Neu im Bücherschrank(49): Ildikó von Kürthy – Mondscheintarif

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Kurz zur Handlung: Cora Hübsch lernt einen Arzt kennen. Will sich cool verhalten und dabei geht alles in die Hose. Am Ende wird alles gut, und es ist immer anders als man denkt.

Obwohl die Handlung sich banal und kitschig anhört war es erfrischend anders erfrischend anders. Es ist ein ständiger Dialog mit sich selbst, der so authentisch wirkte voller Selbstzweifel und Ironie. Damals hatte ich den Eindruck, dass die Schriftstellerin meinem 22 jährigem ICH aus der Seele spricht.

Vor kurzem war es mal wieder ein langweiliger Abend und um die Zeit zwischen der 20 Uhr Nachrichten und der Zeit, zu der es nicht peinlich ist ins Bett zu gehen, zu überbrücken, schmiss ich die DVD zu dem Buch ein.

Den Film habe ich vorher nicht gesehen, aber genauso habe ich es mir vorgestellt. Er ist anders. Und obwohl mein 22 jähriges ICH mir im Spiegel längst nicht mehr gegenüber steht, war es ein netter Ausflug in eine emotional chaotische Zeit, von der man froh ist, dass sie vorbei ist, aber sie dennoch nicht missen möchte.

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Neu im Bücherschrank(45): Susanne Fröhlich – Moppel ich

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Ungelesen ausgemistet. Ich habe die Autorin damals rund um den Moppelhype auf der Frankfurter Buchmesse auf einer Bühne gesehen. Da war ich dann doch sehr überrascht, dass die Dame auf der Bühne kaum noch was mit der Dame auf dem Cover des Buches gemeinsam hatte. Als Diätvorbild taugte sie jedenfalls optisch nicht mehr so ganz. Da habe ich auch auf eine Lektüre gänzlich verzichtet.

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Neu im Bücherschrank(27): Deborah Tanner – Laß uns richtig streiten

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Tja, mit so massentauglichen Allgemeinratgebern verhält es sich halt immer ähnlich: Da werden ohne sauere Arbeitsweisen wilde Spekulationen als allgemeine Wahrheiten verkauft. Oder wie eine Kollegin der Autorin kritisiert:

Tannens Buch, sagt Freed, „festigt gleichzeitig negative Stereotypen von Frauen, entschuldigt Männern ihre interaktiven Verfehlungen und verzerrt durch Unterlassen das angesammelte Wissen unserer Disziplin.“ Während Tannen tatsächliche Feststellungen eines Forschers bezüglich der Entwicklung der sprachlichen Interaktion zwischen Kindern genau zitiert, benutzt sie diese, um mit den Begriff des intrinsischen Unterschieds zwischen den Geschlechtern zu unterstützen, während die eigentliche Forschung mehr Gemeinsamkeiten findet. Ihre lesenswerten Anekdoten unterstützen ungerechtfertigte Verallgemeinerungen, die ethnische Unterschiede nicht berücksichtigen. „Für mich als amerikanische, jüdische Frau, die mit einem irisch-amerikanischen Mann verheiratet ist“, sagt Freed, “ stehen die Konstellation der Gesprächspartnermerkmale, mit denen ich lebe, völlig im Widerspruch mit den von Tannen beschriebenen.“ Sie weist auch darauf hin, dass Männer und Frauen in der Lage sind, miteinander recht gut zu kommunizieren, wenn sie miteinander umgehen.

Es ist also keine fachgerechte Analyse individuellen Verhaltens, auch keine spielerische Heranführung an kommunikative Verhaltensweisen, sondern Auf-Gut-Glück-Spekulation. Dennoch war das Buch innerhalb weniger Tage aus dem Bücherschrank wieder verschwunden. Gute Unterhaltung.

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Neu im Bücherschrank(25): John Irving – Eine Mittelgewichts-Ehe

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So schnell kann’s gehen: Unsere kleine Bücherschrankserie bekommt seinen 25. Eintrag. Anfangs nur als nette Möglichkeit, den eigenen Bücherstapel etwas zu reduzieren gedacht, geriet diese Serie fix zur guten Gelegenheit, wöchentlich etwas aktuelles zu veröffentlichen. Da inzwischen Besuche bei Düsseldorfer Bücherschränken hinzugekommen sind und wir andererseits hier und da auf Bücherschnäppchen stoßen, bieten diese Einträge auch eine nette, regelmäßige Rausgehmotivation an Schleechtwettertagen – hat also alles was für sich.

