Nichts erinnert an die Tat

Kommen wir nun zur Verleihung des Mario-Barth-Preises für hemmungslos vergeigten Aufklärungsjournalismus. Er geht in diesem Jahr, etwas überraschend, in der Sparte Ibbenbüren an die Neue Osnabrücker Zeitung für den Artikel „79-Jährige auf Friedhof vergewaltigt: Prozess beginnt Dienstag„.

Die Neue Osnabrücker Zeitung hat fünf Monate nach einer Vergewaltigung auf einem Friedhof eine Journalistin und einen Fotografen zu besagtem Friedhof geschickt, um vor Ort Stimmungen einzufangen, wobei diese auf die schmutzige Scheibe einer Übersichtstafel stießen, sowie auf einen zufällig anwesenden Friedhofsbesucher, der eine Grabstätte sauber machte. Zwei Gegebenheiten, die mit dem eigentlichen Thema nicht im Geringsten etwas zu tun haben. Und nicht nur das:

Zwei steinerne Engel wenden der Wiese ihre Rücken zu.

Und hätte die Journalistin genauer hin geschaut, hätte sie am Himmel auch eine blaue Telefonzelle rumfliegen sehen.

Wie eine kleine Lichtung liegt sie da, eingerahmt von Gräbern. Das kalte, nasse Moos bedecken braune Eichenblätter. Vögel zwitschern, in der Ferne rauschen Autos vorbei. Eine Kirchenglocke läutet.

In China fällt ein Sack Reis um. Erschütternd, was daraus geschlossen wird:

Heute erinnert nichts mehr an die Tat.

Was die Journalistin wohl gerne gesehen hätte? Die Szenerie ist in etwa so trostlos wie die Berufsauffassung der beiden Journalisten, die gerade auf dem Ibbenbürener Friedhof stehen und von braunen Eichenblättern bedecktes, kaltes, nasses Moos als Sinnbild ihres Artikels entdecken. Als ob der Ort der Vergewaltigung das eigentlich Schreckliche an dieser Tat wäre.

„Vor einiger Zeit standen hier noch weitere Gräber.“

Früher war mehr Lametta, Alkohol macht Birne hohl und morgen ist auch noch ein Tag. Warum man überhaupt die Stehgräber in Ibbenbüren abgeschafft hat – ein weiteres Rätsel. Aber bleiben wir beim Text.

Der ist auch deswegen so preiswürdig, weil nach dem Inhalt auch die Grammatik aus dem Gleis hüpft:

Nun dürfte die Debatte nun von neuem beginnen wird (…)

Schütteln Sie sich mal selbst den Satz so, dass er passt.

(…) parallel zur Diskussion über die Vergewaltigung und mutmaßliche Ermordung einer Studentin durch einen 17-jährigen Flüchtling in Freiburg.

hofft orakelt die Journalistin, deren Spürnase nicht entgeht:

Selbst in Boulevardmedien sind keine Informationen zu finden, die über die Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft hinausgehen – alle halten dicht.

Nicht so unsere Bildzeitungsleserin Journalistin: Sie deckt auf, wenn Übersichtstafeln schmutzig sind und unbeteiligte Passanten Beweise vernichten Laub wegharken.

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70 Jahre NRW

Das einwohnerstärkste Bundesland Deutschlands ist jünger als mein Vater. Das fiel mir als erstes ein, als ich von diesem Jubeltag hörte. Ansonsten ist das Bürgerfest in Düsseldorf hierzu gänzlich an mir vorbei gegangen. Und da bin ich fast schon Rheinländer: So leicht kriegen sie die Einheimischen nicht.

Was mir noch einfiel war, dass ich Zeit meines Lebens noch nie in einem anderen Bundesland gelebt habe. Dafür in allen drei Teilen Nordrhein-Westfalens. Im Grunde halte ich das auch gar nicht für bedeutsam, aber Grund genug das mal zu beleuchten: Was hält einen denn hier, was treibt einen nicht weg?

Es ist eine Medaille mit zwei Seiten: Einerseits und andererseits die Mentalität. Ich mag den Humor, der aus allen Ecken Nordrhein-Westfalens strömt, auch wenn man ihn manchmal suchen muss. Der ist direkt, verständlich, wohlwollend, nicht fies. Nationalistische Untertöne gibt es, aber nicht unbedingt in dem Bekanntenkreis, den man sich wählt. Und wenn es um das Aufstehen gegen Rechts geht, dann lassen sich Bielefelder, Düsseldorfer und Münsteraner nicht lumpen.

