Das Wahlbeeinflussungsverbot auf Twitter

Dass es so etwas gibt, wie ein Wahlbeeinflussungsverbot auf Twitter, ist im Grunde schon ein Grund, den Dienst argwöhnisch zu begegnen. Wäre ich nicht längst im Fediverse sicher gelandet, es würde mir Bauchschmerzen bereiten.

Thomas Stadler ist der Zugang zu seinem Twitter-Account gesperrt worden, weil angeblich ein alter Tweet von ihm dazu diene, Wahlen zu beeinflussen. Sowas Dämliches überhaupt zu behaupten, ist schon eine Ansage. Stadlers in Rede stehender Tweet beinhaltet einen Rat an AfD-Wähler, ihren Wahlzettel zu unterschreiben. Er ist mit einem Smiley am Ende versehen, der einen Zaunpfahlwink auf den Irrsinn des Rates darstellt, denn durch das Unterschreiben wird der Wahlzettel ungültig. Hierin eine ernsthafte Empfehlung zu sehen, beinhaltet, dass man Scherze nicht versteht oder dass man einräumt, dass es Personen gibt, denen es nicht möglich ist, diesen Scherz zu verstehen, die aber wählen dürfen. Was für sich genommen wieder ein Witz wäre.

Kurz und gut: Ich glaube nicht, dass Twitter noch zu helfen ist.

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Die SPD, seit jeher ängstlich darauf bedacht, nicht mit Kommunisten verwechselt zu werden, hat denn auch ihre Opposition gege die konservativen Strategien der kapitalistischen Parteien nie lange durchgehalten. Ein Trauerspiel mit open end.

Heinrich Hannover (aus: Die Republik vor Gericht 1954–1974. Erinnerungen eines unbequemen Rechtsanwalts, 1998, S. 80f.)

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Wie ist das eigentlich … mit dem Untergang der deutschen Huffpost?

Ausgehufft wäre auch eine schöne Überschrift gewesen. Aber egal, ist das jetzt eigentlich normal, dass eine überhypete Zeitungsinternetplattform, die nie einlösen konnte, was sie sein wollte, eingestellt wird und es wird nicht eingestanden, was die wirklichen Gründe sind?

man habe sich zuletzt nicht auf eine gemeinsame Unternehmensstrategie einigen können

Das ist ja auch nur Unternehmenssprech für: Bla bla.

Die deutsche Huff Post hat gezeigt, dass man innerhalb kürzester Zeit ein neues Nachrichtenangebot in die Top 10 führen kann.” Eine Lizenzvergabe des Titels durch ein anderes Unternehmen in Deutschland sei nicht geplant.

Sie waren so erfolgreich, dass niemand den Titel der Seite oder die Seite selbst haben will. Da war ja Basic Thinking besser dran irgendwie.

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Fakeklaudaten

Letztens bekam ich auch eine E-Mail als Bitcoin-Erpressungsversuch-Spam, in der mir ein Passwort richtig zugeordnet wurde und eine E-Mail-Adresse ebenso. Nur, dass ich beides nie in dieser Kombination verwendet habe, die betreffende E-Mail-Adresse war immer nur eine Weiterleitungsadresse. Im Grunde ist mir nur mitgeteilt worden, dass man es eben nicht geschafft hat, mir die Daten so zu entlocken, dass man Zugang zu einem E-Mail-Postfach bekäme. Man müsste es eben nur hinbekommen, das Netz mit falschen Daten zu fluten.

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Journalistische Abgründe

Seiten zu verlinken, das macht man bei Zeitungsinternetseiten nicht so gerne. Aber wenn es zu Partnerseiten geht, dann …

Der Betrunkene versuchte durch lautstarke Hilferufe auf sich aufmerksam zu machen. Und tatsächlich bemerkten Fahrgäste den Mann auf der Zugkopplung. Ob sie ihn retten konnten, lesen Sie bei den Kollegen von (Link zur Partnerseite)

Das sind sicherlich solche Journalisten, die nicht begreifen, dass die Krise des Journalismus hausgemacht ist.

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Jennifer – Sehnsucht nach was Besseres

Harald Wehmeier und Andreas Altenburgs NDR-Fernsehserie Jennifer – Sehnsucht nach was Besseres gehen gerade mit eben dieser in die zweite Staffel. Und zur Freude der Zuschauer ist dies kein lauer Aufguss der ersten: Mit Container-Ingo, gespielt von Klaas Heufer-Umlauf, wird erfolgreich eine in die Geschichte passende Figur präsentiert.

Manfred Schweers (großartig fies-schmierig dargestellt von Ulrich Bähnk) übernimmt halblegal den Friseur-Salon, in dem Jennifer arbeitet, und stellt den abgehalfterten C-Promi Container-Ingo ein, der den Laden zum Laufen bringen soll.

Ging die erste Staffel noch darum, dass der Kapitalismus genau die Träume unerreichbar macht, die er anpreist, haben wir nun eine Figur, die an genau dieser Stelle gescheitert ist und zurückkommt. Das alles verleiht der Comedy-Serie eine gewisse bittere Note und ist insofern von den beiden Autoren Wehmeier und Altenburg ein gelungener Sprung ins Unbekannte, waren doch bisher ihre Radio-Figuren bloß lustige Vertreter des Präkariats.

Trotz dieser Wendung werden die Randfiguren liebevoll dargestellt: Jennifers Oma (herzerwärmend lebenserfahren gespielt von Doris Kunstmann), deren Freund, ihr Ex-Chef, ihr Ex-Freund, sogar sich selbst als Fans von Container-Ingo legen sie ein an ihr Fanobjekt gerichtetes entlarvendes „Du kennst auch keine Leute mehr“ in den Mund, weil es auch den Fans nicht um die angehimmelten Personen selbst geht. Zwei Folgen ist die Hauptfigur fast nur Staffage, wäre sie nicht von der zauberhaften Katrin Ingendoh gespielt. Ein Serien-Juwel, leider versteckt. Die Folgen sind in der Mediathek ansehbar.

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Instagrammen

Hier war in der letzten Woche doch eher weniger los, weil wir Madeira erkundeten und ich mich selbst ein wenig mit Instagram beschäftigt habe. Und da bedeutet netzwerken ja so viel wie: Alle man wem folgen, da wird ja wesentlich intensiver zurückverfolgt als auf Twitter. Es ist auch ganz lustig, da mit eigenen Bildern kreativ gestaltend umzugehen, aber irgendwann ist man dieser Beschäftigung auch überdrüssig und alleine die Likes helfen da auch nicht weiter. Und wenn man dann in der eigenen Timeline nur noch Hackfressenselfies zu sehen bekommt oder überfilterte Stilleben, dann sehnt man sich doch das erdende Bloggen wieder herbei.

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Mein Anbieter hat hier eine Zeit lang einen Cloudflare-Sicherheitstest vor dem Aufrufen der Seite gemacht. Jetzt sei aber alles wieder in Ordnung und der Test ist weg. Jut, jut, weiter im Text.

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