3 Stück

Bei der Wikipedia weiß man auch nicht immer ganz genau, ob da noch nüchtern oder satirisch for­muliert wird:

Die Ibben­büren­er Volk­szeitung hat im Gegen­satz zu den meis­ten deutschen Tageszeitun­gen ihre Auflage in den ver­gan­genen Jahren erhöhen kön­nen. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 0 Prozent gestiegen. Sie beträgt gegen­wär­tig 16.948 Exem­plare. Das entspricht ein­er Steigerung von 3 Stück.

Die besten der Besten seit 1998.

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Zitate für Dummies (20)

Das Heimatkäse­blatt enthüllt heute, welche falschen Mel­dun­gen dieses Jahr am 1. April in der Zeitung standen. Das Anfangsz­i­tat des Lokalteils wurde aber nicht aufge­führt. Eine kleine Hil­fe:

„Was ich nicht wahrhaben will, hülle ich in einen Scherz.“

Emi­ly Eliz­a­beth Dick­in­son (1830 – 1886), US-amerikanis­che religiöse Dich­terin und Lyrik­erin

- unauffind­bar im Emi­ly Dick­in­son Archive.

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Multichannelaktivgedanken

Endlich mal wieder Experten im Käse­blatt! Heute soll Inter­netkom­pe­tenz vorge­gaukelt wer­den, na denn mal los: Wie schaut’s denn aus mit den Inter­ne­tak­tiv­itäten von Fir­men in Ibben­büren?

Für Korte und Geografin Lau­ra Bed­narow­icz, für deren Bach­e­lo­rar­beit über die dig­i­tale Präsenz in Innen­städten die Erhe­bung im ver­gan­genen März ent­stand, ist nicht alles gut.

Nicht alles gut? Na, macht jemand mit beim Trinkspiel: Für jeden Bull­shit-Satz einen heben?

Besagtes Poten­zial muss nicht immer gle­ich der Onli­neshop sein, sagt Korte. „Und es muss nicht jed­er alles anbi­eten“, ergänzt Bed­narow­icz.

Hep­pa!

„Aber ich muss da sein, wo meine Ziel­gruppe ist“, sagt Korte.

Deswe­gen liefert McDonald’s auch nach Hause. Hep­pa!

Korte warnt davor, soziale Medi­en zu unter­schätzen: „Wer in den wichti­gen Net­zw­erken wie Face­book oder Insta­gram nicht aktiv oder im Inter­net gar nicht auffind­bar ist, wird es zukün­ftig noch schw­er­er haben.“

Der dig­i­tale Getränke­markt, der ist sowas von am Kom­men: Hep­pa!

„Wer (…) in Zukun­ft weit­er­hin am Markt beste­hen will, muss sich aktiv Gedanken über seine Mul­ti-Chan­nel-Strate­gie machen.“

Aktiv­denken und Mul­ti­vi­t­a­m­in­chan­neln gilt für zwei: Hep­pa! Hep­pa!

Auch hät­ten viele Unternehmen in Ibben­büren das Poten­zial der sozialen Net­zw­erke noch nicht für sich erkan­nt.

Hep­p­sala!

„Gas­tro-Betriebe soll­ten sich ihrer steigen­den Bedeu­tung für die City bewusst wer­den.“

Kann Bedeu­tung über­haupt steigen? Egal: Hep­pa!

64% der Dien­stleis­ter haben keinen Insta­gram-Account, keine Rede davon, wer diesen auch pflegt:

„Haben das Poten­zial von Insta­gram erkan­nt.“

Ja, wer solche Experten zur Hand hat, die lieber Hohlphrasen und Buzz-Words abson­dern, anstatt irgen­deine ver­ständliche Erk­lärung zu liefern, der sollte selb­st nicht vor boden­losen Analy­sen zurückschreck­en:

Denn dass Boris Beck­er uns in einem Werbespot über­rascht mit­teilte, er sei „drin“, ist bere­its 20 Jahre her. Dass man nun, 2019, kon­sta­tieren muss, dass je nach dig­i­taler Plat­tform, min­destens jed­er dritte region­al tätige Innen­stadt­be­trieb in Ibben­büren noch nicht „drin“ ist, kann sich zum Prob­lem auswach­sen. Denn: In der fortschre­i­t­en­den Trans­for­ma­tion des Han­dels ins Dig­i­tale kön­nten diejeni­gen, die nicht „drin“ sind, schnell die wer­den, die bald „weg“ sind.