Klaus J. Behrendt hat mal über unsere gemeinsame Heimatstadt Ibbenbüren gesagt, dass er, wenn er mal wieder dorthin käme, zu sich sagen würde:

Ja, hier kommste weg.

Vielleicht ist das etwas, was einen bespringt, wenn man mal ganz das Bundesland verlässt. Ich für meinen Teil genieße Spatziergänge am Rhein und Fahradfahrten an den rheinanliegenden Wiesen, in deren Nähe ich gerade wohne, als wäre ich dort groß geworden.

Andererseits ist da der Ausspruch Manni Breuckmanns, den ich im Ohr habe:

Düsseldorfer wirst du nicht.

So richtig dazu gehört man als Zugezogener eben auch nie. Oder man fühlt das nur so. Kann ich mit leben, ich muss meine Identität ja nicht umstricken, um mich woanders wohl zu fühlen. Ich will auch nicht auf Teufel komm raus dazugehören.

An meiner Heimatstadt gefällt mir nämlich am besten die Lage: Vor Ort hat man gute Einkaufsmöglichkeiten und auch etwas kulturelles Leben. Will man es gerne spießiger: Münster ist um die Ecke. Will man es etwas erdiger: Osnabrück einen Katzensprung entfernt. Und rauben einem die Einheimischen wieder den letzten Nerv, fährt man fix über die Grenze, setzt sich in ein Café in Enschede und lästert ordentlich ab über die Genossen jenseits der Grenze.

Und ja, das können sie eben auch die Nordrhein-Westfalen: Nerven, nörgeln, schwarzmalen. Letztens im Zug hörte ich einen Mitfahrenden sagen:

So sind die Deutschen: Haben Angst vor Überfremdung und kennen ihren Nachbarn zwei Häuser weiter nicht.

Man darf das Gejammer nicht zu ernst nehmen und wissen, wann man die Reißleine zieht. Dann kommt man in diesem zusammengewürfelten Bundesland bestens klar. Andererseits stößt man in NRW auch immer wieder auf jemanden, der ein großes Wort offen und gelassen ausspricht. Und das ist dan richtig zum Wohlfühlen. | csn

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Und was fällt Dir zu NRW ein? Nimm teil an der Blogparade: Zwischen Rhein und Weser.

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70 Jahre NRW

Das einwohnerstärkste Bundesland Deutschlands ist jünger als mein Vater. Das fiel mir als erstes ein, als ich von diesem Jubeltag hörte. Ansonsten ist das Bürgerfest in Düsseldorf hierzu gänzlich an mir vorbei gegangen. Und da bin ich fast schon Rheinländer: So leicht kriegen sie die Einheimischen nicht.

Was mir noch einfiel war, dass ich Zeit meines Lebens noch nie in einem anderen Bundesland gelebt habe. Dafür in allen drei Teilen Nordrhein-Westfalens. Im Grunde halte ich das auch gar nicht für bedeutsam, aber Grund genug das mal zu beleuchten: Was hält einen denn hier, was treibt einen nicht weg?

Es ist eine Medaille mit zwei Seiten: Einerseits und andererseits die Mentalität. Ich mag den Humor, der aus allen Ecken Nordrhein-Westfalens strömt, auch wenn man ihn manchmal suchen muss. Der ist direkt, verständlich, wohlwollend, nicht fies. Nationalistische Untertöne gibt es, aber nicht unbedingt in dem Bekanntenkreis, den man sich wählt. Und wenn es um das Aufstehen gegen Rechts geht, dann lassen sich Bielefelder, Düsseldorfer und Münsteraner nicht lumpen.

Klaus J. Behrendt hat mal über unsere gemeinsame Heimatstadt Ibbenbüren gesagt, dass er, wenn er mal wieder dorthin käme, zu sich sagen würde:

Ja, hier kommste weg.

Vielleicht ist das etwas, was einen bespringt, wenn man mal ganz das Bundesland verlässt. Ich für meinen Teil genieße Spatziergänge am Rhein und Fahradfahrten an den rheinanliegenden Wiesen, in deren Nähe ich gerade wohne, als wäre ich dort groß geworden.

