Klopf, klopf

Oh, *POPCORN*, die IVZ hat eine Abnehm­ex­per­tin aufgetrieben, die sog­ar schon ein eigenes Buch auf dem Markt hat. Die Kun­den­rezen­sio­nen auf Ama­zon dazu kom­men mir zwar größ­ten­teils wie Anfänger­fakes vor, aber was soll’s.

Die Heil­prak­tik­erin meint, sie habe ein Abnehmver­fahren, das bess­er wirkt als “kon­ven­tionelle Diäten”. Was ist denn hier das spezielle Ele­ment, das ste­ht in der IVZ ja irgend­wie gar nicht beschrieben? Kaf­fee ver­graben? Dreimal um’s Haus ren­nen vor dem Stuhl­gang? Nein, ganz falsch: Es ist Klopfen!

Und das machen wir doch jet­zt alle mal: Entspan­nen Sie sich, lassen Sie ihre Arme leicht baumeln, heben Sie nun ihren recht­en Arm, beu­gen Sie ihn etwas und tip­peln sie sich erst­mal mit dem Zeigefin­ger ganz san­ft gegen die Schläfe. Dann lassen Sie ihre Seele ihren Klopfrhyth­mus find­en. Ganz leicht aus ihrem Inneren her­aus. Klopfen Sie immer weit­er! Jet­zt erzäh­le ich Ihnen noch, dass eine Beratungsstunde für indi­vidu­elles Klopfen 180 € kostet, und Sie sehen: Das Klopfen hat automa­tisch eine viel höhere Tak­t­fre­quenz angenom­men! Die Tak­t­fre­quenz der Seele.

Paul Ulrich Unschuld vom Horst-Görtz-Stiftungsin­sti­tut an der Berlin­er Char­ité meint zu diesem Ver­fahren:

Es gibt keine ern­sthafte Forschung zur Effizienz solch­er Maß­nah­men etwa bei Dia­betes — und kein ser­iös­er Endokri­nologe würde sich je an so etwas herantrauen

aber für das Niveau der IVZ reicht es dann eben doch, darüber einen kom­plett kri­tik­losen und das The­ma nicht hin­ter­fra­gen­den Artikel zu schreiben. 

Weiterlesen

Ifaußett

Tja, also entwed­er hat da die Schlussredak­tion der IVZ geschlafen und der Fußgän­ger­in­ter­view­er kann nicht richtig zuhören oder da ist jeman­dem ein famoser Troll gelun­gen. Jeden­falls: Gegen diese Bil­dun­ter­schrift eines Inter­viewten kommt man dann auch mit Satire nicht mehr gegen an.

Erich Weißel (68), Ravensburg

Im Trollen ist Erich eigentlich aber auch beg­nadet. (Danke an den Einsender!)

Aktu­al­isierung 28. März 2014, 13 Uhr

Zumin­d­est online hat man die Angabe nun korrigiert. 

Weiterlesen

Schleswig-Holstein, meerumschlungen, deutscher Sitte hohe Wacht

POPCORN! Ich hat­te mich schon gewun­dert, weswe­gen ein Gern-mal-die-Partei-Wech­sler auf Face­book mit mir befre­un­det sein wollte, aber das klärt sich ger­ade auf: Bei mir hat sich jemand gemeldet, der wohl das Video für die Junge Union hergestellt hat. Ange­blich habe ich es so dargestellt, dass Inhalte des Videos Idee des Video­her­stellers und nicht der Jun­gen Union gewe­sen sei. Man fragt mich, woher ich wisse, dass die Darstel­lung mit “Schleswig-Hol­stein” und alle Sprach­in­halte nicht vom Auf­tragge­ber gewollt waren. 

Ich soll mich bis zum 07. März, 18 Uhr, für diesen Artikel öffentlich entschuldigen, anson­sten dro­ht man mir, man werde die Rechtsabteilung des Video­her­stellers mit ein­er Schaden­er­satzk­lage von 50.000 € beauf­tra­gen, eine einst­weilige Ver­fü­gung gegen meine Inter­net­seite ein­leit­en, sowie Gegen­darstel­lun­gen “auf allen uns zur Ver­fü­gung ste­hen­den Inter­net-Medi­en” veröffentlichen.

