Guten Morgen

Morgenkaffee

Das ist schon krasser Scheiß, was der Generalbundesanwalt sich da gerade leistet: Man ermittelt gegen Netzpolitik.org wegen Landesverrats. Landesverrat ist, wie man ungefähr vermutet, Verrat von Staatsgeheimnissen in der Intention des Schadens des eigenen Landes zu Gunsten einer anderen Macht.

Da muss man schon den Generalbundesanwalt, der schon Probleme hat, NSA und NASA zu unterscheiden, fragen, ob er seinem Amt gewachsen ist. Also, er müsste schon über unglaublich konkrete Verdachtsmomente verfügen, damit dieses Verfahren wirklich sinnvoll ist. Fotos, wie Beckedahl Putin Dokumente übergibt oder sowas.

Ich will das nicht ausschließen. So wenig, wie ich ausschließe, dass derzeit mehr als 50 Frauen Bill Cosby Vergewaltigung vorwerfen, nur um eine Minichance zu ergattern, an Kohle zu kommen.

Lustigerweise könnte es wieder die SPD sein, die bei dieser Sache den schwarzen Peter hat, denn oberster Chef ist der Bundesjustizminister, der schon mal sowas von sich gibt:

Und während ich mir die Frage stelle: Was muss eigentlich passieren, dass die SPD aus einer Regierung aussteigt? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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ivz – deutsch, deutsch – ivz

Dieses Blog taugt ja schon deswegen nicht als IVZ-Watchblog, weil wir – wenn überhaupt – nur den Ibbenbürener Lokalteil lesen. Aber heute winkte einem aus dem Recker Lokalteil eine hübsche Stilblüte entgegen, an der kann man nicht so einfach vorbei gehen.

Der amtierende Recker Bürgermeister beschwert sich über diesen veröffentlichen Satz der IVZ bezüglich der anstehenden Bürgermeisterwahl:

Einzige Chance, dass der künftige Rathauschef nicht Eckhard Kellermeier heißt: Es gibt am 13. September mehr Nein- als Ja-Stimmen.

Der Begriff „Chance“ könne als „Glücksfall“ oder „günstige Möglichkeit“ verstanden werden, referiert die IVZ den Bürgermeister und antwortet ohne Namen des Verfassers:

Dazu stellt das Medienhaus fest: Das Wort „Chance“ wurde als Synonym für „Möglichkeit“ und damit völlig wertfrei verwendet.

Das ist interessant, denn diese Verwendung ist nicht so, wie der Begriff „Chance“ im Deutschen und Französischen herkömmlich verwendet wird. Im Fussballdeutsch gibt es die Redeweise, man könne „aus keiner Chance ein Tor machen“, und damit ist die herkömmliche Verwendung des Begriffs durchaus getroffen: Sowohl Wikipedia als auch der Duden bezeichnen den Begriff „Chance“ als „günstige Gelegenheit der Erreichung eines Ziels“.

Nun ist es der IVZ unbenommen, Begriffe in ihren Texten anders zu verwenden, als das im Deutschen herkömmlicher Weise getan wird. Aber da wäre es für den Leser schon hilfreich, wenn das gekennzeichnet wäre.

Abgesehen davon ist ganz lustig, wie falsch der kritisierte Satz ist: Der Umstand, dass der Kandidat nicht genügend Stimmen für den Sieg bei dieser Wahl bekommt, bei Leibe nicht die einzige Möglichkeit, wodurch er nicht künftiger Bürgermeister Reckes ist. Zudem ist Der 13. September auch in Recke kein notwendig letzter Wahltag bezüglich der Bürgermeisterwahl, durch den der einzige Kandidat zum Bürgermeister gewählt werden könnte.

Der Satz müsste also verständlicher ausgedrückt heißen:

Am 13. September gibt es die Möglichkeit, Eckhard Kellermeier nicht zu wählen.

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Lesezeichen vom 30. Juli 2015

  • Deutscher Journalisten-Verband Der Deutsche Journalisten-Verband hat die laufenden Ermittlungen gegen zwei Journalisten des Portals Netzpolitik.org als Justizposse kritisiert.
  • Fefes Blog Erinnert ihr euch an den Generalbundesanwalt? Der Typ, der die NSA und die NASA nicht auseinanderhalten kann. Der Typ, auch im Folgejahr NSA nicht buchstabiert kriegte. Der Typ, der nicht fand, dass man GCHQ oder NSA was vorwerfen kann. Weil, äh, wir haben die ausländischen Regierungen gefragt, die uns ausgespäht haben, und die wollten uns keine sie inkriminierenden Beweise vorlegen.<br><br>
    DER TYP ermittelt jetzt wegen Landesverrats gegen netzpolitik.org.
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Gottschalk, Thomas – Herbstblond

Autobiographien unterliegen immer der Ausgangsschwierigkeit, dass der Autor die Sache gar nicht ganz oder gerecht erfasst hat, obwohl er doch selbst meist dabei war. So ist das leider auch mit Thomas Gottschalk. Der Erfolgsmoderator von Wetten, dass ..? hat kaum eine Erklärung für den Erfolg der Sendung, seinen Anteil daran, und kann die unpassenden Rettungsversuche, mit dem man das Publikum verschreckte, nicht passend einschätzen. Was seine Ausführungen zu Jackass in diesem Schmöker zu suchen haben – ein einziges Rätsel. Als zu lesendes Buch ist die erste Hälfte zudem von ausgesuchter Langweiligkeit: Sein Publikum hat ihn immer geliebt. Der Kritikeranspruch an seine Sofainterviews waren zu hoch. Dass ihm vorgeworfen wurde, sich nicht für das Gesagte zu interesseren – bei Wetten, dass..? wie bei Gottschalk live – das scheint er nicht erfasst zu haben.

