­brü­che in die Fremde zu hören. Man lernt lebens­lus­tige Men­schen ken­nen, an denen man son­st viel­leicht ein­fach nur vor­bei läuft. Dabei kommt die Frage, was an Düs­sel­dorf so toll sein soll, schon fast zu kurz, aber was will man auch sagen? Aus dem Publi­kum kam die ver­suchte Erklä­rung: “Clau­dia Schif­fer.”, wor­auf­hin Holm meinte: “Das kann es nicht sein.”

Viel­leicht gibt es nicht sol­che Gründe, viel­leicht gibt es nur die geleb­ten Erfah­run­gen, die alle Gäste vor­zu­wei­sen haben. Denn es springt ins Auge, dass alle, die auf der Bühne sind, so höf­lich wie offen sind, wenn es um die Geschich­ten der ande­ren geht. Vom Rit­chie erzählt, wie er mit sei­ner Locker­heit stu­ren Münch­ner Poli­zis­ten begeg­net, die seine abge­lau­fene Auf­ent­halts­er­laub­nis mit “Scheiße, Scheiße, Scheiße” kom­men­tie­ren. Fio­rella Falero Rami­rez de Ent­ner beschreibt, wie sie ohne irgend­wie deutsch zu kön­nen nach Deutsch­land kommt, und dort ihr ers­tes Date mit einem Taschen­wör­ter­buch bewäl­tigt. Kyoko Jas­tram erzählt über die musi­ka­li­sche Größe Deutsch­lands, die vor Ort doch etwas anders aus­sieht. Und Iraj Farzi Kah­kash berich­tet dar­über, wie er im Iran die Revo­lu­ti­ons­be­stre­bun­gen unter­stützt hat, Krieg mit­er­lebt hat und schließ­lich in die DDR kommt, und eines Tages von einen Schleu­ser in West-Berlin aus­ge­setzt wird – ohne die Spra­che zu kön­nen oder irgend­je­man­den zu ken­nen.

Also ein ganz groß­ar­ti­ges For­mat, das Holm da aus dem Ärmel geschüt­telt hat, und bei dem an die­sem Abend auf­fiel, dass wed­er der Begriff “Die Toten Hosen”, noch der Begriff “Inte­gra­tion” ein ein­zi­ges Mal gefal­len ist. Wenn er es jet­zt noch schafft, dem Düs­sel­dor­fer Publi­kum das Klat­schen bei­zu­brin­gen, ist ihm ein Denk­mal sich­er.

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