Ich habe mich über­haupt nicht dazu geäußert, welchen Anteil der Video­her­steller am Inhalt des Videos hat. Ich habe den Her­steller nicht ein­mal genan­nt. Ich habe wed­er behauptet, dass “die Darstel­lung mit ‘Schleswig-Hol­stein’ und alle Sprach­in­halte nicht vom Auf­tragge­ber gewollt waren”, noch das Gegen­teil davon. Sicher­lich habe ich die inhaltliche Qual­ität des Videos gew­ertet, allerd­ings herrscht in Deutsch­land Mei­n­ungs­frei­heit, da sind pri­vate ver­gle­ichende Wer­turteile dur­chaus erlaubt.

Und sagen wir es mal so: Der Video­her­steller hat das Video nach Ken­nt­nis­nahme meines Artikels umge­hend auf YouTube depub­liziert. Noch Fragen?

Aktu­al­isierung 6. März 2014, 15:00 Uhr
Wieder Post. Man werde sich an “Her­rn Ste­ingöver” wen­den, “den Sie ja gut ken­nen” und eine Nach­frage täti­gen, “ob er mit Arbeit­splatzge­fährdun­gen in der hiesi­gen Region, durch Men­schen wie Sie es ein­er sind, ein­ver­standen ist”.

Ich habe mal gefragt, was Herr Ste­in­gröver — ich ver­mute mal, man meint den aktuellen Bürg­er­meis­ter Ibben­bürens, den ich außer als Bürg­er­meis­ter nicht gut kenne* — mit der Sache zu tun hat und was mit “Men­schen wie Sie ein­er sind” gemeint ist.

Daneben habe ich der Redak­tion ein­er Ibben­büren­er Inter­net­seite ganz unab­hängig von dieser Angele­gen­heit hier über eine E‑Mail das Ange­bot gemacht, so wie andere Ibben­büren­er Seit­en auf news.ibbtown.com vertreten zu sein. Offen­bar ist diese E‑Mail an die in Rede ste­hende Agen­tur weit­ergeleit­et wor­den und nun wolle man diese E‑Mail ein­er Klage beifü­gen. Ich habe nicht die leis­es­te Ahnung, wozu das gut sein soll.

Es ehrt mich natür­lich, dass es offen­sichtlich Leute gibt, die meinen, an mein­er Mei­n­ung zu irgendwelchen YouTube-Videos hin­gen Arbeit­splätze, aber ich halte das für ein winzig­wenig übertrieben.

Aktu­al­isierung 6. März 2014, 19:00 Uhr

Der Video­her­steller hat eine neue Ver­sion des Videos online gestellt — ohne die Grafik von Schleswig-Hol­stein. Man fand das Video wohl doch verbesserungswürdig. Meine Rede.

___________
*) Ich habe Her­rn Ste­in­gröver 1998 ein­mal unter 6 Augen inter­viewt und 2009 unter 4 Augen einen Pod­cast, der allerd­ings nicht veröf­fentlicht wurde, aufgenom­men. Weit­ere Begeg­nun­gen, bei denen ich nicht Teil eines Pub­likums war, sind mir nicht bekannt.

Weiterlesen

Dünnes Eis

POPCORN! Die Betreiber der Face­book-Seite von Ibb on Ice über­rascht­en ihre Leser gestern mit fol­gen­dem Ein­trag:

duenneseis

Wie schön da Sarkas­mus in Anführung­shäkchen gepackt wird, aber das klingt mir doch sehr danach, als sei ein pri­vater Fah­n­dungsaufruf von stat­ten gegan­gen. Ist so etwas in Deutsch­land nicht ein winzig­wenig verboten? 

Hierzu Anwalt Chris­t­ian Solmecke:

Vielle­icht sollte man sich das mit dem Besuch noch ein­mal über­legen — kön­nte teuer wer­den. Denn wenn sich tat­säch­lich darauf berufen wollte, jeman­dem via Video-Beobach­tung nur nachträglich “Lob” zu über­brin­gen, so ist diese Form der Video-Überwachung auch nicht recht­ens, schließlich ist ein Mark­t­platz ein öffentlich­er Raum, den man nicht ein­fach so überwachen darf. [ Anmerkung: Die Eis­bahn wird nicht als öffentlich­er Raum gesehen. ]

Aktu­al­isierung, 17. Dezem­ber 2013, 10.30 Uhr

Der Ein­trag wurde auf Face­book inzwis­chen nach kri­tis­chen Kom­mentaren gelöscht. 