Da ist das Hörbuch wesentlich besser, das legt man nicht so schnell weg. Tiefe gewinnt das auch nicht, aber immerhin hat man am Ende eine Kreisler-Interpretation Gottschalks, die noch das beste am ganzen Hörbuch ist. Das erinnerte mich dann auch an eine Episode in Gottschalks Leben, die er unter den Tisch fallen lässt: Das peinliche What happened to Rock ’n‘ Roll. Das war kein Rock ’n‘ Roll, das war ungelenk, unrockig und unpassend. Man merkte damals, dass er kein Gespür hatte, ob das, was er cool fand, in dieser Form auch cool war. Und dass er damit auch nicht überzeugte, so sehr die Fernsehnation ihn liebte.

Im zweiten Teil des Buches kommt Gottschalk besser in Fahrt, wenn er Dieter Bohlen kritisiert. Das ist treffend und informativ. Dass er seine Vorabendshow besser alleine hinbekommen hätte und dass das Format School’s out irgendwie bemerkenswert wäre, das sind Gedanken, die man ihm lassen kann, sie interessieren sonst kaum jemanden.

Aber wenn man Gottschalk vorlesen hört, ist er zweifeilsohne der sympathische Thommie, da ist er nahe dran an dem Gottschalk, den Fernsehdeutschland so liebte: Derjenige, der überraschend in irgendwelche Situationen geworfen wird, aus denen er sich mit Humor, dem richtigen Gespür für die Situation, dem passenden Ton, einem Lächeln und guter Laune herauswindet. Ist es wirklich so schwer, daraus heutzutage eine Fernsehsendung zu machen?

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Guten Morgen

Morgenkaffee

John Havel hat Amazon durchgespielt: Ein Plagiat eines rechtefreien Buches umgeschrieben einreichen, Bilder dazu, fertig ist der Kindle-Bestseller.

Im Magazin der Süddeutschen Zeitung blickt man auf die Loveparade-Katastrophe zurück.

Facebook hat wohl endgültig die Feeds für Seiten abgestellt, nachdem dies im Januar testweise der Fall war. Dafür tauchen die Seiten inzwischen als Vorschlag mit Bild bei Leuten auf, die diese bisher nicht abonniert haben. Das scheint wohl keine Geldquelle gewesen zu sein. Genausowenig werde ich jetzt Seiten auf Facebook intensiver verfolgen, die ich bisher im Feedreader auf dem Schirm hatte. Macht sich so sinnvoll bemerkbar wie das Abschalten von Hintergrundbildern auf Twitter in der letzten Woche.

Und während ich mir die Frage stelle: Wann hat man bei Facebook und Twitter eigentlich von innovativ auf Fellefesthalten umgeschwenkt? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Mai Thu

So sonderlich oft geben wir hier ja keine Essensempfehlungen heraus. Das hat damit zu tun, dass der gemeine Westfale etwas schon dann für ungemein toll findet, wenn er viel auf die Gabel bekommt. Zum anderen sind einige Restaurantbesuche zwar durchaus was für das einheimische Publikum – mich irritiert es aber, wenn man Gerichte für 25€ bestellt und dann seine Fertigkroketten mit dem Nachbarn teilen sollen. Da verzichtet man schon mal lieber auf einen Kommentar.

Seit fast zwei Jahren ist an der Oststraße das Mai Thu beheimatet. Inzwischen sind wir ein paar Mal dort gewesen, anfangs nur auf der Suche nach einem passablen veganen Gericht und das ist in Ibbenbüren beileibe keine einfache Aufgabe. Zur Sicherheit gingen wir am Restaurant an der Oststraße vorbei, weil wir da schlicht noch nie waren, es durchaus für qualitativ gut hielten und probierten das Etablissement dann auch einfach mal aus. Wir bestellten ein veganes und ein nicht-veganes Gericht und an den Tisch gebracht wurden uns beide in köchelnden Töpfen:IMG_0115

Und unterm Strich mundete es uns dann so gut, dass wir in der Folgezeit nochmal dort Essen zum Abholen bestellten und weitere Restaurantbesuche folgen ließen. Es hat jedes Mal außerordentlich gemundet und das zu Preisen, bei denen man sich manchmal die Frage stellt, wie die bei derart hochqualitativen Zutaten für den Betreiber rentabel sind.

Gerade für Veganer ist das Mai Thu ein Glücksfall, gerade weil vegane Speisen in der asiatischen Küche absolut nichts ungewöhnliches sind. So hat man die Auswahl zwischen unterschiedlichen Gerichten und bestimmt wird man einige Gerichte der Karte auch einfach vegan zubereiten können. Wer der asiatischen und indischen Küche nicht abgeneigt ist, dem sei hiermit ein besonderer Ausgehtipp ans Herz gelegt.

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