Lesezeichen vom 31. Mai 2014

Lesezeichen von heute

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Pirinçci, Akif – Deutschland von Sinnen: Shitstorm in Buchform

Da hat es ein Ibbenbürener mal wieder in die ZEIT geschafft. Es geht um Ijoma Mangolds Verriss von Akif Pirinçcis Deutschland von Sinnen.

Pirinçci hat 1989 mit Felidae einen lesenswerten Katzenkrimi geschrieben, der ein Bestseller wurde. Danach versuchte er diese Romantierform am Köcheln zu halten, was leidlich gelang. Lesenswert ist das alles nicht. Nun hat er seine Homophobie oder sein homophobes Geschwätz, denn als homophob sieht er sich nicht, zusammen mit seiner Islamophobie zwischen Buchdeckel gepresst. Es ist das argumentatives Armutszeugnis eines Hauptschulabsolventen, dem weitere Bildung nie ein Bedürfnis war, so dass er zu einer Auseinandersetzung mit dem Begriff des Rechtstaats nie gelangt ist. Seine Argumentationsform begrenzt sich auf das Diffamieren der als fundamentalistisch gekennzeichneten Gegenposition, was seine eigene, ebenso bloß daherbehaupteten Positionen als rechtens erweisen soll. Tut es aber nicht. Ein Pamphlet für die Deine-Mudda-Generation und für den Rest ein Fall fürs Altpapier:

Es ist ohnehin ein Skandal und eine bodenlose Frechheit, die indigene Bevölkerung als einen Haufen von reaktionären, Nazis, ja, verhinderten Mördern zu verunglimpfen, sobald sie mitbestimmen möchte, mit welcher Sorte von Menschen sie in ihrem eigenen Land zusammenleben wünscht und mit welcher nicht. (Akif Pirinçci, Deutschland von Sinnen, S. 27 in der epub-Version)

Sowas kann man nur ohne Hirninfarkt schreiben, wenn man nicht verstanden hat, was ein Rechtsstaat im Kern ist.

Mangold lässt sich leider von diesem aufgewiegelten Geschwätz anheizen und vergleicht das Machwerk allen Ernstes, unnötiger Weise und völlig unüberzeugend mit Hitlers Mein Kampf:

Dieses Buch ist das Produkt eines wild gewordenen Autodidakten. Im Bramarbasieren über alles und jedes, in der scheinbar widerstandslosen Herstellung von Evidenz und Zusammenhang, in der triumphalistischen Geste der Entlarvung von medialen Lügengespinsten, in seiner Mischung aus Brutalität und Heulerei erinnert das Buch – ich schwöre, ich habe noch nie einen Hitler-Vergleich gezogen in meinem Berufsleben – an Adolf Hitlers Mein Kampf.

Das tut es nicht. Hitler hatte eine Agenda, setzte entsprechend um, was er in seinem Buch anspinnte, so hölzern geschrieben es auch ist. Pirinçci schreibt nicht hölzern, sondern er argumentiert brechstangenartig. Mangold heizt so den Shitstorm, den das eigentlich in Rede stehende Buch verkörpert, nur weiter an.

Stefan Willeke reagiert auf die Empörungen zu Mangolds Kritik, indem er Aufmüpfige kontaktiert. Darunter Herrn H. aus Ibbenbüren, der Mangolds Text wohl als „geistigen Dünnpfiff“ charakterisiert hat. In die Fäkalsprache hatte allerdings auch Mangold schon eingestimmt. Der angerufene Herr H. legt zunächst einfach auf, wird aber ein zweites Mal angerufen:

Diesmal sagt er, bevor er auflegt: „Mich interessiert Ihre Zeitgeist-Postille nicht.“

Schöne Replik, allerdings nicht ganz so überzeugend, wenn man eigens Leserbrief-Mails an die Redaktion schreibt.