Weiterlesen

Normalerweise

POPCORN! Die Mar­ket­inglei­t­erin der IVZ hat sich in der Face­book-Gruppe Ich komme aus Ibben­büren und erin­nere mich noch an… zu Wort gemeldet. Im Laufe der Kon­tro­verse hat sich mit­tler­weile ein Admin­is­tra­tor der Gruppe sein­er Admin­is­tra­tionsauf­gabe ent­binden lassen — warum auch immer. Die Mar­ket­inglei­t­erin wider­spricht der Behaup­tung, das Gespräch mit der angerufe­nen Per­son habe einen nöti­gen­den Charak­ter gehabt:

Dieses Tele­fonat ist ein ruhiges und sach­lich­es Gespräch gewe­sen, an dessen Ende eine Ein­ladung an Frau Strick­er und ihre (gerne auch ivz-kri­tis­chen) Fre­unde und Bekan­nte in unser Presse­haus stand. Wir haben kurz darüber gesprochen, ob sie sich bei ein­er Tasse Kaf­fee vielle­icht einen Ein­druck von jour­nal­is­tis­ch­er Arbeit machen möchte und uns dann fre­undlich verabschiedet.

Man hat also Scherze geris­sen, Tele­fon­num­mern aus­ge­tauscht und sich für die Kirmes verabre­det nicht rechtliche Schritte ange­dro­ht, nicht Details aus dem Face­book-Pro­fil oder dem IVZ-Pro­fil der angerufe­nen Per­son am Tele­fon vorge­le­sen und nicht gedro­ht, den IVZ-Online-Account der Mut­ter der Angerufe­nen zu sper­ren. Die Angerufene lügt wohl.

Umso fas­sungslos­er war ich am Tag darauf, als wir fest­gestellt haben, was für eine Welle in dieser Gruppe los­ge­treten wurde.

Da wäre ich aber auch fas­sungs­los. Da erk­lärst du ein­er Per­son mal in aller Ruhe die juris­tis­che Lage und dann geht die gle­ich ins Inter­net und pet­zt das. So war das Ein­schüchtern aber nicht geplant.

Zu der Debat­te, woher wir ihre Tele­fon­num­mer haben, kann ich nur sagen: von Frau Strick­er selb­st, inkl. der Ein­willi­gung, sie kon­tak­tieren zu dür­fen. Dies dürfte Frau Strick­er sehr wohl bewusst gewe­sen sein, hat sie doch direkt nach unserem Gespräch eben diese Kon­tak­t­dat­en samt der Ein­willi­gung zur Nutzung dieser bei uns gelöscht.

Hm. Also, da ruft die Mar­ket­inglei­t­erin jeman­den an, direkt nach dem Gespräch löscht dieser Jemand seine per­sön­lichen Dat­en bei der IVZ, was die Mar­ket­inglei­t­erin irgend­wie mit­bekommt. Den­noch ist sie am fol­gen­den Tag ganz über­rascht, dass dieser Jemand sich eingschüchtert fühlt und das öffentlich äußert? Nein, wer hätte da auch eine Verbindung sehen können?!!11!!elf!

Ich habe Frau Strick­er lediglich gebeten, den kopierten Artikel zu ent­fer­nen (nicht ihre gesamten Posts!) und in Zukun­ft doch davon abzuse­hen, das Leis­tungss­chutzrecht zu verletzen.

