Zitate für Dummies (29)

Es wird weiterhin bei der IVZ irgendwas aus dem Internet kopiert und in die Zeitung gesetzt, ohne im Mindesten der Frage nach zu gehen, ob die Zusammenstellung von Zitat und zugeorndetem Verfasser wohl stimmt. Heute:

„Ein guter Rat ist wie Schnee. Je sanfter er fällt, desto länger bleibt er liegen und umso tiefer dringt er ein.“
Simone Signoret (1921 – 1985), französische Schauspielerin und Schriftstellerin

Man könnte stutzig werden, dass das Zitat im Französischen nicht geläufig ist, was daran liegen könnte, dass es aus dem Englischen stammt

Advice is like snow – the softer it falls, the longer it dwells upon, and the deeper it sinks into the mind.

und wohl Jeremiah Seed zuzuschreiben ist.

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Gerechtes Netz

Falls sich jemand gewundert hat, weswegen immer noch so große Anzeigen der Kampagne gerechtes-netz.eu in der IVZ erscheinen, wo doch der Bund der deutschen Zeitungsverleger (BDZV) und der Bund deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) damit nichts mehr zu tun haben wollen, nachdem die Strategie hinter der Kampagne bekannt wurde: Die IVZ ist Mitglied im Verband deutscher Lokalzeitungen (VDL), und da hat man den Schuss wohl noch nicht gehört.

Und was bezweckt diese Bällewerbung?

Zugleich gilt es mittelbar Rechtspolitiker auf nationaler und europäischer Ebene, aber auch Beamte und Richter, die Entscheidungen und Urteile gegen die fünf Digitalmonopolisten Google, Facebook, Amazon, Apple und Microsoft zu treffen haben, zu ertüchtigen.

Zum Glück haben die Lokalzeitungen noch Innocence in Danger mit im Boot, da kann gar nichts mehr schief gehen. Im Grunde können Facebook und Google jetzt einpacken, das war’s.

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Zitate für Dummies (26)

Schon wieder so ein fast richtiger Literaturbezug in der Zitatecke der IVZ:

„Ein jeder hat seine eigene Art, glücklich zu sein, und niemand darf verlangen, dass man es in der seinigen tue.“

Heinrich von Kleist (1777 — 1811), deutscher Dramatiker, Novellist, Bühnenschriftsteller und Erzähler

Tue? Glücklich sein tun? Kleist hat es besser formuliert:

Ein jeder hat seine eigne Art, glücklich zu sein, und niemand darf verlangen, daß man es in der seinigen sein soll.

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Autorennamen

Das Thema, dass niemand beim Lokalblatt mehr Korrektur zu lesen scheint, gab es ja schon des öfteren hier. Da sind oft Leser geneigt auszuhelfen. Und so las man online, eine Schülerin

las aus Hans-Peter Richters „Damals war es friedlich“.

Der Satz führte einen Leser zum Kommentar, der den Autornamen und den Buchtitel korrigiert wiedergab:

Hallo Frau …, der Roman von Hans Peter Richter heißt “Damals war es Friedrich”. Viele Grüße

Man dankte dem Korrekturleser und ließ drucken:

las aus Hans-Peter Richters „Damals war es Friedrich“.

Beim nächsten Mal einfach noch intensiver vorkauen. Denn selbst bei so einem Zaunpfahlwink kommt man nicht auf die Idee, den anderen Literaturbezug im Text zu untersuchen:

Eindrücklich schilderte auch die Autobiografie „Ich bin ein Stern“ von Inge Auerbach, gelesen von Richard Frank, die Ereignisse und das Gefühl des Ausgeliefertseins der Betroffenen.

Die Dame heißt Inge Auerbacher.

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Zitate für Dummies (25)

Wann begann es eigentlich in der IVZ mit den falschen Zitaten? Genau genommen startete es am 29. Januar 2001, denn schon der erste Versuch ging fehl:

Zäh: Wo die Pferde versagen, schaffen es die Esel.

Johannes XXIII., Papst (1881–1963)

So etwas ähnliches hat Papst Johannes XXIII. in der Tat gesagt, nur handelte es sich um ein Zitat des religiösen Dichters Teofilo Folengo und lautet:

Ubi deficiunt equi, trottant aselli.

Das bedeutet übersetzt: “Wenn es an Pferden mangelt, trotten die kleinen Esel.” Der Papst wollte mit diesem Zitat nicht andeuten, dass er selbst zäher war als diejenigen, die eigentlich an seiner Stelle hätten Papst werden sollen, sondern dass er zweite Wahl war.

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Ibbenbüren und die Entscheidung über das Batterieforschungszentrum

Paul Munzinger bei der Süddeutschen Zeitung hält fest, wie die Entscheidung, ein neus Batterieforschungszentrum nach Münster zu vergeben, zustande gekommen ist.

Die Gründungskommission ist gescheitert, entscheiden muss die Politik — in Person von Herbert Zeisel aus dem BMBF, der ein mögliches Votum durch ihn pro Münster zuvor als “nicht kommunizierbar” bezeichnet hatte. Zeisel erwägt, das Verfahren abzubrechen und neu aufzusetzen. Doch das würde wertvolle Zeit kosten. Er führt deshalb drei “zusätzliche” Aspekte ein, die das BMBF heute nicht als neue Kriterien verstanden wissen will, sondern als Verfeinerung der bestehenden. Sie lauten: Kompetenz der beteiligten Köpfe, volkswirtschaftlicher Nutzen, ökologischer Ansatz. Die Bewerber erhalten nicht mehr die Gelegenheit zu reagieren. In allen drei Bereichen liegt Münster vorne, entscheidet Zeisel noch am selben Tag. Einer der Trümpfe: das Recycling-Konzept in Ibbenbüren.

Zusätzliche Aspekte als Verfeinerung bestehender Kriterien ist also etwas Kommunizierbares. Man lernt ja nie aus.

Auch bei der Tagesschau kommt man um kritische Töne nicht umhin:

Aus weiteren internen Unterlagen, die das Forschungsministerium mittlerweile gegenüber Bundestagsabgeordneten offengelegt hat, geht hervor, dass es aus Berlin auch regen Kontakt zum Wissenschaftsministerium in Nordrhein-Westfalen gegeben hat. Die Zusammensetzung der Gründungskommission oder auch genauere Angaben zu nötigen Gebäudeflächen – der Bewerber Münster bekommt im Gegensatz zu anderen stets schnell Informationen im noch laufenden Verfahren.

(…) „Wenn sich die im Raum stehenden Vorwürfe bestätigen, worauf alles hindeutet, ist Karliczek als Bundesforschungsministerin nicht mehr tragbar“, sagte Susanne Eisenmann, Spitzenkandidatin der CDU in Baden-Württemberg, in einem Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“.

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