Gönau! Entwed­er das oder sie bleiben! Hep­scha­la! Boris Beck­er ging damals über AOL rein. AOL ist als Inter­net­zu­gangsan­bi­eter seit 2007 „weg“.

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Zitate für Dummies (17)

Alten Dichtern kann man auch jeden Blödsinn andicht­en, wie heute in der Lokal­presse:

„Frauen und Sup­pen soll man nie warten lassen, son­st wer­den sie kalt.“

William Shake­speare (1564 — 1616), englis­ch­er Dichter, Dra­matik­er, Schaus­piel­er und The­ater­leit­er

Horst Lichter wäre näher dran gewe­sen. Ein Begriff, der in Shake­spear­es Werk nicht vorkommt: Suppe.

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Zitate für Dummies (16)

Auch heute wieder ein irgend­woher blind kopiertes, ange­blich­es Zitat in der IVZ:

„Kräfte lassen sich nicht mit­teilen, son­dern nur weck­en.“

Georg Büch­n­er (1813 — 1837), deutsch­er Anatom, Dra­matik­er, Lust­spielau­tor und Nov­el­list

Kor­rekt als Zitat(!) in “Kraft und Stoff” von Lud­wig Büch­n­er (Ver­lag der Con­tu­max GmbH & Co. KG, Berlin 2016, S.8):

Deswe­gen lassen sich auch, wie Mul­der richtig auseinan­der­set­zt, Krafte nicht mit­teilen, son­dern nur weck­en. Mag­net­ismus kann nicht, wie es wohl scheinen möchte, über­tra­gen, son­dern nur her­vorgerufen, aufgeschlossen wer­den dadurch, daß wir die Aggre­gat­szustände seines Medi­ums ändern.

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Die Süddeutsche Zeitung über die IVZ

Pop­corn! Wenn Zeitun­gen über Zeitun­gen schreiben, ist das meist eher von Wohlwollen als von kri­tis­ch­er Analyse geprägt. Und so klar es ist, dass die IVZ sich wan­deln muss, will sie über­leben, so skuril ist es, wenn in Worte gefasst wird, was abge­hen soll. In der Süd­deutschen Zeitung liest sich das so:

Ver­leger Klaus Rieping nimmt an, dass sein Pro­dukt noch etwa die Hälfte der Men­schen im Teck­len­burg­er Land erre­icht.

Wirk­lich? Laut Wikipedia leben Ende 2015 im Teck­len­burg­er Land 173.879 Men­schen, das wären dann 86.939 Leser am Tag. 63.000 Leute im Teck­len­burg­er Land wohnen da, wo keine IVZ erhältlich ist, und über deren Lokalgeschehen auch nicht berichtet wird. Im Grunde liest wohl jed­er, der lesen kann, im Ver­bre­itungs­ge­bi­et der IVZ die IVZ. Respekt!

Das Konzept, das auf eine Idee von Klaus Rieping selb­st zurück­ge­ht, ist sim­pel: Statt ein Kom­plet­tabo für stolze 38,90 Euro im Monat zu buchen, kön­nen die Men­schen für je drei Euro im Monat einzelne The­men­felder abon­nieren

Wenn die Autorin das schon für einen stolzen Preis ansieht, hat sie wohl den aktuellen Preis irgend­wie überse­hen. Die IVZ-Schreiber

haben Order, sich tiefer in ihre Fachge­bi­ete einzuar­beit­en als bish­er möglich und ihre Leser stärk­er einzu­binden — etwa in Form von Aufrufen oder Ver­anstal­tun­gen.

Was denn für Ver­anstal­tun­gen? Die, die es sowieso schon gibt? Und zu denen wird dann aufgerufen? Als wäre da irgend­je­mand, dem die Leser fol­gten. Abgekehrt ist Klaus Ripeing vom Gedanken, “heim­liche Mitleser” der IVZ zu akzep­tieren und darauf zu warten,

dass sie irgend­wann nicht anders kön­nen, als dafür zu bezahlen.

und möchte

die Lücke nach und nach schließen, pro Nutzer nur noch einen Zugang ermöglichen und aus heim­lichen Mitle­sern “Themenwelt”-Kunden machen.

- wie immer das auch ausse­hen mag. Ver­lieren jet­zt die Leute, die man mit Kaf­fee­bech­ern geködert hat, ihre Zugänge?