Andererseits ist da der Ausspruch Manni Breuckmanns, den ich im Ohr habe:

Düsseldorfer wirst du nicht.

So richtig dazu gehört man als Zugezogener eben auch nie. Oder man fühlt das nur so. Kann ich mit leben, ich muss meine Identität ja nicht umstricken, um mich woanders wohl zu fühlen. Ich will auch nicht auf Teufel komm raus dazugehören.

An meiner Heimatstadt gefällt mir nämlich am besten die Lage: Vor Ort hat man gute Einkaufsmöglichkeiten und auch etwas kulturelles Leben. Will man es gerne spießiger: Münster ist um die Ecke. Will man es etwas erdiger: Osnabrück einen Katzensprung entfernt. Und rauben einem die Einheimischen wieder den letzten Nerv, fährt man fix über die Grenze, setzt sich in ein Café in Enschede und lästert ordentlich ab über die Genossen jenseits der Grenze.

Und ja, das können sie eben auch die Nordrhein-Westfalen: Nerven, nörgeln, schwarzmalen. Letztens im Zug hörte ich einen Mitfahrenden sagen:

So sind die Deutschen: Haben Angst vor Überfremdung und kennen ihren Nachbarn zwei Häuser weiter nicht.

Man darf das Gejammer nicht zu ernst nehmen und wissen, wann man die Reißleine zieht. Dann kommt man in diesem zusammengewürfelten Bundesland bestens klar. Andererseits stößt man in NRW auch immer wieder auf jemanden, der ein großes Wort offen und gelassen ausspricht. Und das ist dan richtig zum Wohlfühlen. | csn


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Lesezeichen

  • Familie, Formel 1 und Fußball: Leben in der Jungen Pflege des Osnabrücker Paulusheims Thorsten Mösing war gerade einmal 28 Jahre alt, als sich sein Leben durch eine Gehirnblutung von einer Minute auf die andere komplett gewandelt hat. Der junge Vater aus Ibbenbüren wurde zum Pflegefall. Seinen Beruf als Gas- und Wasserinstallateur konnte er nicht mehr ausüben, seine kleine Tochter nicht mehr zur Schule bringen, auch das Leben zu Hause konnte nicht mehr so stattfinden wie vorher.<br>
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Manfred Spiekers Gender-Wahnsinn

Ich hatte schon auf Facebook angekündigt, dass ich zu diesem Thema noch was schreiben wollte, jetzt sind schon ein paar Tage ins Land gegangen, aber ich komme dem dennoch mal nach.

Bei der KAB Bosco hatte Manfred Spieker einen Vortrag halten. Der Titel lautete: „Gender-Wahnsinn: Eine absurde Ideologie will unseren Alltag erobern“. Es ging natürlich nicht um die merkwürdigen moralischen Haltungen der Katholischen Kirche, sondern einem weitaus größeren Kampf: Dem Kampf gegen die Schwulenlobby, die die Ehe bedroht:

Als „treibende Kraft“ hinter dem Gender-Mainstreaming machte Spieker die „Lobby der Homosexuellen“ aus und beklagte, dass sich Politiker weltweit das Ziel zu eigen gemacht hätten, schwule, lesbische, transsexuelle und intersexuelle Anliegen zu legalisieren. In der Figur des österreichischen Sängers und Travestiekünstlers, der als Kunstfigur „Conchita Wurst“ in diesem Jahr den Eurovision Song Contest gewann, finde diese Entwicklung aktuell Ausdruck.

Man merkt gleich: Argumentativ gibt es hier nur die Brechstange, seriöse Argumentation muss man im Kampf gegen solche Gegner wohl auch mal sein lassen. Bunt verkleidete Männer in langen Gewändern, und das außerhalb der Katholischen Kirche! Im gleichen Artikel beschwert sich Spieker übrigens, für homophob gehalten zu werden. NEIN! DOCH! OH!

Das war dann der KAB wohl doch zu grob und so wurde die Veranstaltung auf dem Plakat mit „Gemeinwohl ohne Ehe? Die Familie als Ressource der Gesellschaft“ beworben.

