Also meine Generation hat ja Lieder gehört, in denen Babies in Waschmaschinen ertrinken und Frauen namens Claudia sich mit Schäferhunden vergnügen. Der Reiz, wenn man das so nennen will, lag darin, sowas Irreales zu besingen. Das war also lange bevor es reale gedankliche Verbindungen zwischen Babies und Gefrierschränken gab. Hätte beides näher beieinander gelegen, die Lieder wären anders aufgenommen worden.

Wozu diese Einleitung? Es ist erneut ein Musikstück aus Ibbenbüren aufgetaucht, dessen Reiz auch darin zu bestehen scheint, dass das F-Wort eine prägnante Rolle spielt. Diesmal ist die Musikrichtung Techno:

Und wieder ist das Urteil: Musikalisch wirklich nicht ohne, textlich reizarm bis bodenlos. Aber irgendwie haben Leute früher auch schon mal sowas gehört. Und Sachen, zu denen es heute gottseidank kein Pendant gibt, soweit ich weiß.

Continue Reading

Keine Kosten und Mühen wurden gescheut, um das erste Merchandisingprodukt zu erstellen, an dem wir überhaupt nichts verdienen: Der Ibbtown-Becher.

Wie Sie sehen, verändert sich die Außenfarbe des Bechers bei Einfüllen von heißen Flüssigkeiten von schwarz zu weiß, so dass das formschöne Ibbtown-Logo frei gegeben wird. Wer den Becher dann langsam austrinkt, sieht eine Nebelbildung rund um Ibbtown auf dem Becherrücken einziehen. Wer noch einen warmen Schluck im Becher lässt, wird Zeuge einer einsetzenden Dämmerung.

Continue Reading

Bei den Westfälischen Nachrichten macht man sich Sorgen um die Anbindung von Kreis-CDU und -SPD zu ihren Landesvertretungen. Angesichts dessen, dass Kreis-CDU-Vorsitzender Karl-Josef Laumann nach wie vor im Landtag ist und SPD-Kreisvorsitzende Elisabeth Veldhues überzeugt ist, noch reinzurutschen, scheint da nicht viel Wind in den Segeln zu sein. Über die CDU meint man weiter

Dabei wird sie wohl kaum um eine Aufarbeitung der Jasper-Affäre herumkommen können. Viele geben dem „falschen Doktor“ eine gehörige Mit-Schuld am Debakel im Wahlkreis 83 und fürchten einen weiteren, langfristigen Vertrauensverlust. Man darf gespannt sein, wie offen die Partei diese Auseinandersetzung führen wird.

Na, wenigstens den Humor hat man bei der WN nicht verloren ;-).

Nun hat die Kreis-CDU sicher keinen sonderlich guten Eindruck gemacht in der Jasper-Affäre, indem sie zunächst einen Presse-Artikel raushaut, in dem sie sich von der Integrität Jaspers überzeugt sahen, um wenige Wochen später von weiteren Jasperschen Ungereimtheiten überrascht zu werden. Es ist ein hoher Preis bezüglich der eigenen Glaubwürdigkeit gezahlt worden, um Jasper im Bundestag zu belassen, wo er kaum eine weitere Amtsperiode antreten wird. Es gibt schließlich auch in der CDU noch andere Interessenten an einem Bundestagsmandat, und da wird man intern die Falsche-Doktor-Karte sicher noch mal ausspielen.

Bei allen politischen Bedenken in derartigen Fällen, sollte man immer auch auf dem Schirm haben, dass es Parteien bei ihren Bundestagsabgeordneten immer auch um Finanzielles geht. Der überraschend abgewählte SPD-MdB Reinhold Hemker bezahlte das SPD-Büro in Ibbenbüren und dies nun anders zu finanzieren, ist keine leichte Angelegenheit.

Wenn Wilfried Grunendahl in der IVZ sagt, auch die Affäre Jasper sei für seine Nichtwahl entscheidend gewesen [die CDU Lengerich sieht das ähnlich], so hat Jasper offenbar seinen Kredit in der Kreis-CDU aufgebraucht. Dabei hat man nur einen Wahlkreis verloren, auf den Gunther Sieg zuvor 25 Jahre quasi ein Abo hatte. Und das in einer Zeit, in der NRW-CDU einen Skandal nach dem anderen zu erklären hatte und die Bundesregierung auch schwer in der Kritik steht.