Willeke selbst verfängt sich im Shitstorm dann noch wie folgt:

Sind wir, die Journalisten der großen Zeitungen, unehrlich? Man muss über uns keine Studien anfertigen, um zu erkennen, dass wir stärker zum rot-grünen Milieu tendieren als die meisten Wähler. Natürlich stammt kaum jemand von uns aus einer Hartz-IV-Familie. Natürlich leben wir viel zu oft in denselben bürgerlichen Stadtteilen derselben Großstädte, in Berlin-Prenzlauer Berg oder in Hamburg-Eppendorf. Altbau, hohe Decken, Fischgrätparkett. Natürlich leidet unser Blick auf die Welt unter dem Eppendorf-Syndrom. Aber nur, weil wir selbst in einer Homogenitätsfalle der urbanen Mittelschicht stecken, wird nicht der Umkehrschluss zulässig, Pirinçci leiste aufrichtige Basisarbeit. Viel unheilvoller ist es, wenn der Demagoge Pirinçci von seiner Bonner Villa aus die Geräusche der Straße imitiert, um damit reich zu werden.

Ach Gottchen. Wer Pirinçci Argumentationsmuster nicht passend analysieren kann, ohne ihm derart Dinge zu unterstellen, der argumentiert für Leser nicht grundlegend anders als Pirinçci selbst. Und wer bitteschön hat nach dieser selbstverliebten Journalistenflanke gefragt?

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Tobias Teuscher ist abermals von Jürgen Liminski im Deutschlandfunk interviewt worden und das ist wohl ein Paradebeispiel für ein gewollt tendentiöses Interview. Stefan Niggemeier wundert sich, dass Teuschner unhinterfragt Sachen rausposaunen darf wie, dass Grünen im Europäischen Parlament bewusst pädophile Umtriebe fördern wollten und dass man Homosexualität als Leitbild verankern wolle.

Don Dahlmann räsoniert, weswegen Google wohl Nest gekauft hat.

Sacha Brohm stellt sein dieswöchiges Lieblingszitat vor.

Und während ich mir die Frage stelle: Ist die Chance der Konservativen heute, dass das Interessa an Inhalten, die mehrmals gewälzt werden, verloren geht? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Das ist natürlich lustig: Unter Berufung auf den Blog von Ulrich Horn, möchte die CDU-Fraktion in NRW von der rot-grünen Landesregierung wissen, weswegen in deren Presseschau vom 10. April zwei Seiten komplett leer gewesen sind.

Der bescheuertste Bratwurstjournalismustext des Tages kommt heute von den Ruhrnachrichten:

Eine duftende Wolke von frisch gebackenen Pfannkuchen umhüllte am Montagabend das Sprakeler Heimathaus.

denn „Erfolg liegt in guten Eier“. Ja, dann mal guter Appetit.

Friedrich Küppersbusch untersucht, ob das Wir entscheidet: [audio:http://httpmedia.radiobremen.de/mediabase/086492/086492_298778.mp3]

Und während ich mir die Frage stelle: Wir bei Lokalblättern eigentlich noch gegengelesen? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee Fangen wir doch heute einfach mal mit einer Frage an: Was kann man sich als Polizeibeamter an körperlichen Übergriffen leisten ohne aus dem Job zu fliegen? Nun, offensichtlich darf man einen 15jährigen fesseln, seinen Kopf gegen die Wand schlagen und so einen Schneidezahn aushauen. Kann doch mal passieren.

FDP-Chef Rösler meint, die Grünen seien schuld, dass die Jugendlichen von heute meinen, Leistung würde sich nicht mehr lohnen – nicht etwa die Erfahrung, dass man in vielen Jobs heutzutage ausgebeutet wird. Weltfremder kann die FDP kaum noch werden.

Google hat gestern ein Video veröffentlicht, durch das die Benutzer von Google gegen das geplante Leistungsschutzrecht aufbegracht werden sollen, gegen das gerade auch das Max-Plack-Institut für Immaterialgüter- und Wettbewerbsrecht aufbegehrt. Das wird von Google dadurch versucht, dass schlicht behauptet wird, dass das LSR die Suche im Internet schlechthin unmöglich macht, was natürlich Unsinn ist. Campagne statt Aufklärung – in Deutschland meist ein Rohrkrepierer.

Das BKA findet wohl schon seit längerem niemanden, der ihnen einen Staatstrojaner programmiert und annonciert nun schon auf monster.de.

Und während ich mir die Frage stelle: Kann das BKA nicht mal Google fragen? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Sehr schön: Beetlebum war Taschentücher einkaufen.

Claudia Roth ist über das Ergebnis der Urwahl der Grünen, die das Tandemteam für die kommende Bundestagswahl ausgemacht hat, ziemlich enttäuscht. Sie hat eine Erklärung für heute angekündigt und man munkelt, sie könne zurücktreten wollen.

