Metrickz — Future

Ziemlich kurz nach dem letzten Album erscheint dieser Nachkömmling. Dabei handelt es sich allerdings auch nur um eine autogetunte Nabelschau einer nicht erzählenswerten Existenz, wobei das Autotune so unbeholfen wirkt wie das Einsetzen englischer Wörter („Ich war so krass broke“). Es geht immerhin nicht mehr um seine gefloppte Schulkarriere, aber wenn das spätere Leben sich nur noch darum dreht, dass man Alben verkauft, in denen es darum geht, dass man in der Lage ist, Alben zu verkaufen, bleibt nur die Frage, wen das ernsthaft interessieren sollte. Die sprachlichen Unzulänglichkeiten, das apathische Rumfahren in dekadenten Luxuskarren und das chronische Rumgeheule über das eigene Opferdasein sollen ein Outlaw-Image zementieren, das seitens der Erwachsenenöffentlichkeit im Grunde doch nichts anderes ist als berechtigte Nichtbeachtung. Nach 27 Minuten hat der uninspirativ hektisch vorgetragene Einheitsbrei ein zu spätes Ende.

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Metrickz – Xenon

1. Kille Ja, kille kille, gutschi, gutschi, der liebe Herr Gangsterrapper verwurstet das, was er immer besingt: Bitches, seinen unheimlich hohen Kontostand und seine Mami. Gottseidank schnell vorüber.
2. Rollin‘ Neues Lied, gleichbleibende Dämlichkeit: Baby, pass auf deine High-Heels auf, die waren teuer und dein Ex-Mann ist nur Seat gefahren.
3. Brilli Zum x-ten Mal derselbe Inhalt: Bitches und Brillis und das neue Album des Rumrappers. Und wenn man nicht singen kann, nimmt man eben Auto-Tune. „Ich hab‘ ein Portmonnaie, das voller ist als mein Terminkalender“. Ist wohl auch nicht so schwer.
4. Footprints Viertes Lied, zweite englische Betitelung, ohne dass dazu ein Grund bestünde. Inhalt? Kleinstadtrapper, dem immer übel mitgespielt wurde, dem nur seine Mami zur Seite stand, schafft es. Bekannt? Mhm.
5. Kickdown „Aufgewachsen ohne Vater, ... ich kam von ganz unten.“, dieses Mal wieder mit Auto-Tune.
6. Holy „Alles, was ich schreibe, ist so heilig wie ’ne Bibel-Zeile“. Eher so gekonnt gereimt wie ein Beipackzettel.
7. Desole „Mein drittes Album...“ ist eine künstlerische Bankrotterklärung. Eine wiederholte.
8. Früher s.o.
9. V.G.U. s.o.
10. Weihrauch s.o.
11. Interlude Die Frauen, die auf Metrickz stehen, haben wohl auch nicht mehr alle Tassen im Schrank.
10. Candy So überdreht eingesetztes Auto-Tune, dass man gar nicht erst versucht ist, den selbstumkreisenden Mist weiter anzuhören.
11. XENO Strunzdummer Text, bei dem Wörter wiederholt einer Sinnstiftung den Kampf ansagen. Kraftausdrücke mit Markennamedropping, Autofahren und erträumte Pistolenschüsse in nicht enden wollender Wiederholung täuschen nicht über die geistige Simplizität hinweg, für die das Album steht.

Und was sagt Wikipedia zu Xenon?

Xenon wirkt narkotisierend und kann als Inhalationsanästhetikum verwendet werden. (...) Der größte Nachteil des Xenons ist sein hoher Preis.