Das ist nur die halbe Wahrheit. Spiekers Meinung ist, die Familie sei die einzige Lebensgemeinschaft, von der die Gesellschaft etwas habe. Völlig ohne Belege, völlig ohne den Versuch von Objektivität: Hier zeigt ein Wissenschaftler wissenschaftlicher Erörterung den Stinkefinger. Und die KAB Bosco darf sich mal fragen lassen, ob sie dem Thema überhaupt gewachsen war.

Nach Spieker zöge der aus der Luft herbeigewunkene Umstand, die Familie sei die einzige für die Gesellschaft vorteilhafte Lebensgemeinschaft, mit sich, dass einer Familie bei Wahlen eine eigene Stimme neben der Wahlstimme des Vaters, der Mutter und weiterer Wahlberechtigter zustünde. Ein zweckgebundenes Wahlrecht. Hatte Spieker sich bis hierher noch auf Hegel berufen können, der ursprünglich in der Familie die Keimzelle moralischer Erziehung sah, steht er nun alleine da. Somit stünden einzelnen Erwachsenen einfach so mehrere Stimmen bei Wahlen zu, was sich mit dem aktuellen Grundgesetz nicht vereinbaren lässt. Auch aus streng argumentativer Sicht ist es unverständlich, da das Wahlrecht an sich nicht auf einer Zweckbegründung beruht. Hegel fand das Wahlrecht übrigens geradezu obsolet, da es die Hoheit des Staates unterhöhle.

Spieker hat seine Forderung bereits 2006 im Hofblatt des deutschen Rechtspopulismus heruntergebetet. Und eben dort kann man dann auch nachlesen, wohin die Reise noch führt: Denn wenn Familien so wichtig ist, wieso bei zusätzlichen Wählerstimmen aufhören? Wieso nicht eine Bevorzugung von Elternteilen bei Arbeitseinstellungen? Und wieso da aufhören?

Spieker plädiert unter dem Deckmantel der Wissenschaft für das, was er gut findet. Nur diskriminiert das eben alle, die nicht in seinem Sinne verheiratet sind: Unverheiratete, Homosexuelle und Alleinstehende (Mehrfachnennungen möglich).

Im Hintergrund steht bei Spieker eine antiaufklärerische Haltung:

Die Selbsthingabe, nicht die Selbstbestimmung ist der Schlüssel zu einem gelingenden Leben.

Die Einstellung des kritischen Denkens ist demnach der Schlüssel zu einem gelingenden Leben und ich darf sagen, Herr Spieker gehört wohl in dieser Hinsicht zu den Fortgeschrittenen. Selbstbestimmung ist der zentrale Begriff in der Ethik Kants. Für Spieker ist sie ein Schreckgespenst, da auch der Selbstmord durch Selbstbestimmung erlaubt sei. Dass Kant trotz des Aufrufs zu einem selbstbestimmten Leben den Selbstmord als rechtlich erlaubte Möglichkeit ausschließt, das hat Spieker gar nicht auf dem Radar.

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Konzert: Christian Steiffen, Rosenhof Osnabrück, 25.10.2014


Mittlerweile hat sich Christian Steiffen die Publikumsgröße erspielt, die ihm gebührt: 700 Leute kamen gestern in den Rosenhof und – als ob man das dazusagen müsste – waren restlos begeistert.

Zum Tourauftakt präsentierte er seine Klassiker, aber auch Neuschöpfungen. Bei diesen erfindet er sich etwas neu, weniger bissige Ironie, mal etwas ruhigere Töne anspielen. Es war nicht zu erwarten, dass ewig Knaller nachgeschoben werden. Das soll kein vorweggenommener Abgesang werden: Steiffens Stärke ist weiterhin, dass er einer verstaubten Musiksparte das Konservative nimmt, und mit Witz genau die besungenen Gefühle herauskitzelt, die er in seinen Liedern ironisch ansingt: Das Vermissen seiner Person, das Belachen des eigenen Selbstmitleids, die Reduzierung seines Lebens auf eine Flasche Bier, das Frohsein über entgangene Beziehungen.

Abgesehen davon bot die Steiffen-Show neben der endlich mal wirklich gut rüberkommenden Musik viele einprägsame Bilder auf der Bühne: Vom Steiffen-Ballett über das Stage-Diving zur besinnlichen Christian-Steiffen-Version von „Stille Nacht“. Den Großteil seines Publikums hat Steiffen nach wenigen raumgreifenden Gesten in seinem Bann, der Rest wird irgendwann von der Musik eingenommen.