Lance Armstrong provoziert mit einem Bild vor den Siegertrikots der Tour de France.

Und während ich mir die Frage stelle: Kann man Claudia Roth nicht auf irgendein wahlungefährdetes Ehrenamtsamt platzieren? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Guten Morgen

MorgenkaffeeDer zusätzliche Paragraph durch den die Bundesregierung das von Verlegern bestellte gewünschte Leistungsschutzrecht initiieren möchte, ist angeblich durchgesickert.

Ben hat nichts dagegen im Internet überwacht zu werden – wenn die bei Autofahrern genauso geschähe.

Wer hat uns verraten? Die Regierungskoalition aus SPD und Grüne winken in NRW den Trojanereinsatz durch:

Wir wollen dem Verfassungsschutz NRW die sog. Quellen- Telekommunikationsüberwachung (TKÜ) ermöglichen und die gesetzliche Grundlage dafür schaffen.

Und während ich mir die Frage stelle: Wundert man sich bei der SPD und den Grünen bei solchem Durchwinken von Bespitzelungen ernsthaft noch, dass die jungen Leute lieber die Piraten wählen? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee Der STERN berichtet darüber, dass ein anonymer Blogger, der im letzten NRW-Wahlkampf Interna der CDU veröffentlicht hat, nach der rot-grünen Regierungsübernahme seitens der Landesregierung einen sehr lukrativen Auftrag bekommen hat. Weil der STERN schreibt, dass sich das Veröffentlichen für den Schreiber daher gelohnt hat, erwirkte die SPD gestern eine einstweilige Verfügung. Um es mal ganz vorsichtig zu sagen: Eine zumindest merkwürdige Verbindung gibt es da offenbar.

Felix Schwenzel schreibt über die aktuelle Relevanz von Blogs. Und ich gebe meinen Senf dazu.

Jason Kottke verweist auf ein Foto mit allen MGM-Filmstars aus dem Jahr 1943.

Und während ich mir die Frage stelle: Wieso kam der STERN mit der Geschichte eigentlich nicht eher? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Guten Morgen

MorgenkaffeeHuch, der späteste Guten Morgen ever, oder bisher jedenfalls – nur weil ich den richtigen Knopf nicht gefunden habe. Sei’s drum. Bei Primavera wird die Frage gestellt, ob der Pro-NRW-Rechtspopulist Uckermann von den NSU-Morden gewusst habe, weil er einen Satz von Paulchen Panther ausgesprochen hat. Ich glaube einfach, dass der Satz weit verbreitet ist.

Angela Merkel denkt über einen Boykott der Fussball-WM in der Ukraine nach.

Im Jüdischen ist es ein Brauch, den kleinen Finga der Tora gegenüber hochzuheben. Man weiss aber nicht genau, wie es dazu kam.

Wenn das mal nicht viral wird: Die Grünen fordern ein Verbot von Pony-Werbung, meint zumindest Philipp Rösler.

Und während ich mir die Frage stelle: Geht Angela denn dann zum Public Viewing? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee In Berlin werden Pro-Acta-Demonstranten gesucht – gegen Bezahlung versteht sich.

Konstantin Klein betreibt kein Blog mehr, so wie es früher verstanden wurde, sonden ein Tagebuch.

Steffi Lemke hat übringens noch auf meine Kritik an ihrer Haltung reagiert, indem sie mich als Mitglied der Piratenpartei identifiziert – solche Leute sind einfach besser angreifbar – und die Kritik an ihrer Kritikweise vom Tisch wedelt, indem sie – sich inzwischen diffamiert fühlend – sagt, worum es eigentlich geht. Kritik gar nicht an sich ranlassen ist ja auch so ein Politikergebaren. Gut, sie verweist noch auf meine Anfrage, wo denn stünde, dass die Piratenpartei „sagt“ Sitzblockaden bei Demos seien verboten etc. auf ein Dokument, in dem ausdrücklich steht, dass dies keine Stellungnahme der Piratenpartei ist. Brüller!

Einen Shitstorm der Etablierten nennt Jasper von Altenbockum die REaktion der Grünen.

Und während ich mir die Frage stelle: Sind die Piraten denn gar nichta nders angreifbar?? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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