Wesentlich interessanter wird daher die Frage sein, wie man Christina Schulze Föcking neben Karl-Josef Laumann zur zweiten starken CDU-Landespolitikerin des Kreises in NRW etablieren kann.

Continue Reading

Stefan Reineke schreibt in Die Macht der Blogger über die Medienlandschaft Nordrhein-Westfalens wie folgt:

Den Eindruck, dass kritischer Journalismus es in NRW schwer hat, teilen auch Korrespondenten überregionaler Zeitungen. „Wenn ein Text missfällt, ist fast üblich, dass sich der CDU- oder der Regierungssprecher direkt bei der Chefredaktion über die Korrespondenten beschweren“, sagt ein Mitglied der Landespressekonferenz (lpk). Auch wenn Journalisten es nur wagen, Fragen zu stellen, kommt es vor, dass sich die CDU dies prompt bei der Chefredaktion verbittet.

Wer sich unbeliebt macht, bekommt telefonisch keine Auskunft mehr – Antworten gibt es dann nur noch schriftlich. Das ist im Tageszeitungsgeschäft ein schwer wettzumachender Nachteil. „Der CDU-Sprecher Matthias Heidmeier und der Regierungssprecher Hans Dieter Wichter machen mehr oder weniger subtil Druck“, sagt ein anderes Mitglied der Landespressekonferenz.

Namentlich will kein Journalist zitiert werden, aus Furcht, ganz von den Informationsflüssen abgeschnitten zu werden. Warum die Rüttgers-Truppe so allergisch reagiert, erklärt sich ein Korrespondent eines überregionalen Blattes so: „Die sind von den Regionalzeitungen nur Nettigkeiten gewohnt, deshalb diese Überreaktion bei Kritik.“

Die Zeitungslandschaft in Nordrhein-Westfalen ist ein spezieller Fall. Die Interessen von politischer Macht und Verlagshäusern, von Staatskanzlei und Medienkonzernen sind ungewöhnlich eng miteinander verzahnt. Norbert Schneider, Direktor der Landesmedienanstalt, die die medialen Machtstrukturen unter die Lupe nimmt, sagt der taz: „Die Verleger sind in NRW – im Unterschied zu den anderen Bundesländern – eine zentrale politische Kraft.“

I heard that song before.

Continue Reading

Dereinst war ich mal zuständig für die Begrüßung neuer Studenten seitens der Studierendenschaft. Und damals habe ich Ärger für meine Offenheit bekommen. Ich sah es als Verpflichtung an, Neuankömmlinge auch über Risiken des Studiums etc. zu informieren. Und bei der Ausbildung von Lehrern gibt es im pädagogischen Bereich so einiges. Ich habe den Neustudenten geraten, sich pädagogisch auch selbst zu schulen, da von offiziellen Stellen oftmals Stuss kommt. Aber solche Hinweise werden seitens der Uni nicht gern gesehen, da hat man Angst, Studierende würden vergrault. Anti-Aufklärung kann man eine solche taktische Interessensabwägung seitens der Uni auch nennen.

Unter Stuss ordne ich folgende Vorschrift für Lehrer ein: Den Lehramtsanwärtern ist in NRW die Art zu husten vorgegeben. Klingt komisch, ist aber so. Lehrer dürfen offiziell nicht in die Hand husten, sie dürfen nur in die Armbeuge husten. Denn wir wissen ja alle, dass Lehrer nach dem Unterricht jedem Schüler einzeln zur Verabschiedung die Hand geben. Umarmungen finden ja viel weniger statt. Und da wär es ja blöd, wenn in die Lehrershand vorher reingehustet worden wäre.

Könnte man eigentlich blindlinks ignorieren, so eine Vorschrift, was in der Praxis sicher auch passiert, aber stellen Sie sich mal vor, Sie sind in einer Lehrprüfung als Lehramtsanwärter und Sie müssten husten.

Da wäre es schon irgendwie blöd, sich nicht an die Lehrerhustverordnung zu halten.

Continue Reading