Wie pein­lich ist das denn? Schon IVZ-Geschäfts­führer Klaus Rieping hat­te eingeräumt, kein Jurist zu sein und sich “mit allen Untiefen der Recht­sprechung” nicht auszuken­nen, wonach er Leis­tungss­chutzrecht für Pres­sev­er­lage und Urhe­ber­recht ein­fach durcheinan­der wirbelte. Zuvor ruft die Mar­ket­inglei­t­erin der IVZ eine Face­book-Nutzerin an und bit­tet sie, nicht weit­er das Gesetz für Pres­sev­er­leger zum Schutz vor gewerblich­er Aus­nutzung von Pres­se­tex­ten durch Such­maschi­nen zu ver­let­zen. Ein Gesetz, das auf die Angerufene über­haupt keine Anwen­dung find­et. Großes Kino! Wer nicht weiß, was dieses Leis­tungss­chutzrecht für ein Gesetz ist und wozu es dienen soll, sollte vielle­icht bess­er nicht solche Anrufe im Auf­trag eines Ver­lages machen.

Ich hätte mir sehr gewün­scht, dass von Anfang an ein offen­er und ehrlich­er Dia­log geführt wor­den wäre. Ohne per­sön­liche Anfein­dun­gen, ohne Ver­leum­dun­gen, dafür unter Ein­beziehung aller Beteiligten.
So, wie es das Haus IVZ nor­maler­weise zu tun pflegt.

Ups, mir ist da ger­ade mein Pop­corn-Eimer auf den Boden gek­nallt. Nor­maler­weise? Schönes Wort. Manch­mal, z.B. wenn man einen Bericht über ange­bliche Kanadagänse am Torf­moorsee macht, ignori­ert man in der öffentlichen Darstel­lung auch mal Ein­wände, wie z.B. dass wed­er Pas­san­ten noch der WDR, der den Torf­moorsee abge­filmt hat, zur behaupteten Zeit Kanadagänse gese­hen haben. Stattdessen fragt man lieber öffentlich danach, was mit diesen Gänsen passieren soll. Und dem­jeni­gen, der den Ein­wand bringt, schleud­ert man entgegen:

Dafür, dass Sie nie­man­den gefun­den haben, der die Gänse eben­falls gese­hen hat, kön­nen wir wirk­lich nichts.

Ja, Herr Wacht­meis­ter, was kann ich dafür, dass Sie nie­man­den find­en, der den rosa Ele­fan­ten auch gese­hen hat, dem ich aus­gewichen bin, bevor ich den Unfall gebaut habe?

Weiterlesen

Ich sehe was, was du nicht siehst

Am Fre­itag ver­meldete die IVZ auf ihrer Inter­net­seite, dass am Torf­moorsee wieder Kanadagänse gesichtet wor­den wären. Jemand habe die IVZ angerufen, woraufhin man zum See gefahren sei und 37 Tiere gese­hen habe. Man habe Fotos aufgenommen.

Um 13.16 Uhr fragt der erste Leser online, wo die Tiere denn seien. Um 14.41 Uhr sagt ein Leser, er sei ger­ade beim Torf­moorsee gewe­sen, allerd­ings habe er keine Kanadagänse gese­hen. Daraufhin meldet sich “Die Redak­tion” um 14.49 Uhr und schreibt, dass die Gänse möglicher­weise weit­erge­zo­gen sind. Jeden­falls seien am Don­ner­stag gegen 17 Uhr Kanadagänse auf dem Torf­moorsee gesichtet worden.

Dazu gibt es einen Face­book-Ein­trag der IVZ von Fre­itag um kurz nach 10 Uhr, der zu allererst ein Bild veröf­fentlicht, das Kanadagänse zeigen soll, die am Don­ner­stag auf dem Torf­moorsee gesichtet wor­den wären. Ein Vide­ofilmer der IVZ ist am Don­ner­stag um 18.31 Uhr am Torf­moorsee, kann aber keine Kanadagänse sehen.

Tier­schützer Roland Adam macht sich am Fre­itag um 10.51 Uhr auf den Weg zum Torf­moorsee, bezweifelt allerd­ings nach sein­er Rück­kehr um 12.46 Uhr, dass über­haupt Kanadagänse am Torf­moorsee gewe­sen seien. Ger­ade habe er vor Ort keine Kanadagänse ent­deck­en kön­nen. Die IVZ antwortet süffisant:

Geschätzter Herr Adam, das Foto — und es wur­den gestern noch mehr gemacht — belegt nun ein­deutig, dass am Don­ner­stag gegen 17 Uhr Kanadagänse auf dem Torf­moorsee schwammen. Darüber hin­aus hat die Kam­era entsprechend Datum und Uhrzeit zu den Bildern aufgeze­ich­net. Dafür, dass Sie nie­man­den gefun­den haben, der die Gänse eben­falls gese­hen hat, kön­nen wir wirk­lich nichts. Es gibt entsprechend keinen Grund, die Angaben und Auf­nah­men unseres Fotografen anzuzweifeln. Bedenken Sie bitte auch, dass Gänse dank ihrer Flügel prob­lem­los in der Lage sind, ihren Stan­dort spon­tan zu wech­seln. Möglicher­weise war unser Fotograf ein­fach nur zur richti­gen Zeit am richti­gen Ort auf­grund des Leser­hin­weis­es und die Gänse sind inzwis­chen weitergezogen…

Was man bei der IVZ zu diesem Zeit­punkt noch nicht weiß: Roland Adam war auch am Don­ner­stag zur betr­e­f­fend­en Zeit am Torf­moorsee. Kanadagänse hat er nicht gese­hen. Auch Daniel Donath war da — ohne Kanadagänse gese­hen zu haben. Sie haben mit dem WDR einen Film über die Kon­tro­verse mit den Kanadagänsen gemacht und hiel­ten deswe­gen am Torf­moorsee Auss­chau nach Kanadagänsen. Auch in diesem Film sind keine Kanadagänse zu sehen und auch beim WDR meint man offen­bar, dass sich am Don­ner­sta­gnach­mit­tag keine Kanadagänse am Torf­moorsee befan­den. Auf Anfrage schreibt Vogel­ex­perte Roland Adam, dass er es für undenkbar halte, dass er einen so großen Schwarm oder gar dessen Abflug überse­hen haben könnte.

Zu dieser Kri­tik kein Wort der IVZ. Es gibt auch keine Reak­tion auf die Fre­itag um 13:59 Uhr gestellte Anfrage Adams nach einem Foto der 30–40 Kanadagänsen. Am Sam­stag berichtet man in der gedruck­ten Aus­gabe über die ange­blichen Kanadagänse am Torf­moorsee und fragt, was mit ihnen passieren soll. Man schreibt von Pas­san­ten, die am Fre­itag keine Kanadagänse vor Ort gese­hen haben — keine Rede davon, dass am Don­ner­stag wed­er der Vide­ofilmer im eige­nen Haus noch Pas­san­ten zur besagten Zeit Kanadagänse am Torf­moorsee gese­hen haben. Man druckt lediglich das um ein Fer­n­glas aufge­motzte Foto, das auf Face­book veröf­fentlicht wurde.

Weiterlesen

Die kleine Kneipe in unserer Straße

… eignet sich für IVZ-Geschäfts­führer Klaus Rieping offen­bar bess­er, um Kri­tik an sein­er Zeitung zu äußern und darauf zu antworten. Und damit entschuldigen Sie bitte, dass ich mich so spät erst melde, ich musste noch eben in den Keller an meine strate­gis­chen Pop­corn-Vor­räte. Das hät­ten die damals dem Jasper mal vorschla­gen sollen: Sich in der Kneipe tre­f­fen, statt in der Öffentlichkeit den Dok­tor zu palavern.

Es war also zu erwarten, dass die IVZ irgend­wie auf die Kri­tik von gestern reagiert. Sie tun es in Per­son des Geschäfts­führers inner­halb der Face­book-Gruppe und wiegeln ab. Man habe

die Face­book-Autorin tele­fonisch gebeten, diesen Beitrag zu löschen. Fern­er haben wir sie darauf hingewiesen, dass wir im Wieder­hol­ungs­fall den Zugang der Quelle sper­ren wer­den. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Man hat dem­nach wohl nicht mit rechtlichen Schrit­ten gedro­ht und nicht Details aus dem Face­book-Pro­fil der Angerufe­nen vorge­le­sen. Das kön­nte dann bes­timmt der­jenige bezeu­gen, der das Gespräch neben der Angerufe­nen mit­ge­hört hat.

