Das neue Viertel

             „Hubert, du glaubst es nicht“,

schrie mir eben meine bessere Hälfte Runhilde entgegen. Kennen Sie das eigentlich? Da wird irgendwo im Haus was gebrüllt und man muss antanzen, sonst wird noch lauter gebrüllt oder man bekommt ein Du hörst ja nich‘ an den Kopp geknallt.

            „Die bauen schon wieder ein neues Viertel!“

Ich muss wohl meinen Klapprechner im Wohnzimmer offen stehengelassen haben, eigentlich kommt mir die Runi da nicht so einfach dran. Früher, ja früher hat die Frauenwelt die Technik ja gar nicht interessiert. Frühstück, Hausputz, Mittagessen, Mittagspause, Einkaufen, Abendessen, Schaufenster am Donnerstag, Show und Co. mit Carlo, Gesundheitsmagazin Praxis und dann ab in die Federn. Das war mal noch ein geregelter Alltag. Heute wird man dauernd unvermittelt in Alarm versetzt, weil Runi sich vom Internet erschrecken lässt.

           „Erst bauense den Wodkahügel, dann Klein-Moskau und nun schon wieder
            was!“

Endlich bin ich in der guten Stube angelangt:

–          „Na, was bauen sie denn?“

           “ Nordstadt-Arkaden.“

–         „Nordstadt-Arkaden? Wo liegt denn Nordstadt?“

            „Dass muss da, wo früher der alte ALDI war, liegen.“

–    „Da hinten raus? Das ist doch noch Ibbenbüren. Dann müsste das  Ibbenbüren-Nordstadtarkaden. sein. Wer baut denn da?“

              „Hier schreibense nur von Ein‘!“

Ein Einziger? Und dann gleich ein ganzes Viertel. Ja, die hamse doch nicht mehr alle. Ich glaube ja sowieso, so wie in Ibbenbüren gebaut wird, da wird zeitweise mehr gebaut als gewohnt. So sieht es doch aus!

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Verfahrenskosten senken

Früher, ja früher war das wohl nett. Der Mann kam von der Arbeit nach Hause, die Frau brachte das Essen und ein Bier. Gut, nun muss man dazu sagen: Für einige hatte sich das zu einvernehmlich gestaltet. Den Frauen wurde alles verboten, Entfaltung gab es nicht, klassische Aufgaben wurden auf sie abgewälzt und die Hand rutschte auch hier und da aus. Da musste was gegen getan werden und das ist auch gut so.

Nur teuer. Teuer ist das auch. In den USA ist denen das nun zu teuer. Da möchten sie die ausgerutschten Hände zuhause wieder straffrei machen, weil das so schön Verfahrenskosten einspart. Die haben da wohl gut was zu tun vor Gericht mit ausgerutschte Hände. An sich eine schöne Idee, nur das Thema ist doch wohl verkehrt.

Aber Trinken am Steuer wäre was anderes. Da sitzt man ja nur alleine vorne vor. Man spart Verfahrenskosten, Taxi-Kosten und die Kosten für Teigrollen, die die Alte auf unsereinem Schädel dauernd zerdeppert, wenn der Taxifahrer auf die glorreiche Idee kommt, nachts noch zu schellen. Man müsste nur den Gegenverkehr immer sperren und die Bäume am Wegesrand fällen, wodurch Gärtnerarbeitskosten gesenkt werden. Dann wäre doch alles tutti.

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Computerhorchen

Ach, du liebes Bisschen! Ja, früher, da war das romantisch und so. Das war ja auch alles nur in Fernsehen. Da ritten die Amerikaner auf ihre gestriegelten Pferdchen durchs wilde Wasweissichnichstan und eroberten die Prärie. Das waren die Guten. Die Bösen waren die Eingeborenen. Die lagen Tag ein, Tag aus auf der Lauer um rumzuschießen und Leute zu überfallen. Humor hatte von denen keiner, da kannten die nix. Hab noch nie einen von denen mal lachen sehn. Nur überfallen und Büffelsuppe aufkochen.

Als dann die Eisenbahnen erfunden wurden, da lagen sie dann anne Schienen zu horchen. Da machten die Loks wohl sonnen Krach, dass sich das über die Schienen angekündigt hat. Das war quasi, wollmasagen, der Vorläufer vom Telefon. Nur halt noch Mono. Und wenn die Lok dann da war, wurde überfallen und abends auf den Erfolg wieder ordentlich Büffelsuppe getrunken. Und immer so weiter.

Ja, und nun hat da wohl einer zu lange in Berlin die alten Winnetou-Folgen sich reingepfiffen getan. Jetzt wollen die das hier einführen. So nen Bundesindianer. Der liegt dann anne Geräte und horcht ab, was da so abgeht. Nur weil der diese Telefonierabhörtechnik vor Jahrhunderten schon im Blut hatte. Die hamse dann über die Büffelsuppe weitervererbt. So wird das wohl gewesen sein. Dass das doch eigentlich kriminell ist, das stört die in Berlin gar nicht. Könnte man doch legal werden lassen, sagen se.

Na, hoch die Tassen. Irgendwann sind wir soweit, da werden sie uns  Büffelsuppe intravenieren. Aber lustig wird das nicht.

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