Ganzseitiges Gesinnungsbeanzeigen

Was in der let­zten Zeit in der Lokal­presse aufge­fall­en ist, und das muss man wohl Presseerzeugern ein­dringslichst sagen, sind diese wirren, wirren Anzeigen in eign­er Sache, die inhaltlich Google und Face­book und Apple angreifen sollen, die aber kaum jemand der Leser­schaft ganz ver­ste­ht, geschweige denn in sein eigenes Wer­turteil aufn­immt. Eben­so ist auch kein Face­book-Nutzer beruhigter durch die ganz­seit­i­gen Face­book-Anzeigen in der Lokal­presse. Aber wenn sowas Dep­perten Geld kostet, die die Zeitung auf­schla­gen und ihre selb­st­ge­bucht­en Anzeigen bewun­dern, wem schadet’s?

Da einem das Lokale vielle­icht doch näher liegt als das Irgend­wieglob­al­face­bookgetue, sei mal zur Ken­nt­nis genom­men, dass die Lokal­presse, diesen wirren, wirren Text kurz vor Wei­h­nacht­en ganz­seit­ig veröf­fentlicht:

Dif­famierung, Behin­derung und Aus­gren­zung, Beschimp­fung, Bedro­hung und Inhaftierung von Pres­se­leuten sind unerträglich alltäglich gewor­den in dieser Zeit. Pop­ulis­mus, Intol­er­anz und aufleben­der Ras­sis­mus spal­ten unsere Nation. Sie erzeu­gen Angst und schüren Ego­is­mus.

Redet hier wirk­lich eine Lokalzeitung über ihre Heimat­stadt?

Wir, die freie Presse,

Haha­ha­ha­ha­ha­ha­ha­ha­ha­ha­ha!

wider­sprechen diesen zer­set­zen­den Ten­den­zen aus­drück­lich! Die Frei­heit und Unab­hängigkeit der Presse ist Fun­da­ment für die Frei­heit unser­er Gesellschaft!

Äh, nein, der Rechtsstaat ist Fun­da­ment der Frei­heit der Gesellschaft, nicht irgendwelche Blät­ter, die dpa-Mel­dun­gen und Ortsvere­in­sju­biläen druck­en.

Die Zeit ist unruhig. Den­noch, oder bess­er: Deshalb wün­schen wir Ihnen und Ihrer Fam­i­lie eine fried­volle Advents- und Wei­h­nacht­szeit! Wir danken für das uns ent­ge­genge­brachte Ver­trauen und begeg­nen dem neuen Jahr 2020 voller Zuver­sicht und Mut!

Zuver­sicht und Mut, dass weniger unsere Redak­tion ver­lassen als in 2019.

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Zitate für Dummies (30)

Und weit­er im Text:

„Glück entste­ht oft durch Aufmerk­samkeit in kleinen Din­gen, Unglück oft durch Ver­nach­läs­si­gung klein­er Dinge.“

Wil­helm Busch (1832 – 1908), ein­er der ein­flussre­ich­sten humoris­tis­chen Dichter und Zeich­n­er Deutsch­lands

Nicht zu find­en im Gesamtwerk Wil­helm Buschs, wahrschein­lich von hier kopiert, 1954 wird es den Chi­ne­sen zugeschrieben, zu find­en in der Ency­clopae­dia of Prose Quo­ta­tions von 1884, wo es E. Wilton zugeschrieben wird:

Do not slight the lit­tle things that crowd around life; many are deceived and led astray by neglect­ing lit­tle things.

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Zitate für Dummies (29)

Es wird weit­er­hin bei der IVZ irgend­was aus dem Inter­net kopiert und in die Zeitung geset­zt, ohne im Min­desten der Frage nach zu gehen, ob die Zusam­men­stel­lung von Zitat und zuge­orn­de­tem Ver­fass­er wohl stimmt. Heute:

„Ein guter Rat ist wie Schnee. Je san­fter er fällt, desto länger bleibt er liegen und umso tiefer dringt er ein.“
Simone Sig­noret (1921 – 1985), franzö­sis­che Schaus­pielerin und Schrift­stel­lerin

Man kön­nte stutzig wer­den, dass das Zitat im Franzö­sis­chen nicht geläu­fig ist, was daran liegen kön­nte, dass es aus dem Englis­chen stammt

Advice is like snow – the soft­er it falls, the longer it dwells upon, and the deep­er it sinks into the mind.

und wohl Jere­mi­ah Seed zuzuschreiben ist.

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Zitate für Dummies (27)

Das heutige Zitat

„Es geht nicht darum, wie viel wir besitzen, son­dern wie viel wir genießen, das sorgt für Glücks­ge­fühl.“
Charles Had­don Spur­geon (1834 – 1892), englis­ch­er Bap­tis­ten­pas­tor

soll laut Oxford Trea­sury of Say­ings and Quo­ta­tions im Werk “The Sword and the Trow­el” aus dem Jahre 1867 zu find­en sein, ist es aber nicht.

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