Christian Steiffen bringt die große Lust aufs Leben in die Halle und verteilt sie großzügig an seine Zuschauer. Vielleicht ist das das Geheimnis.

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Pufftown

Ortskenntnis ist eine Zier, doch es geht auch ohne ihr. Natürlich geht es in der aktuellen Puff-Diskussion entgegen der Darstellung der IVZ nicht um ein Freudenhaus in Schierloh, sondern in Langewiese. Und ein Gerücht würde ich das auch nicht gerade nennen. Aber sei’s drum.

Diana’s Haus hatte vorher seinen Platz in Osnabrück, in letzter Zeit war in Langewiese aber wohl eher tote Hose. Und die Lustgänger machen dafür auch einen Grund aus:

die bewohner gehen auf die strasse mit videocamera und fotoaparat also ich geh bestimmt nicht hin

Verwunderlich ist allerdings, dass seitens der Stadt erklärt wird, es seien keine Bordelle in Ibbenbüren angemeldet. Mitunter scheint es in der Tat zu Wohnungsprostitution zu gehören, was in Ibbenbüren so abgeht. Und anscheinend muss man die nicht anmelden.

Beim Haus Laura hätte ich aber auf was anderes getippt.

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Eine kritische Prüfung findet nicht statt

Da plappert die IVZ eine Prognose der Osnabrücker Stadtwerke zur Zukunft der geplanten Stadtwerke Tecklenburger Land nach, sprich von jemandem, der in dieser Angelegenheit ein Eigeninteresse hat, und erhält von 9 Bewertungen auf ihrer Artikelseite satte 9 mal die schlechteste Bewertung. Zu Recht. Denn bei den Leersprecheinlagen, die man da wiedergibt, verwundert es schon, dass keine der Bedenken, die Lesern des Artikels umgehend ins Auge fallen, einen Weg in den Bericht findet. So kommentieren Leser des Artikels z.B.

– zur Rentabilität

25.02.2014 07:24 von emsi:
Die Zahlen beweisen eindeutig wie unrentabel die Stadtwerke wirklich sind. Wenn eine Kommune erst nach 20 !!!! Jahren eine Dividende an den Verbraucher geben kann und dann effektiv erst Schwarze Zahlen einfährt,ist die Lage ja wohl klar. ABER, die Herren werden das Ergebnis schon im Vorfeld schönrechnen, sich die meiste Dividende geben und grünes Licht geben!!

– zu angeblichen Pluspunkten

25.02.2014 12:25 von Perro:
Hallo!
Zitat:
„Zu den Vorteilen gehöre, dass man einen Ansprechpartner vor Ort habe.“
…….hat man jetzt auch schon……
Zitat:
“ Hinzu komme das gute Gefühl, etwas für die heimische Wirtschaft zu tun, die mit Aufträgen bedacht wird.“
….auch heute arbeiten schon Firmen aus dem Umfeld für die RWE/ Westnetz…..


– zur kritisierbaren Begutachtung

25.02.2014 15:53 von KritischesAuge:
Immer dann, wenn wer etwas will oder macht frage ich mich nach dem Warum. Wer verdient hier eigentlich….z.b…..direkt und warum verkauft jemand. Verdienen statt persönlich zahlen oder haften tun wohl einige Bürgermeister. Die RWE verkauft hier was….warum gibt die RWE was vom Kuchen ab? Warum gibt es keine neutralen Berater für die die ein Ja oder Nein letztlich entscheiden? Alles sehr seltsam. Ich denke, man sollte sich gut ansehen, welche Partei sich in Ibbenbüren wie positioniert….bald sind Kommunalwahlen.

– zum Lobbyistentum

25.02.2014 17:23 von kommentar:
Zitat: “ Ratsmitglieder …, … bei Sonderterminen am 5. und 6. März beraten lassen“.

„Beraten lassen“ ist hier wohl der falsche Ausdruck! Es erinnert eher an Verkaufsveranstaltungen, bei der erst der Saal verlassen werden darf, wenn der Verkäufer seinen Umsatz erreicht hat. Hier halt nur niveauvoller.