Des weit­eren:

Die IVZ und unsere Mar­ket­inglei­t­erin Christi­na Hüsken hat sich zu kein­er Zeit so ver­hal­ten, wie es ihr / uns im Kopf dieses Forums unter­stellt wird. Wir haben mit dem schlicht­esten Mit­tel geant­wortet, dass uns zur Ver­fü­gung ste­ht: Dem per­sön­lichen Gespräch!

Wir kön­nen auch anders, Fre­unde der Nacht! Man hätte z.B. die VG Wort ein­schal­ten kön­nen, um Schadenser­satz für den kopierten Artikel einzu­fordern. Und außer­dem:

von der IVZ ist bis zum heuti­gen Tag noch nie­mand “abgemah­nt” worden!

Naja, wenn die Angerufene sich nicht das ganze Tele­fonat einge­bildet haben sollte, dann kommt der eingeräumte Inhalt ein­er Abmah­nung doch sehr nahe:

Eine Abmah­nung (umgangssprach­lich auch Abmahn­schreiben) ist die for­male Auf­forderung ein­er Per­son an eine andere Per­son, eine bes­timmte Hand­lung oder ein bes­timmtes Ver­hal­ten zu unter­lassen. […] Die Abmah­nung im Gewerblichen Rechtss­chutz und Urhe­ber­recht muss eine Schilderung des bean­stande­ten Sachver­halts, einen damit ver­bun­de­nen Hin­weis auf einen Rechtsver­stoß, eine Auf­forderung zur Unter­las­sung inner­halb angemessen­er Frist und die Andro­hung rechtlich­er Schritte enthalten. 

Die Diskus­sion in der Gruppe ist inzwis­chen ein Kampf um Deu­tungs- und Rede­ho­heit. Es wirkt sicher­lich etwas merk­würdig, dass die IVZ bei einem von Weni­gen und inzwis­chen im Face­book-Strom unterge­gan­genen Ein­trag gle­ich zum Tele­fon­hör­er greift, während man Artikelüber­nah­men auf Seit­en von Parteien, Poli­tik­ern und Sportvere­inen seit langem duldet. Es liegt aber in ihrem Ermessen, so zu verfahren. 

Weiterlesen

Das Ende von Steinfurt.tv

POPCORN! Die Nachricht ist eigentlich schon etwas älter, aber ohne einen skurilen Schluss wäre das Ganze nichts: Steinfurt.tv hört auf. Vor einiger Zeit dro­ht­en mir die Betreiber mit ihrem Anwalt, zogen aber zügig den Schwanz ein. 

Zum Schluss gerät das mit viel Vorschus­s­lor­beeren ges­tartete Pro­jekt in öffentliche Kri­tik, weil die Betreiber seit Jahren ihre Videos auf der Plat­tform Gloria.tv hochladen.

Gloria.tv ist eine dem inzwis­chen offline gegan­genen, recht­sex­tremem Blog kath.net nahe ste­hende Video­plat­tform. Man muss nur ein paar Videos anschauen, um ohne Vor­wis­sen über die Aus­rich­tung der Seite stutzig zu wer­den. Das haben die Betreiber von Steinfurt.tv offen­bar ver­säumt, obwohl man sich stark mit der Seite iden­ti­fizierte. Daher wur­den sie durch das Bis­tum Mün­ster unter­richtet, so die WN:

Auf unsere Frage, was das Bis­chöfliche Gen­er­alvikari­at in Mün­ster von „Gloria.TV“ hält, schreibt Press­esprech­er Dr. Stephan Kro­nen­burg: „Wir dis­tanzieren uns in aller Deut­lichkeit von Gloria.TV. Auf diesem Por­tal und über das Por­tal kom­mu­nizieren tra­di­tion­al­is­tis­che Rand­grup­pen, die sich durch dif­famierende Aktio­nen wie gegen Bischof Genn selb­st dis­qual­i­fizieren. Das Bis­tum Mün­ster würde nicht zus­tim­men, wenn Steinfurt.TV Gottes­di­en­ste über­tra­gen wollte, und hier­für den Serv­er von Gloria.TV nutzen wollte. Das ist den Ver­ant­wortlichen von Steinfurt.TV so auch mit­geteilt worden.“

Reagiert haben die Betreiber von Steinfurt.tv aber erst, so die WN, nach­dem die Mün­ster­sche Zeitung berichtete bis zu 200 E‑Mails täglich zu dieser Angele­gen­heit bei ihnen eingingen.