Der Bücherschrank am Friedensplätzchen erhält somit die 25. Einstellung unsererseits, John Irvings Eine Mittelgewichts-Ehe, weil wir dort an interessanten auch oftmals fündig geworden sind. John Irvings Zweitling und Vorbote von Garp und wie er die Welt sah, schildert das, sagen wir mal, wechselvolle Aufeinandertreffen zweier Pärchen. Der Bücherschrank selber macht einen sehr leergefegten Eindruck, als ob über Karneval niemand was nachgelegt hat – wie allerdings auch seine Kollegen am Rheinufer und in Ibbenbüren.

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Neu im Bücherschrank(23): David Safier – Mieses Karma

DSCF8020David Safier sollte den meisten momentan bekannt sein, durch die Verfilmung seines Buches “Jesus liebt mich!”. Außerdem verdanken wir David Safier viele RTL Serie wie “Nikola”, “Die Camper” und “Das Leben & Ich” und selbstverständlich den Bestseller “Mieses Karma”.
Darin wird eine untreue Moderatorin von einem Meteor erschlagen und muss, aufgrund von ihrem miesen Karma, erst buddhistische Pluspunkte sammeln, bevor sie wieder als Mensch zur ihrer Familie darf.
Das Buch ist teilweise unheimlich witzig, aber leider auch einfach zu schnulzig, dass ich mich ganz dahinter stellen könnte. Ja ich hab es gelesen, aber in meinem Bücherschrank, hat es keinen Stammplatz finden können.

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Neu im Bücherschrank(20): Marian Keyes – Sushi für Anfänger

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Sushi für Anfänger war das erste Buch der britschen Autorin, das ich gelesen habe.

Kurz zu Handlung: Eine Großstädterin muss in die Provinz, um ein langweiliges Frauenkäseblättchen aufzupeppen.

Obwohl es ein scheinbar typisches Frauenroman ist, wirkt es nicht kitschig, und versucht nicht, seine Hauptfiguren auf Teufel-komm-raus komisch zu überzeichnen.

Wie auch in späteren Romanen verarbeitet die Schriftstellrin, einerseits nüchtern andererseits sehr komisch, ihren Kampf mit der Sucht und Zwangsneurosen.

Mein persönliches Urteil: Ich fand das Buch gut, und ich hoffe der neue Besitzer wird genauso seine Freude daran haben.

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Neu im Bücherschrank(18): Nikolai Gogol – Die toten Seelen

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Und wieder zog es uns im Auftrag des guten Geschmacks an den Bücherschrank. Dieses Mal mit einem Klassiker der russischen Literatur, der jedem Russen bekannt sein dürfte: „Die Toten Seelen“ von Nikolai Gogol.

Zur Handlung: Pawel Tschitschikov wächst in ärmlichen Verhältnissen auf und arbeitet sich mit viel Fleiß im büroktratischem Russland hoch. Nachdem er wegen Korruption zum Fall gebracht wird, arbeitet er an seinem Aufstieg, in dem er mit toten Leibeigenen, im damaligem Russland „Seelen“ genannt, handelt.

Die Komödie um Betrug, Korruption der Behörden, menschliche Gier und Unbelehrbarkeit könnte aus der heutigen Zeit stammen. Mit satirisch fein überzeichneten Charakteren kritisiert Gogol die Missstände des post-napoleonischen Russlands.

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Neu im Bücherschrank(14): A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada – Bhakti Yoga

Tja, man soll halt nicht immer alles glauben, was die Leute auf der Straße so von sich geben. Beim anderen Bücherschrank Düsseldorfs schnappte ich ja auf, dass der am Friedensplätzchen nur Schrott enthalte. Weit gefehlt. Auch diesem Bücherschrank sieht man an, das belesene Menschen ihn bevölkern: Meinem Blick entgingen nicht Bruno Apitz‘ Nackt unter Wölfen, Antal Szerbs Reise im Mondlicht, André Glucksmanns Der Stachel der Liebe sowie Fjodor Dostojewskijs Der Spieler.

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Weil ich aber doch unter dem Eindruck stand, bei einem abgelegenen Bücherschrank könnte auch eher Schrott erwartet werden, brachte ich etwas Friedvolles, aber Belangloses zum Friedensplätzchen: A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada – Bhakti-Yoga. Ein doch eher merkwürdig zerfaselter Schinken mit Weisheiten wie:

Die Seele ist ein winziges, unsichtbares Teilchen des Körpers.

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