– zur Befähigung der Politiker, derart wirtschaftlich zu agieren:

25.02.2014 17:28 von Schnuffi 2:
Solage Politiker nicht zur rechenschaft gezogen werden können, was sie mit Steuergeldern machen, hat man als Bürger keine Chance, etwas dagegen zu tun.
Nichtwählen bringt da auch nichts.
Nur gut, dass ich nicht gezwungen werden kann, Kunde zu werden.
Alles andere kann man ja bei Teldafax lesen, aber da scheinen unser Vertreter des Volkes Scheuklappen zu tragen.
Abgesehen davon, dass Politiker jeglicher Fraktion meist für ihre Tätigkeit noch nicht einmal annähernd die richtige Ausbildung nachweisen kann, egal ob Kreis, Land oder Bund.
In der freien Wirtschaft undenkbar.
Von dieser Materie haben diese Leute keinen Schimmer Ahnung und davon eine ganze Menge.
Aber es ist ja nicht ihr Geld was dort in den Sand gestzt wird und zur Verantwortung werden sie nicht herangezogen.

Zur Frage, was die RWE von diesem Deal hat, zitiert übrigens die NOZ Marc Schrameyer von der Ibbenbürener SPD:

Sie sollten sagen, dass sie als Stadtwerke Osnabrück und RWE durch die neuen Stadtwerke auch Kunden gewinnen können, die sie sonst nicht erreichen. Insofern gibt es eine Win-Win-Situation.

Und wenn man laut WN selbst bei der CDU einräumt, bei der ganzen Angelegenheit ginge es auch stark um die private Versorgung von Politikern, d.h. neben deren fachlicher Eignung steht deren Objektivität in Zweifel:

„Kaum sind die Stadtwerke gegründet, geht die Jagd auf Pöstchen los“, kritisierte Jonas.

dürfte man doch etwas kritischeren Journalismus erwarten.

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Warum die NOZ weiterhin ein Abo ohne Digital-Zugang hat

Ein wenig wundern durfte man sich (heute in der gedruckten Version, gestern online) ja schon, dass die IVZ einen frei zugänglichen Artikel der NOZ vom Montag übernimmt, ihn dann aber minimalst umschreibt. Aber sei’s drum. Es ist halt manchmal interessanter, was die NOZ so schreibt.

Wie zum Beispiel das, was die Redaktion der NOZ gerade zu ihrem neuen Abo-Modell schreibt. Inzwischen soll man für Artikel der NOZ über Abos online Geld zahlen. Diese Abos sind nicht von einem Zeitungs-Abonnement abhängig. Man kann also nur die gedruckte Zeitung bestellen oder nur ein Online-Abo, wahlweise für Smartphone oder Computer. Das ist genau das Gebührenmodell, was einige Kunden der IVZ sich gewünscht hatten.

Seitens der IVZ hatte man damals gemeint:

Würden wir aber unser Printprodukt durch ein zusätzliches Digitalangebot schwächen – und das würde ohne Zweifel passieren -, dann könnten wir unseren Inserenten/Werbekunden kein verlässliches Angebot mehr machen; heißt: Die Reichweite der Tageszeitung würde sinken und damit auch die Attraktivität der Werbung in ihr.

Und da überrascht die Stellungnahme der NOZ dann doch etwas, wenn man begründet, weswegen man gerade keine Kopplung von gedrucktem und Online-Abonnement anbietet:

wir hätten gerne für alle Zeitungsabonnenten den kostenlosen Zugriff ermöglicht.

Leider haben wir uns steuerlichen Gründen anders entscheiden müssen: Während die Zeitung nur einer Umsatzsteuer von sieben Prozent unterliegt gilt für digitale Produkte der Regelsatz von 19 Prozent. Das hätte für uns bedeutet, dass wir bei einer kostenlosen Zugabe zum Zeitungsabonnement möglicherweise etwa ein Viertel unserer gesamten Erlöse aus dem Zeitungsverkauf mit 19 Prozent MwSt. hätten belegen müssen. Um dieses Risiko deutlich zu verringern, müssen Abonnenten sich jetzt bewusst für das Web-Abo zum eher symbolischen Preis von einem Euro entscheiden und alle reinen Zeitungsabonnements unterliegen weiterhin dem ermäßigten Steuersatz.

Bei einem Abo-Preis der gedruckten Zeitung von stolzen 33,90€ ist die Rede von einem symbolischen Preis, den ein Digitalabo im günstigsten Fall zusätzlich kostet, allerdings so eine Sache.

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