Zwis­chen­durch hat­ten sie ver­sucht, auf „Youtube“ auszuwe­ichen. „Aber die sind ja noch viel schlim­mer“, fan­den die bei­den her­aus, „die zeigen doch jeden Schund.“

Gönau! Z.B. Videos von Steinfurt.tv.

Aber inzwis­chen ist Hans Der­ix dabei, die mehr als 300 „Steinfurt.TV“-Beiträge von der „Gloria.TV“-Plattform zu löschen. „Mehr als zehn am Tag schaffe ich aber nicht“, sagt er.

Nein, wie putzig. Ich werde sie vermissen. 

Weiterlesen

Kostenpflichtiges Anzeigenblatt

Oh, Pop­corn! Bei der Face­book-Gruppe Ich komme aus Ibben­büren und erin­nere mich noch an… geht es ger­ade wegen des Zugangs­beschränkun­gen und den Abo-Kosten der IVZ zur Sache. Face­book-Nutzer VauWeh Superkae­fer zitiert aus ein­er E‑Mail der IVZ an ihn:

Wichtig ist, die Inhalte sind für unsere Kun­den von ein­er größt­möglichen Rel­e­vanz und Aktu­al­ität. Daran arbeit­en wir sehr intensiv. 

Ja, sich­er. Nicht nur 08/15-inten­siv, sehr inten­siv und das an größt­möglich­er Rel­e­vanz. Steigerun­gen bis die Bedeu­tung des Geschriebe­nen das Hand­tuch wirft. Ich erin­nere mich da an einen Artikel, in dem beschrieben wird, wie ein Redak­teur um den Aasee spatziert, der es auf die erste Lokal­seite geschafft hat. Die Rel­e­vanz war eher so unauffindbar.

Wür­den wir aber unser Print­pro­dukt durch ein zusät­zlich­es Dig­i­ta­lange­bot schwächen – und das würde ohne Zweifel passieren -, dann kön­nten wir unseren Inserenten/Werbekunden kein ver­lässlich­es Ange­bot mehr machen; heißt: Die Reich­weite der Tageszeitung würde sinken und damit auch die Attrak­tiv­ität der Wer­bung in ihr. 

Ohne Zweifel, aha. Kein ver­lässlich­es Ange­bot, soso. Wie hier dauer­haft ver­sucht wird, jeden Ansatz von Kri­tik zu erstick­en. Bei Merkel heißt das alter­na­tiv­los. Ich habe allerd­ings dur­chaus Zweifel, dass ein Dig­i­ta­lange­bot die Reich­weite reduziert. Ich glaube da eher an das Gegen­teil. Außer­dem schwächt man sich eher, wenn man ohne Akzep­tanz der Leser­schaft das Abo um 3€ erhöht. Abos wer­den gekündigt, Reich­weite sinkt, Attrak­tiv­ität schwindet, blablabla.

Und eine 1:1‑Umsetzung von Print zu Dig­i­tal wiederum würde Ihnen über­haupt nicht gefall­en. Dann wirkt das Dig­i­tal­pro­dukt wie ein kostenpflichtiges Anzeigenblatt…

Habe ich das richtig ver­standen, dass in der Selb­st­darstel­lung der IVZ ihre gedruck­te Aus­gabe ein “kostenpflichtiges Anzeigen­blatt” ist? Nicht, dass man nicht schon was geah­nt hätte.

Richtig lustig wird es aber erst noch:

Natür­lich ist es wenig sin­nvoll, Ihnen unsere Print­aus­gabe nach Altenbeken zu schick­en. Kommt es für Sie eventuell in Frage, die „Papi­er-Zeitung“ an eine kar­i­ta­tive Ein­rich­tung zu spenden? Damit hät­ten Sie als unser Abon­nent den Zugang zu den dig­i­tal­en Pro­duk­ten und tun mit Ihrer gedruck­ten Zeitung Gutes… z.B. in einem Senioren­heim. Das ist der Weg, den andere Kun­den gehen, die aus ver­schiede­nen Grün­den auf die Liefer­ung der gedruck­ten Zeitung verzichten.