Jet­zt kön­nte man fra­gen, was so bahn­brechend daran sein soll, herkömm­liche Nachricht­en nach The­men gebün­delt im Netz anzu­bi­eten.

Röchtööööch. Kön­nte man fra­gen, wenn sich die Frage nicht schon so selb­st beant­wortet hätte, dass man kein Frageze­ichen set­zt. Allerd­ings meint die Autorin:

weil es den Lokaljour­nal­is­mus verän­dert — weg vom Gen­er­al­is­ten­tum, hin zu mehr Tiefe.

Sie hat definitv noch keine IVZ in der Hand gehabt.

die Ver­suche, Part­ner für das Online-Wag­nis zu gewin­nen, blieben ergeb­nis­los. “Wenn jemand eine bessere Idee hat”, meint Klaus Rieping, “soll er sie mir sagen.”

Kri­tis­ch­er Jour­nal­is­mus. Ern­sthaft. Das eigentliche Prob­lem ist nicht die Ver­pack­ung, son­dern dass zu viele poten­tielle Leser die Berichter­stat­tung der IVZ für verzicht­bar hal­ten, weil sie sie nicht ange­ht. Bis auf weit­eres aber

ver­suchen sich die Ibben­büren­er Zeitungs­mach­er eben selb­st als Pio­niere.

Zumin­d­est bei der Frage, wie teuer so ein Zeitungsabo wer­den kann. Inzis­chen ist ein IVZ-Abo schon 5€ im Monat teuer­er als eins der WN.

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Zitate für Dummies (15)

Gäääähn, hat­ten wir doch schon mal. Wird nicht richtiger.

„Ein Fre­und ist ein Men­sch, der die Melodie deines Herzen ken­nt und sie dir vor­spielt, wenn du sie vergessen hast.“

Albert Ein­stein (1879 – 1955), the­o­retis­ch­er Physik­er

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Hochoffiziell

POPCORN! Auf der Suche nach neuen The­men macht das Lokalblatt jet­zt Inter­net­seit­enkon­trolle: Ein Musikschullehrer hat auf sein­er pri­vat­en Inter­net­seite Videos eingestellt, in denen Poli­tik­er der AfD zu Wort kom­men. So weit, so voll­ständig von der Mei­n­ungs­frei­heit gedeckt: Man darf strun­zdäm­lich­es Zeug auf sein­er eige­nen Inter­net­seite veröf­fentlichen ✓. Die Zeitung stellt ihn den­noch an den Pranger — jet­zt, wo der Nach­bar keine Wer­bung mehr schal­tet, kann man auch endlich mal gegen die AfD holzen. Wo ist also für die Zeitung, die kein Prob­lem mit ihrem Karika­tur­is­ten hat, der Casus Knaxus?

Per­fide wird es aber, wenn Till unter dem hochof­fiziell klin­gen­den Namen „Musikschule Recke“ Botschaften vom recht­en Rand ver­bre­it­et.

Ah, “hochof­fiziell” — das klingt ja schon höchst verdächtig. Nur klingt der Name nicht nur hochof­fziell “Musikschule Recke”, er ist es auch. Der Begriff Musikschule ist in Deutsch­land außer in Bay­ern für jeden frei ver­wend­bar ✓.

Eltern, Kinder und Jugendliche erwarten hier Infor­ma­tio­nen über Instru­men­talun­ter­richt, aber sich­er keine Polit­pro­pa­gan­da.

JA, DENKT DENN KEINER AN DIE KINDER? Weil man mit bil­ligem Pop­ulis­mus nicht alleine da ste­hen will, holt man sich den Bürg­er­meis­ter von Recke und den Vor­sitzen­den des Kul­turvere­ins von Recke ins Boot:

Keller­meier find­et eben­so wie Rück­er, dass poli­tis­che Inhalte auf ein­er Musikschule-Home­page „abso­lut nichts ver­loren haben“.

Sie hät­ten auch sagen kön­nen, sie find­en, das Autos auf Straßen abso­lut nichts ver­loren haben, das hätte dieselbe Aus­sagekraft gehabt. Der Kul­tur­preis des Kul­turvere­ins ging übri­gens 2017 laut dessen Inter­net­seite, die sich haupt­säch­lich um die Schule für Musik dreht, an

Mar­tin Stroot für sein Lebenswerk der Kul­tur­förderung in der Kom­mu­nalpoli­tik in Recke und im Kreis Ste­in­furt.

Schnöff tä-tääääääääääääääääääää!

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