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Metrickz – Weihrauch

Metrickz zieht die Veröffentlichung seines nächsten Albums vor und kommt jetzt schon mit seiner ersten Single raus, die 7 Tage nach Veröffentlichung immerhin schon 1,2 Millionen Abrufe auf YouTube zu verzeichnen hat. Dafür langweilt das Stück eher und auch intellektuelle Ausfälle wie „Spritze der Bitch auf die Faketitten drauf, nein, Mann, ich kann nix dafür“, „ich fick‘ eure Mütter nie ohne mein Team“ und „Ja, Mann, seit meiner Geburt hab‘ ich scheinbar ’ne steigende Homophobie“ provozieren nicht, sondern blamieren. Das ist keine Kunst, das kann sofort weg:

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Metrickz – Nova

Letztes Lebenszeichen des Deutsch-Rappers aus 2016. Im Schnelldurchgang die Songs, zu denen jeweils Instrumentalversionen gereicht werden:
1. Cops Jaja, der Sänger verdient viel, nennt seine Freundin wieder Bitch, sagt Gäng und Bäng, das Niveau erhebt sich nicht vom Fußboden. Der Weggang von Warner war wohl nicht so gewollt – immerhin mal eine Info.
2. Peanuts Dasselbe Thema wie in Song 1, die Pause hätte man auch weglassen können.
3. Anno Domani Geld, Geld, Lamborghini, verpackt in einem lahmen Track.
4. Sterne Huch, auf einmal ist Geld nicht mehr so wichtig, eine Sängerin besingt die Ausflugsprobleme einer Viertklässlerin: Ich stehe alleine im Regen und wie weit dauert das noch?
5. Gold Schnellerer Track, der aber auch nichts Neues bringt: Hektisches Rumtata und ein identitässuchender Sprechgesang, der gegen die böse Gesellschaft Durchhalteparolen setzt.

Nach ganzen 14 Minuten ist die Chose zu Ende, am Ende leider viel früher.

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Kritik von NC auf rap.de

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Metrickz feat. Bushido – Peanuts

Erstes Hallo-wach-Video von Metrickz aus seiner neuen Scheibe Nova mit einer berühmt-berüchtigten Größe des deutschen Sprechgesangs, Bushido. Der Schwanzvergleich hat sogar sowas wie Witz, hallt aber auch nicht lange nach:

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Metrickz & Raf Camora – Villa

Schon wieder was Neues von Metrickz, aber wer nicht auf Tour geht, hat halt Zeit für’s Studio. Und man muss sagen: Sprechgesanglich geht es immer besser zu bei Metrickz. Ansonsten ist das Stück spannungsarm und textlich schmerzbefreit: Ich kaufe mir was und prolle dann damit rum, dass ich mir was gekauft habe. Leider bin ich nicht so helle zu sehen, was für ein Konsumopfer ich damit darstelle. Kommt vielleicht noch.

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IVZ beendet Metrickz-Ignorieren

POPCORN! Fünfeinhalb Jahre, nachdem in diesem Blog geschrieben wurde, dass Metrickz auf sich aufmerksam macht, hat die IVZ ihn entdeckt.

Nein! Doch! Oh!

Und sie haben sogar schon in Wikipedia nachgelesen, wer das wohl ist.

Nein! Doch! Oh!

Sie haben sogar rausgekriegt, dass er wohl letztes Jahr mal ganz oben in den deutschen Charts war.

Nein! Doch! Oh!

Sollen wir mal über das Wort „aktuell“ in „IVZ aktuell“ reden?

Nein! Doch! Oh!

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Der Künstler, der nicht genannt werden darf

Metrickz ist nach Platz 4 der deutschen Album-Charts diese Woche Platz 6 der deutschen Hip-Hop-Charts, nachdem er diese vergangene Woche gar anführte. Man könnte sich jetzt fragen, ob es eher Arroganz oder Inkompetenz des Käseblatts ist, noch nie irgendetwas über ihn geschrieben zu haben, nur weil er ihm kein Interview gibt. Oder man konstatiert, dass das eine Publikation ist, in die eher RWE-Propaganda als individuelle Erfolge ins Blatt hebt.

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Metrickz – Ultraviolett II

Metrickz legt sein zweites Album vor. Es ist eine Bestandsaufnahme eines egozentrischen Heranwachsenden, der auf Statussymbole steil geht, sich mit seiner Familie auseinander setzt, mit der Gesellschaft hadert und auf die Liebe setzt. Gar nicht so übel.