Und die noch anderen, die aus ver­schiede­nen Grün­den auf die Liefer­ung der gedruck­ten Zeitung verzicht­en, sind Ex-Kun­den. Nutzen Sie doch ein­fach unsere Sturheit, um was Gutes zu tun! Aber seien Sie gewarnt: Dieser Weg, wird kein leichter sein. Dieser Weg ist steinig und schw­er.

Kurz darauf meldet sich IVZ-Geschäfts­führer Klaus Rieping zu Wort, um das Vorge­hen des Ver­lages aus ein­er “gesamtwirtschaftlichen Betra­ch­tung” her­aus zu verteidigen:

Wür­den wir heute auf ein dig­i­tales Ange­bot gän­zlich verzicht­en, weil es kos­ten­deck­end nie pro­duziert wer­den kann, wäre das der Anfang vom Ende auch der Zeitung, der lokalen Presse, weil das Medi­en­nutzungsver­hal­ten der Gen­er­a­tio­nen höchst unter­schiedlich ist.

Das nenne ich mal einen Euro-Fight­er, kämpft um jeden Cent gegen das Medi­en­nutzungsver­hal­ten von Gen­er­a­tio­nen. Und schwup­ps geht als einzige Alter­na­tive neben 60 Beschäftigten der IVZ gle­ich die ganze lokale Presse wieder unter, was ich schlichtweg bezwei­fle. Es geht wohl eher darum, dass der Ver­such der IVZ, online ein Geschäftsmod­ell zu etablieren, gescheit­ert ist, und die IVZ ver­sucht sich bis auf weit­eres nicht daran.

Face­book-Nutzer Andre Bäumer haut dann auch gle­ich auf die Vor­lage der “gesamtwirtschaftlichen Betrachtung”:

gesamtwirtschaftlich betra­chtet [sind] viele Abon­nen­ten eines gün­sti­gen Online Ange­bots wirtschaftlich­er und vor allem wesentlich ertragsstärk­er als deut­lich weniger Vol­labo­nen­nten. Betrieb­swirtschaft lich gese­hen, sie spie­len ja schließlich darauf an, ren­nt die IVZ derzeit auf ein Desaster hin­aus. Ich bin gerne bere­it für ihr Ange­bot zu zahlen. Aber im Zeital­ter mod­ern­er Medi­en zahle ich nicht für Druck oder Botenkosten, die ich nicht benötige.

Soll mal kein­er sagen, dass die Kri­tik­er der IVZ nicht auch schwarz malen kön­nten ;-). So up-to-date sind die auch. Apro­pos up-to-date: Inzwis­chen hat man bei der IVZ wohl gemerkt, dass die Bezahlschranke da so Löch­er hat. Eines davon hat man ver­sucht zu schließen — mit JavaScript. Brüller. 

Weiterlesen

Dieter Jasper über Guttenbergs Rücktritt

Ich komme ger­ade aus dem Keller, um meine strate­gis­chen Pop­corn-Reser­ven anzubrechen, denn Ex-Dok­tor Dieter Jasper hat sich wieder zu Wort gemeldet! Zu Gut­ten­bergs Rück­tritt hat er gemeint

Karl-Theodor zu Gut­ten­berg hat mit sein­er heuti­gen Rück­trittsentschei­dung zwei Dinge deut­lich gemacht. In erster Lin­ie will er Schaden von der Bun­deswehr abwehren. Zum anderen ist er nach zwei­wöchi­gen per­sön­lichen Attack­en mit sein­er Kraft am Ende. Dies gilt es zu respek­tieren. Klar wird aber auch: Jed­er, der per­sön­liche Schwächen und Fehler mit poli­tis­ch­er Arbeit für unvere­in­bar hält, kommt kon­se­quenter­weise nicht umhin, nun an sich selb­st ganz beson­ders hohe Maßstäbe anzulegen.

Warum soll man das denn respek­tieren, er hätte ja viel früher zurück­treten kön­nen. Und wer hält per­sön­liche Schwächen und Fehler für unvere­in­bar mit poli­tis­ch­er Arbeit? Und was hat das genau mit erkauften und ertäuscht­en Dok­tor­titeln zu tun?

Weiterlesen