01. Treibsand Sprachlich fängt’s allerdings grammatikalisch und metaphorisch holprig an: „Die größten Berge war’n bisher nur wie ’ne Kerbe meiner Fährte auf der ganzen Spur“. Auch Rapper werden nicht umhin kommen, verständliche Bilder zu kreieren, das funktioniert hier noch nicht. Irgendwie soll es um ihn und seine Gang gehen: „Niemand von uns war ein Teil von dem System“ – der Witz ist, dass genau das nicht stimmt. Aber das versteht er sicher später mal.
02. Du lügst Seine Ex ist eine verlogene Schlampe, und er macht jetzt alles kaputt von ihr. Man möchte ihm zurufen: „Komm‘ mal klar, Junge!“
03. Schwarzer BMW Dieser aufdringlichen, viel zu besorgten und verstrahlten Gesellschaft muss erst mal gezeigt werden – was für ein tolles Auto ich fahre. Dazu schieße ich um mich, also habt Angst vor mir Realitätschecker. Dümmlichster Beitrag dieses Albums.
04. KO/OK ES GEHT DOCH! Warum fängt die Platte nicht erst ab diesem Stück an? Der Rap klingt wesentlich harmonischer zur Musik, der Text driftet nicht in Metapherunfälle ab und wirkt in seiner Kampfansage gegen Resignation erfrischend authentisch.
05. Dächer der Welt Flotter Song, der Tempo vorlegt. Die Sorgen verschwinden, wenn man auf den Dächern der Welt tanzt – nein, das tun sie nicht.
06. Nicht wie du Auseinandersetzung mit der Vaterfigur. Passende Balance zwischen eigener Haltung und Annäherungsversuch des Vaters, der einen zuvor im Stich lies. Metrickz funktioniert eben auch ohne infantiles Männlichkeitsgehabe.
07. Träume Weitere Auseinandersetzung mit der eigenen Familie, deren Kälte den Heranwachsenden zur gedanklichen Flucht in Träume veranlasst.
08. Wolke X Man beamt sich in den Orb, weil man auf der Erde nicht mehr klar kommt. Inhaltlich nicht neu, aber musikalisch interessant.
09. Durch die Nacht Müsste man nicht mal eine Gang gründen gegen all diese Leute da draußen? Nö, muss man nicht.
10. Alles perfekt Wenn ich das richtig raushöre, singt Metrickz hier den Refrain dieses Liebesliedes. Zusammen mit der groovigen Musik lenkt das hervorragend vom überraschend kitschigen Text ab.
11. Kopf aus Song, der mit Grundmelodie und Frauengesang den Hörgenuss auflockert. Textlich schießt er sich aus der Realität, weil die Gesellschaft … ach, Sie kennen das?
12. Wir „Wir lassen alles liegen und laufen davon“ und singen zum hundertsten Mal dasselbe.
13. V.D.E.B.Z.M „Mittlerweile bin ich dort wo sich die Winde nicht mehr drehen“ – müssen wir uns sorgen machen?
14. UV II Zum Schluss wieder eine tanzbare Nummer in etwa darüber, wie Metrickz zum zweiten Album kam. Natürlich schwarzmalerisch gegen irgendeine anonyme Masse, die ihm nicht gutgesinnt ist.

Alles in Allem ist dies ein guter Nachfolger von Ultraviolett, der vielleicht ein, zwei Songs zuviel hat, denn thematisch und vom Sprachwortschatz wird es an einigen Stellen dünn. Richtig gut wird Metrickz ab dem vierten bis zum achten Lied auf einmal, wenn er die privaten Schwierigkeiten thematisiert. An den Stellen ist eine klare musikalische Weiterentwicklung zu sehen.

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Metrickz – Du lügst

Nach überstandenem Unfall meldet sich Metrickz mit der ersten Auskopplung seines zweiten Albums wieder zu Wort. Geändert hat sich bislang nichts, im Lied geht es wie immer um irgendjemandem, dem ungerecht widerfahren wurde, und der rächt sich dann. Immer dasselbe Thema, immer auf der sozialen Entwicklungsstufe eines ungebändigten Kindergartenkindes. Seine Fans werden es mögen.

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